Boeing Chefwechsel bestätigt konventionelle hanseatische Wirtschaftsmethoden

Spiegel online bringt einen UNGEMEIN klugen Artikel zum Chefwechsel bei Beoing in Dez. 2019.

source: (Rücktritt von Dennis Muilenburg ) Das wahre Drama hinter dem Chefabgang bei Boeing; in: Spiegel online – 23.12.2019 – Autoren: Dinah Deckstein und Martin U. Müller URL https://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/boeing-warum-dennis-muilenberg-zurueckgetreten-ist-a-1302686.html

Die Kernaussage dieses Spiegel-Essays scheint mir zu sein: HINTER dem TECHNISCHEN DESASTER der neuen Boeing 737 MAX und den Verzögerungen bei dm Boeing  787 Dreamliner  steht eine FALSCHE STRATEGIE, die SEIT JAHRZEHNTEN gefahren wurde – und voraussichtlich NICHT geändert wird, wie Spiegel online andeutet.

ZITATANFANG “Doch auf dem zweiten Blick liegen die Ursachen des Boeing-Dramas tiefer – und vor allem länger zurück. Sie haben Managergenerationen vor Muilenburg begonnen, der erst seit Juli 2015 an der Spitze des Konzerns stand. Bis Ende der Neunzigerjahre war Boeing eher ein von Ingenieuren getriebenes Unternehmen. Das änderte sich nach der Übernahme des US-Konkurrenten McDonnell Douglas 1997 und dem Umzug der Firmenzentrale nach Chicago fünf Jahre später. – Der damalige Konzernchef Harry Stonecipher und sein Nachfolger Philip Condit fanden, dass der Flugzeugbau im Vergleich zu anderen Branchen viel zu wenig abwirft. Beide versuchten verstärkt ins Dienstleistungsgeschäft vorzustoßen, wo sie sich höhere Umsätze und Gewinne versprachen. “Als Anleger investieren Sie doch lieber in Unternehmen, die bis zu 20 Prozent statt vier bis sechs Prozent pro Jahr wachsen”, bekannte Stonecipher 2001 gegenüber dem SPIEGEL. – Rentabilität und ein möglichst hoher Börsenkurs wurden fortan zum Maß aller Dinge.”   ZITATENDE – source URL https://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/boeing-warum-dennis-muilenberg-zurueckgetreten-ist-a-1302686.html

Die ERKENNTNIS ist absolut klar: Die sogenannte MONETARISIERUNG als WIRTSCHAFTS- und BETRIEBSLENKUNGSMETHODE ist LANGRISTIG FALSCH.

Der Artikel von Spiegel-online gibt sogar Hinweise, WIE man den Aktienkurs von Boing “nach oben gepuscht” hat …

Man MISSTRAUT ALSO ZU RECHT, wenn die Börsenverkäufer einem WEISMACHEN wollen, daß in einem KONVENTIONELL NORMALEN Betrieb des PRODUZIERNDEN GEWERBES, wo also SACHLEISTUNGEN erstellt werden, statt konventionell 6 – 12 % PLÖTZLICH 20 – 30% RENDITE (also in Geld umgerechnete “Erträge”) “möglich” sein sollen.

Man misstraue der REGIERUNG, wenn erzählt wird, daß man Eisenbahnschienen und Stromleitungen AUSGLIEDERN muss in eigene Geselslchaften, weil man ANGEBLICH damit “besser Geld” verdienen kann.

Man MISTRAUE GRÜNDLICH der Managementmethode der sogennten  “Auslagerung” – Auslagerung an Subunternehmer des Subunternehmers, Auslagerung des STAMMPERSONALS und Einführung von LEIHARBEITERN und ZEIT-Personal, die sich NICHT MIT DER FIRMA IDENTIFIZIEREN – und KEINE MOTIVATION haben (Neuhochdeutsch: NULL BOCK) und so weiter.

Man GLAUBE ES NICHT, wenn einem treuherzig erzählt wird, daß es mit KOMPLIZIERTER MATHEMATIK und ZEIT-TAKTUNGSMETHODEN möglich ist, die LAGER – und die LagerKOSTEN –  für HALBPRODUKTE UND TEILKOMPONENTEN massiv zu verkleinern – und stattdessen diese Art von Teilen auf den SCHIFFEN zwischenzulagern, die sie über die Ozeane transportieren. Diese METHODE hat dann bei dem Erdbeben von Kobe und dem Fukushima-Megaevent von 2013 die GESAMTE AUTOINDUSTRIE WELTWEIT MASSIV DURCHEINANDERGEBRACHT!

ALLES DAS IST FALSCH und endet langfristig im DESASTER!

Wie es RICHTIG ist, ist gut bekannt, und braucht hier nicht wiederholt zu werden: Man halte sich an die in JAHRHUNDERTEN erprobten Wirtschaftsmethoden der HANSEATISCHEN KAUFLEUTE und der FUGGER und der Thurn & Taxis! Der Student des Management und der BETRIEBLICHEN PRODUKTIONSLEHRE benutze Bücher, die mindestens 40 Jahre alt sind, jedenfalls ZEITWEISE und ZUM LERNEN.

Im Falle Boeing scheint aber noch etwas zusätzlich passiert zu sein, nicht nur ein MENTALITÄTSWECHSEL im kaufmännischen Bereich, sondern auch bei den ENTWICKLUNGS-INGENIEUREN.

Anders gesagt: Wenn Entwicklungsabteilungen derartig UNTER DRUCK gesetzt werden, daß GELD ZU SEHR IN DEN ZENTRALEN FOKUS gerät, dann lässt die INNOVATIVE PRODUKTENTWICKLUNG stark nach.

Auch hier ist bekannt, wie es RICHTIG wäre: Die Entwicklungsabteilungen müssen FINANZIELLEN und ZEITLICHEN FREIRAUM haben, damit die gesamte FIRMA auf ein BESTIMMTES LEISTUNGSZIEL ausgerichtet wird, nämlich auf die ERSTELLUNG VON SACHGERECHTEN ANFASSBAREN ENDPRODUKTEN – die auch nicht sofort kaputt gehen.

Und das hat auch einen GRUND: Man kann nämlich IDEEN NICHT WIRKLICH und NICHT AUF TERMIN  KAUFEN!

Daß ich – oder  Spiegel online – hier keinen totalen Quatsch erzählen,  kann man bis zu einem gewissen Grade bis heute nachprüfen am BEISPIEL der ÜBERRESTE der EISENBAHNEN DES 19. Jahrhunderts, noch aus Kaisers- und Königszeiten. DA WAR MAN STOLZ, wenn Brückenkonstruktionen und Tunnelbauten die TECHNISCHE LEISTUNGSFÄHIGKEIT “demonstrierten”, da war man STOLZ, wenn Bahnhöfe “propper” und SCHÖN und “gepflegt” aussahen. Da war man, kurz gesagt, STOLZ auf TECHNISCHE MACHBARKEIT und FUNKTIONSTÜCHTIGKEIT – und erst DANACH kamen die Finanzen, die natürlich auch “recht ordentlich” organisiert waren, und zwar durch zweckentsprechnde MANAGEMENT-ENTSCHEIDUNGEN und Management-Systeme, wie wir heute sagen würden!

Der Spiegel-online Artikel deutet allerdings an, daß es im Falle Boeing KEINE BESSERUNG geben wird, denn erstens kommt der Chefnachfolger von BLACKSTONE, die nun mal MONETÄR orientiert sind und zweitens – man merke auf – wird das SAGENHAFT SEHENSWERTE Boeing-ABRECHNUNGSSYSTEM eines sogenannten “Project Accounting” NICHT GEÄNDERT.

Dazu brauchen wir ein ZITAT: ” … nutzte der US-Konzern zudem ein raffiniertes Rechnungslegungssystem, das sogenannte “Program Accounting”. Es erlaubt Boeing bis heute – anders als dem Konkurrenten Airbus -, die Anlaufkosten eines Flugzeugprogramms gleichmäßig auf die gesamte Laufzeit und die zu erwartende Zahl der verkauften Maschinen zu verteilen. Selbst für die ersten, in der Regel noch nicht rentablen Jets einer Serie, darf das Unternehmen einen fiktiven Gewinn ansetzen, bei den letzten ausgelieferten Exemplaren eines Flugzeugtyps bleibt dann etwas weniger hängen.” ZITATENDE source URL  https://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/boeing-warum-dennis-muilenberg-zurueckgetreten-ist-a-1302686.html

Mit anderen Worten: Die Finanzbücher von Boeing bestehen zu einem gewissen Anteil aus HEISSER LUFT, nämlich “fiktiven Gewinnen”. Was ist “fiktiver Gewinn”? Nun, ich nehme eine POSITIVE Zahl und trage sie in die Rechnungsübcher ein – solange bis das Finanzamt und die Börsenaufsicht kommen und einen KASSENSTURZ machen und WISSEN WOLLEN, WAS TATSÄCHLICH AN GELD im Unternehmen vorhanden ist.

Oder GLAUBT irgendjemand, daß es MÖGLICH ist, wenn  ein INGENIEUR verkündet: “Ich habe soeben einen ERFOLGREICHEN FIKTIVEN TESTFLUG” gemacht!”? – Also: Einen Flug, der TATSÄCHLICH gar nicht STATTGEFUNDEN hat.

Das Boeing Finanzsystem hat einen zweiten Schönheitsfehler, denn Flugzeuge werden erst bei ENDABNAHME VOLLSTÄNDIG bezahlt – und davor gibt es nur “akonto TEILZAHLUNGEN” – und das ist ganz besonders dann sehr schlecht, wenn wie bei Boeing aktuell, die Produktion gestoppt werden musste, weil alle ZWISCHENLAGER und ZWISCHENABSTELLFLÄCHEN VOLL SIND!

Ingenieurstechnisches Zwischnergebnis: Es werden noch Wetten angenommen, ob Boeing in 10 Jahren oder in 20 Jahren nicht mehr existiert.

Aber soll mit dieser Denkübung gesagt sein, daß Airbus alles richtig macht und dort KEINE MENSCHENFEHLER vorkommen?

OH, NEIN! GANZ BESTIMMT NICHT! Aber die STEUERUNGSPROBLEME bei AIRBUS sind hier nicht das Thema, auch nicht die Konzernstrategien der Airbus-Industrie-Konglomerate im Verbund mit ESA und anderen, wo mehrere europäische Regierung ganz massiv mitreden oder gegebenenfalls dazwischenfunken.

Ausserdem bleibt das GRUNDPROBLEM UNBEANTWORTET:

Wieviel Luftfahrtindustrie benötigt ein Lebewesen, daß für den Erdboden konstruiert wurde?

Oder ist das eine LÖSUNG, daß halb  Deutschland entweder nach Mallorca oder nach Antalya geflogen wird, bloß um dort das zu tun, was es auch zuhause tut, nämlich unter anderem “die Sau raus zulassen” und zwar bei erheblichem Alkohleinsatz als Treibstoff!

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- *1953 in Bremen / Germany - since decennia in Neuss / Germany - registered to German National Library a) as free scientific writer and b) as (more classical) composer - scientific freelance writer - registered to German National Library "Deutsche Bibliothek", search "Bruno Buike", with 246 items in 2013 1996-97 - 5000 qm Rekultivierung Obstwiese mit Kleintierhaltung 2004/05 - 3 Wochen Gartenpflege in einem orthodoxen Kloster in Deutschland 2009 - 3 Wochen Katastrophenhilfe Einsturz des Kölner Stadtarchivs 2011 - journey to Przemysl/Poland - and learning of basic Polish vocabulary and reading/pronounciation 2013 University of Tokyo - Conditions of war and peace - Coursera - Certificate 2013, December - after 15 years in mainly Russian-orthodox and Greek-orthodox affairs return to Roman-Catholic church 2014 National University of Singapur, Conservatory - Write like Mozart. Introduction to classical composition - Coursera Certifikate "with distinction"
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