Krefeld-Linn – eine fast vergessene Reliquie vom Wahren Kreuz

Mit halbem Ohr schnappe ich aus dem Fernsehen auf:

In Krefeld, Ortsteil Linn, gibt es eine Reliquie vom “Wahren Kreuz Christi”.

Das Fernsehen erwähnt: Diese Reliquie und deren Kult ist bis 1907 von Rom aus bestätigt worden – danach aber nicht mehr, eventuell wegen einer Änderung in den kirchlichen oder kommunalen Verwaltungsbezirken.

Nun denke ich bei mir: Reliquie vom “Heiligen Kreuz”, das werde ich einfach im Internet finden.

Denn: In früheren Jahrhunderten war das “Heilige Kreuz”, also das (römische) Holzgestell zur Hinrichtung von Schwerverbrechern, an welchem Jesus Christus gestorben wurde,  einmal etwas SEHR WICHTIGES!

  • Bekannt ist die Story, wo Kaiser Heraklios im Jahre 628 n.Chr. aus Ktesiphon (heutiger Irak) von einem ebenfalls christlichen Sassaniden-König die Jerusalemer Heilig-Kreuz-Reliquie wieder “abjagt” und zurückholt:

“614, 22. Mai: Der Sassanidengeneral Schahrbaraz eroberte Jerusalem und überführte die Reliquien nach Ktesiphon, wo sie von der christlichen „Königin der Königinnen“, Schirin, in Empfang genommen wurden.

628: Der Sassanidenkönig Chosrau II. unterlag dem byzantinischen Kaiser Herakleios. Durch seinen Tod entstanden Machtkämpfe um den Thron. Die Tochter Chosraus II., Boran, schloss mit Byzanz einen Friedensvertrag ab und veranlasste die Rückgabe der Reliquien[3].” (Quelle: “Heiliges Kreuz” in Wikipedia DE URL https://de.wikipedia.org/wiki/Heiliges_Kreuz

  • In Polen gibt es eine Woiwodschaft (eine Provinz) mit Namen “Heiligkreuz! Siehe: Woiwodschaft Heiligkreuz in  Wikipedia DE – siehe Województwo świętokrzyskie in Wikipedia PL   homepage po polsku, siehe homepage English.
  • Man kennt in Deutschland die STAUROTHEK mit einer Heilig-Kreuz-Reliquie in LIMBURG.
  • Man kennt die Heilig-Kreuz-Reliquie in der Zisterzienserabtei Heiligkreuz bei Wien, was heute eine Art “Nationalheiligtum” Österreichs ist.
  • In Wien wird eine Reliquie vom “Heiligen Kreuz” aufbewahrt, die zu den REICHSKLEINODIEN des indirekt durch Napoleon liquidierten “Heiligen römischen Reiches deutscher Nation” aufbewahrt.

Heilig-Kreuz-Reliquie der Reichskleinodien des Heilien Römischen Reiches Deutscher Nation, Weltliche Schatzkammer, Wien

  • Im Dominikaner-Konvent der Heilig-Kreuz-Kirche in Köln befindet sich eine Kreuz-Reliquie.

Nur leider FEHLANZEIGE für KREFELD-LINN: Das Internet hat fast GAR NICHTS über eine “Heilig-Kreuz-Reliquie” dort!

Wir müssen also zuerst SUCHEN, in WELCHER Kirche genau  sich diese Heilig-Kreuz-Reliquie von Krefeld-Linn HEUTE befindet, nämlich in der Kirche St.Margaretha, die heute zum Gemeindeverband St.Nikolaus gehört.

 

Abb.: St. Margaretha, Krefeld-Linn – Das Hauptheiligtum dieser Kirche befindet sich oder befand sich  als Kreuzreliquie in dem auffälligen Kreuz “unten links”.

Dann fand ich noch aus dem Jahre 2009 einen Bericht der Westdeutschen Zeitung über eine RENOVIERUNG des “Heiligen Kreuzes von Krefeld-Linn”, das in Krefeld sozusagen einen volkstümlichen Spitznamen hat und “Lennscher Herrgott” genannt wird, manchmal auch “Linner Kreuz”.

Abb.: Reliquienkreuz, frisch renoviert, in der Kirche St.Margaretha, Krefeld-Linn, Quelle: “Lennscher Herrgott” zurück; in Westdeutsche Zeitung WZ online vom 10. September 2009 URL http://www.wz.de/lokales/krefeld/stadtteile/uerdingen/8222lennscher-herrgott-8220-zurueck-1.138798

Der Artikel der WZ gibt noch einen wichtigen SUCHHINWEIS, wo er nämlich eine KREUZ-OKTAV im SEPTEMBER erwähnt. Dabei handelt es sich um eine FESTWOCHE und das Fest “In Exaltatione Sanctae Crucis” / Fest Kreuzerhöhung, 14. September.

Jetzt müssen wir also suchen nach  “Kreuz-Oktav”, nach “Kreuz-Tracht”, nach “Kreuz-Prozession”, nach “Kreuz-Markt”. Und da fnden wir leider nur einen kurzen Teminvermerk “Kreuzoktav” für Krefeld-Linn einer Sankt-Matthias-Pilgerbruderschaft, die aber gar nichts mit Kreeld zu tun hat, sondern die zum Apostelgrab des Hl. Matthias in TRIER geht. Terminvermerk für Oktavwoche zum Fest Kreuzerhöhung um den 14.September, hier Jahrestemin 2018 der “SMB-Linn” (“Sankt-Matthias-Brudeschaft Linn”) URL https://www.smb-linn.de/wiki/MainTermine

07. – 14. September 2018 Kreuzoktav in St. Margareta, nach dem Abschlußgottesdienst am 14. Sept. laden wir zu einer Agape ein

Rein zufällig fnde ich auch noch einen kurzen Extrakt der STORY, wie die Heilig-Kreuz-Reliquie nach Krefeld-Linn gekommen ist – und das war so:

>> “In dieser Kirche- (Anm. d. Verf.: der Kirche St.Margaretha, Krefeld-Linn) –  befindet sich das Linner Kreuz, um das natürlich auch eine alte Geschichte rankt”, erzählt Kevenhörster.

“Das große Holzkreuz wurde im Feld gefunden und sollte per Pferdewagen nach Uerdingen gebracht werden. Doch am Ende Linns wollten die Pferde nicht mehr weiter, nicht nach Uerdingen. So blieb es hier”, sagt er schmunzelnd. “Es wird bei der Kreuzoktav am neuen Kreuzweg vorbei getragen, der am äußeren Graben entlangführt vom Heimatbrunnen bis zur Rheinbabenstraße vor der Burg.” Am Kalvarienberg steht auf der Rasenfläche übrigens noch ein einziges steinernes mit Säulen verziertes Monument des alten Kreuzwegs.

Dann geht der Spaziergang zum Jüdischen Friedhof an der Straße Am Kreuzweg.<< Quelle: “Seite 2: Stadtteil-Check Linn: In der Burgstadt ist die Zeit ein bisschen stehen geblieben”; in: Westdeutsche Zeitung WZ online vom 06. Juni 2008 URL http://www.wz.de/lokales/krefeld/stadtteil-check-linn-in-der-burgstadt-ist-die-zeit-ein-bisschen-stehen-geblieben-1.230450?page=2

Nebenbei gesagt: Burg Linn in Krfeld, Flachsmarkt, Textilmuseum, Museumszentrum Krefeld-Linn, Archäologisches Museum Krefeld -Linn  mit dem Grab des fränkischen Fürsten Arpvar – link Arpvar 1 link Arpvar 2 –  einfach mal googlen. Nur ganz kurz: In der deutschen Geschichtswissenschaft sind die FRÄNKISCHEN GRÄBERFELDER von Krefeld einer der bedeutendsten Funde aus dieser Zeit um etwa 500-600 n.Chr. überhaupt. Diese Ausgrabungen in Krefeld sind auch heute – also nach Jahrzehnten! –  noch nicht abgeschlossen und, wenn ich es richtig gelesen habe, hat man aktuell ungefähr 5000 Gräber gezählt.

Und dies ist das Ende des Bilderbogens “fast vergessene Kreuzreliquie”.

Eine letzte Beobachtung noch: Man ist jetzt hier in der Gegend in Sachen des “Katholizismus”, um nicht zu sagen der hl. christkatholischen Religion, übehaupt generell  recht “vergesslich” geworden: Gestern war ich bei meinem Fahrradtraining im Kloster Langwaden (bei Grevenbroich), das AKTUELL, das LETZTE sogenannte “beschauliche Männerkloster” in der gesamten Erzdiözese Köln ist, wo ich folgendes erlebte: Da läutete zwar um 12 Uhr mittags noch die kleine Klosterglocke zum Angelus-Gebet – aber niemand ging in die Klosterkapelle, auch die Mönche nicht.

Und ich dachte so bei mir: Was ist das doch für ein seltsames Kloster, wo die Kirche mittags kalt bleibt, so wie bei der Hausfrau schon mal “die Küche kalt bleibt”. Klostermönche OHNE Tagzeiten-Gebetsordnung, das scheint aber niemanden weiter zu stören – und mir fällt es auch nur deshalb auf, weil ich mich für Geschichte  und  “altmodische Zeugs” interessiere.

Für Leute, die sich “interessieren”, noch ein Reisetipp: Das “Heilige Kreuz wurde um 300 n.Chr.  aufgefunden von der hl. Kaiserinmutter Helena, die noch als alte Frau von über 70 Jahren  Pilgereisen machte, und deren Sohn, der hl. Kaiser Konstantin – der ist ein Heiliger, OBWOHL  er seine Frau umgebracht hat, aber natürlich nicht DESWEGEN! –  errichtete an der Stelle, wo sie das “Kreuz Christi” gefunden hatte die KIRCHE VOM HEILIGEN GRAB in JERUSALEM, wo sich gleich ZWEI WICHTIGE HISTORISCHE Erinnerungsplätze der Christen befinden: a) die Stelle, wo das Kreuz Christi (zusammen mit zwei weiteren Kreuzen von Mit-Gefangenen) gestanden hat, genannt “Calvaria”,  und b) das GRAB CHRISTI, wo die AUFERSTEHUNG VON DEN TOTEN stattgeunden hat, heute ein kleines Kirchlein innerhalb der grossen Grabeskirche, wo jedes Jahr zum griechisch-orthodoxen Ostertrmin der griechische Metropolit hinabsteigt, ein bestimmtes, NUR IHM BEKANNTES GEBET spricht, worauf dann sozusagen “planmässig” und “pünktlich” zum griechischen Osterfest das WUNDER DES HEILIGE FEUERS geschieht, wo ein FEUER, das NICHT VERBRENNT kommt, mit dem man aber seltsamerweise trotzdem Kerzen anzünden kann.

Klammer auf: Der Platz, wo diese 3 Kreuze von der Hinrichtng Jesu Christi  standen, hiess auf aramäisch oder hebräisch “Golgatha”, übersetzt “Schädelstätte”, was aber nichts mit Totenschädeln zu tun hat, sondern mit der FORM einer FELSKUPPE, die etwas aus dem Boden herausragte, die von weitem aussah “ÄHNLCIH WIE EIN SCHÄDEL”. – Dieses Aussehen hat dann einen islamischen Kalifen derartig aufgeregt, daß er den Befehl gab, die FELSKUPPE “weg zu rasieren”, was, wie jeder weiß, der schon mal im Strassen- und Wegebau gearbeitet hat wie ich selbst als Zertifikats-Landschaftsgärtner, eine MÜHSAME und ZEITRAUBENDE Angelegenheit ist, die bei GEWACHSENEM herausragenden FELS auch schon mal an der STURHEIT DES STEINS scheitern kann oder nur “unschön” und unvollkomen gelingt! Klammer zu!

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- *1953 in Bremen / Germany - since decennia in Neuss / Germany - classical composer (registered since 2005) - scientific freelance writer - registered to German National Library "Deutsche Bibliothek", search "Bruno Buike", with 246 items in 2013 1996-97 - 5000 qm Rekultivierung Obstwiese mit Kleintierhaltung 2004/05 - 3 Wochen Gartenpflege in einem orthodoxen Kloster in Deutschland 2009 - 3 Wochen Katastrophenhilfe Einsturz des Kölner Stadtarchivs 2011 - journey to Przemysl/Poland - and learning of basic Polish vocabulary and reading/pronounciation 2013 University of Tokyo - Conditions of war and peace - Coursera - Certificate 2013, December - after 15 years in mainly Russian-orthodox and Greek-orthodox affairs return to Roman-Catholic church 2014 National University of Singapur, Conservatory - Write like Mozart. Introduction to classical composition - Coursera Certifikate "with distinction"
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