Ich glaub’, ich guck nicht richtig: Kamele im Raphaelshaus Dormagen

Anfang Juni 2018 war ich mit dem Fahrrad in Köln zum Pfingstfest der griechisch-katholischen Ukrainer, hin/zurück so schlappe 90 oder 96 Kilometerchen. Auf dem Rückweg passiere ich das Raffaelshaus Dormagen und traue meinen Augen nicht: Das sind KAMELE.

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Das überprüfe ich und finde: Dormagen: Lama-Tour durch die Eifel; in: Westdeutsche Zeitung WZ vom 05. Dez. 2008 Barbara Ochs; URL http://www.wz.de/lokales/rhein-kreis-neuss/neuss/dormagen-lama-tour-durch-die-eifel-1.249020

Und wir lesen: >> Dormagen. “Kamele und Lamas in der Eifel gesichtet!” So mancher Beobachter war überrascht, als das Raphaelshaus auf seiner ersten Pilgertour mit Tieren in der Eifel unterwegs war, weiß die Reitpädagogin Marie-Theres Scholten.

Zwar hatten die Betreuer das Wandern mit den beiden Kamelstuten und der dreiköpfigen Lamafamilie, die zu der Jugendhilfeeinrichtung gehören, in den Sommerferien üben können, doch die Pilgerreise von Kelberg bis ins rheinland-pfälzische Trier war eine Premiere in zweierlei Hinsicht.

Tierpädadogik mit Pilgern kombiniert

Nie zuvor war das Pilgern mit den Tieren geübt worden und erstmals waren auch die Jugendlichen mit den Tieren eine Woche lang unterwegs. Übernachtet wurde in Zelten, was angesichts der großen Gruppe aus sieben Jugendlichen, begleitet von fünf Erwachsenen und sieben Vierbeinern, darunter Hunde, Lamas und Kamele, nicht immer leicht war, wie Scholten, berichtet.

Viel Platz für die Zelte und mobilen Tierweiden war dafür nötig. Dennoch: Das Pilgern und das gemächliche Reisetempo jenseits des sonst so turbulenten Alltags zeigte seine Wirkung. “Die Kinder wurden ruhiger, ansprechbarer und kamen zu sich”, berichtet Marie-Theres Scholten.

Zu Beginn der einwöchigen Wanderung sei die Gruppe in einer schwierigen Phase gewesen, eine tiefe Krise bahnte sich an. Dazu kam in den ersten Tagen die Überforderung, sich um die Tiere kümmern zu müssen.

Jeden Tag hatte ein anderer Jugendlicher die Verantwortung für eines der Tiere, musste es putzen, füttern und tränken.

Für die Kinder sei dies in den ersten Tagen sehr anstrengend gewesen, aber schon bald fühlten sie mit den Tieren und kümmerten sich liebevoll und zuverlässig um sie.

Besonders dramatisch wurde die Reise an jeder Bachüberquerung, denn die Wüstentiere scheuen sich vor fließendem Wasser. “Die Kinder haben immer mitgelitten und dadurch Mitgefühl gelernt”, erzählt Scholten.

Das Ziel der Reise war die St.-Matthias-Basilika der Benediktinerabtei in Trier, wo die Kinder unter Glockengeläut von Mönchen empfangen wurden. “Ein besonders schönes Erlebnis war es, dass die Kinder wie schon auf der Tour von den Passanten unvoreingenommen gelobt wurden.”<<

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Das ganze ist übrigens KEIN SCHERZ und keine einfache Verschwendung von Steuergeldern, sondern eine komplizierte Verschwendung von Steuergeldern auf der Grundlage einer komplizierten “erlebnispädagogischen Theorie” für Schwererziehbare in der staatlichen stationären Jugendhilfe, früher Erziehungsheime genannt. Einfach gesagt denkt man sich ungefähr, daß man versuchen könnte auffällige Jugendliche auf dem Wege von der Schwererziehbarkeit zu jungen Straftätern, dadurch “aufzufangen”, daß man ihnen “ERLEBNIS-Pädagogik” gibt, im Raphaelhaus Dormagen in der speziellen Form von “Zirkus-Pädagogik”.und “Tier-Pädagogik”.

Das Raphaelhaus Dormagen hat eine Geschichte, die 1901 als Gründung von Franziskanern beginnt und 1993 unter führung der Hiltruper Missionsschwestern endet. Danach übernimmt der Staat. Der “offene Eindruck” der umnfangreichen Anlage mit eigenen sportplätzen und Stallungen und Schulen darf nicht darüber hinweg täuschen, daß Jugendliche, die von dort “entweichen2, wieder eingefangen werden. Man vermeidet aber heute das Wort 2geschlossene Anstalt”, weil “stationäre Jugendhilfe” irgendwie “netter” klingt.

homepage Raphaelhaus Dormagen URL https://www.raphaelshaus.de/

Raphaelhaus – Wikipedia DE URL https://de.wikipedia.org/wiki/Raphaelshaus

Übrigens: Die Lamas des Raphaelshauses werden, wenn die Temperaturen gegen 30 Grad Celsius gehen geschoren, damit sie im Sommer nicht so leiden müssen.

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Und ungelogen: Irgendwo bei Krefeld habe ich letzten JAPANISCHE RINDER entdeckt – Kobe-Rind oder Wagyü-Rind – und irgendwo nahe der Insel Hombroich an der Erft habe ich auch schon eine Art Bison gesehen. Und daß bedeutet in meinem Verständnishorizont: DIE BAUERN HIER IN DER GEGEND SIND VERZWEIFELT UND WISSEN NICHT MEHR, WIE SIE IN DER EU-PLANWIRTSCHAFT auf normalem Wege GELD verdienen sollen. Das geht so weit, daß man angefangen hat, hier in der Gegen, wo wir ungefähr so guten Boden haben wie in der Ukraine, ACKERFLÄCHEN AUFZUFORSTEN. Wenn aber erstmal AUFGEFORSTET wird, dann muß die Verzweiflung wirklich groß sein!

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About bbuike

- *1953 in Bremen / Germany - since decennia in Neuss / Germany - classical composer (registered since 2005) - scientific freelance writer - registered to German National Library "Deutsche Bibliothek", search "Bruno Buike", with 246 items in 2013 1996-97 - 5000 qm Rekultivierung Obstwiese mit Kleintierhaltung 2004/05 - 3 Wochen Gartenpflege in einem orthodoxen Kloster in Deutschland 2009 - 3 Wochen Katastrophenhilfe Einsturz des Kölner Stadtarchivs 2011 - journey to Przemysl/Poland - and learning of basic Polish vocabulary and reading/pronounciation 2013 University of Tokyo - Conditions of war and peace - Coursera - Certificate 2013, December - after 15 years in mainly Russian-orthodox and Greek-orthodox affairs return to Roman-Catholic church 2014 National University of Singapur, Conservatory - Write like Mozart. Introduction to classical composition - Coursera Certifikate "with distinction"
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