Strache (FPÖ) besucht Belgrad – und die Risse der “europäischen Friedensordnung” im Kosovo und in Bosnien – 11-02-2018

Quelle: Artikel: Kosovo als “Teil Serbien”: Wirbel um Strache-Aussage; in: Tiroler Tageszeitung,11.02.2018 –  URL http://www.tt.com/politik/europapolitik/14002038-91/kosovo-als-teil-serbiens-wirbel-um-strache-aussage.csp

Montag, 12.02.2018, soll der aktuelle österreichische Vizekanzler Strache (FPÖ) in Belgrad Gespräche führen. Im Vorfeld gab Strache (FPÖ) der Zeitung “Politika” in Belgrad ein Interview, daß aktuell HEFTIGST kritisiert wird. Die REAKTIONEN scheinen sich jedoch weitgehend auf das KOSOVO-Problem zu beziehen, OBWOHL Strache (FPÖ) im gleichen Interview vor einer KRIEGSDROHUNG des BOSNISCHEN PRÄSIDENTEN gegenüber den BOSNISCHEN KROATEN gewarnt hat, falls diese in Bosnien-Herzegowina neben der bereits existierenden Autonomiezone für Serben, der “Republica Srpska“, eine DRITTE TEILUNABHÄNGIGE VERWALTUNSENTITÄT errichten wollen. Der Artikel der 2Tiroler Tageszeitung” und auch das Strache-Interview erwähnen NICHT, daß wir in Bosnien “BROT-DEMONSTRATIONEN” hatten und daß aktuell dort ISLAMISCHE INVESTOREN hochaktiv sind.

Aus dem Artikel der “Tiroler Tageszeitung” bringe ich nur eine ÜBERSETZUNG eines TEILS des Interviews von Strache (FPÖ) mit “Politika”, Beograd.

“Wortlaut-Auszüge des Strache-Interviews in „Politika“

Sie und Ihre FPÖ haben sich, als sie in Opposition waren, der Anerkennung des Kosovo durch Österreich widersetzt. Jetzt sind Sie in einem Regierungsbündnis mit der ÖVP von Bundeskanzler Sebastian Kurz. Hat sich Ihre Haltung zum Kosovo geändert, seit Sie Vizekanzler sind?

Strache: Der Kosovo ist zweifelsohne ein Teil Serbiens. Wir haben die Anerkennung des Kosovo seitens Österreichs scharf kritisiert, dies (die Anerkennung, Anm.) ist nun eine Tatsache und kann nicht mehr geändert werden.

Sind Sie der Ansicht, dass die Serben im Norden des Kosovo das Recht auf Selbstbestimmung haben, bzw. einen Autonomiestatus nach dem Beispiel Südtirols erhalten sollen? Prishtina ist solchen Ideen auf jeden Fall abgeneigt.

Strache: Ein solches Recht auf Selbstbestimmung oder Autonomie wäre auf jeden Fall wünschenswert. Dafür sind, leider, auf jeden Fall lange und komplizierte Verhandlungen notwendig. Ich habe das Gefühl, dass Prishtina in dieser Frage sehr rücksichtlos ist.

Ist im Rahmen des Brüsseler Dialogs zwischen Belgrad und Prishtina ein Kompromiss über die Lösung des Kosovo-Problems möglich, wenn die Albaner, von ihren westlichen Mentoren unterstützt, kein Zugeständnis machen wollen?

Strache: Ich hoffe, dass ein solcher Kompromiss möglich ist.

Sie unterhalten gute Beziehungen zu Milorad Dodik und erachten, dass die Republika Srpska das Recht auf Unabhängigkeit hat. Von der Opposition wurden Sie kritisiert, weil Sie eine Auszeichnung der Republika Srpska angenommen haben. Sind Sie weiterhin der Meinung, dass Bosnien-Herzegowina ein funktionsunfähiger Staat ist, und was schlagen Sie vor?

Strache: Natürlich muss man da mit Vernunft vorgehen. Doch die Rechte der Serben in der Republika Srpska müssen auf jeden Fall verteidigt werden.

Wie kommentieren Sie die an die (bosnischen, Anm.) Kroaten gerichtete Aussage von Bakir Izetbegovic (bosniakisches Präsidiumsmitglied, Anm.), dass sie eine dritte Entität in Bosnien-Herzegowina nicht ohne Krieg gewinnen können?

Strache: Ich erachte, dass es schrecklich ist, wenn jemand im 21. Jahrhundert in Europa über den Krieg redet. Eine solche Rhetorik kommt niemandem zugute.” —  Quelle: Artikel: Kosovo als “Teil Serbien”: Wirbel um Strache-Aussage; in: Tiroler Tageszeitung,11.02.2018 –  URL http://www.tt.com/politik/europapolitik/14002038-91/kosovo-als-teil-serbiens-wirbel-um-strache-aussage.csp

Ich finde, daß dieser Artikel ein wunderbares Beispiel für TEILWEISE VERKÜRZUNG einer ORIGINALAUSSAGE ist, so daß der ahnungslose westeuropäische Zufallsleser nicht mehr erkennen kann, daß hier das Kosovo-Problem “eingebunden” war in eine Analyse einer KRIEGSGEFAHR in Bosnien-Herzegowina. Falls es also eine “europäische Friedensordnung für den Balkan gibt, wie angeblich von Brüssel aus behauptet worden ist als Reaktion und Kritik auf dieses Intervierw, dann würde ich schon vermuten, daß wir UNTERSCHEIDEN müssen zwischen einer westeuropäischen RHETORIK von PARTEIISCHER SEITE und deren möglichen oder unmöglichen Beziehungen zu HARDCORE-REALITÄT im ehemaligen Jugoslawien – und anderswo in Osteuropa.

Im übrigen ist westeuropäische Rhetorik auf dem Balkan für die MENSCHEN dort ziemlich BELANGLOS, denn Westeuropa und die NATO haben bislang ein KERN-VERSPRECHEN für den SYSTEMWECHSEL vom Tito-Einheitsstaat hin zu einem Operetten-Flickenteppich – oder auch in Rumänien und Ungarn etc.  –  NICHT ERFÜLLT, nämlich die ERWARTUNG auf “materielle BESSERSTELLUNG” oder sogar “Wohlstand”. Überall aus Osteuropa höre ich sprechen: “Die FREIHEIT ist eine schöne Sache. Aber die LEBENSUMSTÄNDE des ALLTAGS funktionieren heute auf einem technologischen Level der schon vor 70 Jahren VERALTET war!” Man beachte bitte: Ich habe NICHT gesagt, daß in Teilen Osteuropas das Leben auf den Level einer PRIMITIVEN SUBSISTENZWIRTSCHAFT und SELBSTVERSORGUNG “abgerutscht” ist.

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