Die Muttergottes im Nachthemd von Amsterdam und die Irrlehre von der “Miterlöserin”

Inhalt:

Erstens: EINLEITUNG. Zwei TOTAL “harmlose” NEUE “Andachtsbildchen”, a) Maria im Nachthemd und b) Jesus mit Schlafzimmerblick

ZWEITENS: ABLEHNUNG des DOGMATISCHEN Titels “Mit-Erlöserin” : Maria steht nicht VOR dem Kreuz, sondern “unter dem Kreuz” und WENN Maria “auf der Weltkugel” steht, dann steht sie nicht einfach “blöd rum”, sondern ZERTRITT DER SCHLANGE DEN KOPF

 DRITTENS: DOKUMENTATION DER VERBOTSGESCHICHTE der sogenannten “Verehrung” der sogenannten “Frau aller Völker” aus Amsterdam

VIERTENS: Ergebnis, Schluss, Ausblick und Studienhinweise

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Erstens: EINLEITUNG. Zwei TOTAL “harmlose” NEUE “Andachtsbildchen”, a) Maria im Nachthemd und b) Jesus mit Schlafzimmerblick

Kürzlich besuchte ich eine Anbetungskirche (wo das Allerheiligste Altarssakrament ausgesetzt ist) in der Obhut der neuen Ordensgründung der “Familie Mariens”, wo man es für ein “umwerfend spannendes Experiment” hält, Männer und Frauen in EINEM KLOSTER leben zu lassen, und zwar EHELOS – oder, wie der lebenskluge BAUER hier vielleicht warnen würde, “so ehelos wie möglich” …  Frohgemut trat ich also in den Kirchenraum – und PRALLTE UNWILLKÜRLICH zurück, denn da hatten sie VOR einen Jugendstil-Christus ein NEUES BILD eines “Barmherzigkeits-Christus” gestellt und VOR eine wunderbare spätbarocke  Rokoko-Madonna mit Faltenwurf und allem weiblichen Pipapo – oder einer Jugendstil-Kopie davon – das NEUE BILD der “Frau aller Völker”, die in AMSTERDAM angeblich  “geoffenbart” worden ist.

Es wird ausgesprochen nützlich sein, sich beide NEUEN IKONOGRAPHISCHEN “Experimente” einmal SELBST anzuschauen und deshalb also erstmal zwei kleine Bildchen.

Maria-AmsterdamVrouwe van alle Volkeren – Frau aller Völker – Amsterdam – Privatoffenbarungen der Ida Peeredeman 1945-1959  – siehe KathPedia URL http://www.kathpedia.com/index.php?title=Frau_aller_V%C3%B6lker

Und jetzt der angebliche “Sohn” der vorgenannten  “Frau aller Völker”, nämlich Jesus Christus als neuartiger Typ eines “Barmherzigkeits-Christus” mit Schlafzimmerblick (aber sehr erstaunlicherweise OHNE WUNDMALE an Händen und Füssen: IST DAS ÜBERHAUPT IKONOGRAPHISCH EINWANDFREI der GEKREUZIGTE JESUS CHRISTUS – oder ist das JEMAND ANDERES??!!)

Christus-Barmherziger“Barmherzigkeits-Christus”? aus dem Umfeld der Werbekampagnen für die Privatoffenbarungen einer NEUEN MUTTERGOTTES als  “Frau aller Völker, Amsterdam, 1945-1959

Nun kommt die SPANNENDE Frage im fortgeschrittenen Kunstunterricht der gymnasialen Oberstufe: WAS WOLLEN UNS DIESE NEUEN BILDER SAGEN?

Ja, seit wann, können denn Bilder sprechen?

Also, langsam mit die jungen Pferde: Ich selbst – rein persönlich – “sehe” hier zwei Personen, die “irgendwie” mit der Morgentoilette VIELLEICHT nicht ganz fertig geworden sind: Die Mutter zum Beispiel ist, so könnte man eventuell meinen, noch im Nachthemd und/oder hat vielleicht vergessen, wenn wir hier nicht die BLUTLEERE BLÄSSE falsch deuten, genug “Rouge aufzulegen” und ob der Sohn dieser Mutter mit seinem Pop-Star-Schlafzimmerblick – und OHNE WUNDMALE des auferstandenen Gekreuzigten!!! – die richtige Arbeitskleidung für den “knallharten Aussendienst im Reiche Gottes” erwischt hat, könnte zumindest fraglich sein.

Nun verhält es sich bekanntlich so, daß die KUNST FREI ist und daß man im Ernst nicht über künstlerischen GESCHMACK diskutieren kann, weil eben Geschmäcker so verschieden sein können, daß sich Diskussion einfach nicht lohnt. Man könnte also allerhöchstens leicht indigniert und so fürnehm wie möglich das Näslein rümpfend  anmerken: DASS GOTT ERBARM! DAS SOLL JETZT KATHOLISCHE RELIGIÖSE Kunst der Malerei  SEIN? Ach, wenn  Giotto, Fra Angelico, Michelangelo, Caravaggio, Tizian, El Greco und all die anderen DAS wüssten, sie täten sich im Grabe umdrehen!

Rein kunstgeschichtliche GESCHMACKSVERIRRUNG im gerade gottlob überstandenen  20. Jahrhundert ist nun allerdings EINE Sache. Eine GANZ ANDERE Sache ist, wenn man SCHOCKARTIG plötzlich feststellt, WELCHE NEUEN FORDERUNGEN wegen dieser beiden FRÖMMELNDEN “Andachtsbildchen” vorgetragen und  propagiert werden – und wir lesen eingiermassen konsterneirt in KathPedia. URL http://www.kathpedia.com/index.php?title=Frau_aller_V%C3%B6lker#Bitte_um_das_marianische_Dogma :

Bitte um das marianische Dogma – Kardinal Bernardino Echeverría Ruiz, Erzbischof von Guayaquil (Quito), schrieb am Rosenkranzfest dem 7. Oktober 1996, an Papst Johannes Paul II. einen Brief, indem er den Heiligen Vater mitteilt, dass er mit 39 Kardinalsbrüdern, 366 Erzbischöfen und Bischöfen und vier Millionen Laien bittet, die Möglichkeit in Erwägung zu ziehen, die erhabene Sendung Mariens als Miterlöserin, Mittlerin aller Gnade und Fürsprecherin für das Gottesvolk feierlich zu verkünden – in Huldigung der Mutter des Erlösers durch das Gottesvolk, da wir uns dem Ende des Zweiten Jahrtausends der Erlösung nähern (aus: Werk von P. Sigl [vgl. Literatur] 44. Unterschriften von Kardinälen).”

 Man begreift unmittelbar: HIER HÖRT JEDER KÜNSTLERISCHE SPASS AUF und hier wird es TODERNST, denn sie WOLLEN DEN CHRISTKATHOLISCHEN GLAUBEN VERÄNDERN – und uns womöglich EINEN ANDEREN GOTT AUFSCHWATZEN!

Wir wundern uns deshalb KEINESWEGS, daß sich dazu eine Stellungnahme “finden ließ”, die von Papst Benedikt XVI stammen könnte. Es soll auch eine kurze und sinnähnliche ABLEHNUNG der “Amsterdamer Ideen” sich finden in dem Buch:  GOTT und die WELT, Josef Ratzinger im Gespräch mit Peter Seewald, München: Knaur 2002.

DOGMATISCH scheint also bei allen “Vertretern der mystischen nüchternen Trunkenheit”, die noch etwas SCHOLASTIK gelernt haben, FAST ZWEIFELSFREI KLAR zu sein, daß SOLANGE PAPST BENEDIKT XVI. noch da ist, eine DOGMATISIERUNG einer – krankhaft blassen – Muttergottes Maria – “im Nachthemd” –  in einer HÄRETISCHEN FUNKTION als “Miterlöserin”/Co-Redemtrix  KATEGORISCH AUSGESCHLOSSEN BLEIBT.

Dies ändert freilich nichts daran, daß sich die “Amsterdamer Propagandisten” und neuerdings die sogenannte “Ordensgemeinschaft” der “Familie Mariens” unter dem  (slowakischen) Bischof Hnilica, der den Immobilienkomplex der “Seherin von Amsterdam” – nach deren Tod – um 2002  GEKAUFT haben soll (!!!) und HUNDERTE Kirchenobere und MILLIONEN “geist-getriebener” angeblicher Katholiken sich NICHT AN  DAS LEHRAMT in Rom halten  und sogar in OFFENEM UNGEHORSAM ganz aktuell “Gebetstage der Frau aller Völker” abhalten, deren Verehrung  BISLANG VERBOTEN WAR. (Aus der Formulierung “Die Frau aller Völker, die EINST MARIA war” hat man nämlich in Rom gezweifelt, OB ES SICH HIER ÜBERHAUPT UM DIE CHRISTLICHE MUTTERGOTTES UND GOTTESGEBÄRERIN HANDELT!!!) Ich bin also gezwungen aus dem Blog “Christliches Forum” zu DOKUMENTIEREN, welches die KIRCHENAMTLICHE EINSCHÄTZUNG bislang war, so daß klar wird, daß alle, die ohne diese “amtliche Einschätzung” auskommen zu können meinen, die GEMEINSCHAFT DER ALLGEMEINEN und KATHOLISCHEN  KIRCHE BEREITS VERLASSEN HABEN.

Ich weise auch auf folgende Quelle hin, die online verfügbar ist: Alles, Hildegard: Amsterdam – die Erscheinung der Frau aller Völker an Ida Peerdeman, in: Zeitschrift “Theologisches”, 4(2005), S.411-434 – URL https://gloria.tv/?media=24933&language=oe7Kk4CL1hUDieser Artikel betont: Im Jahre 1987 hat Kardinal Ratzinger das VERBOT der  Verehrung der sogenannten “Erscheinungen von Amsterdam” BESTÄTIGT  und BEKRÄFTIGT, daß  alle weiteren Werbe-Aktivitäten “in dieser Sache”  UNTERSAGT bleiben.  Dies hat aber den aktuellen  gegenwärtigen Bischof von Haarlem nicht beeindruckt, der im Jahre 2002 AUF EIGENE FAUST eine “Übernatürlichkeits-Feststellung” – so eine Art “Echtheitszertifikat” –  dekretierte, die NICHT vom Hl. Offizium in Rom autorisiert war, die auch gar nicht autorisiert sein konnte, WEIL in dem Fall “Unsere Liebe Frau im Nachthemd von Amsterdam” ALLE AKTIVITÄTEN UNTERSAGT sind. Der Hildegard-Alles-Artikel URL https://gloria.tv/?media=24933&language=oe7Kk4CL1hU gibt auch eine historische Erklärung, warum die sogenannte “Familie Mariens” in diese SEHR UNRÜHMLICHEN MACHENSCHAFTEN verstrickt ist: Es ist der LEITER/Gründer  der “Familie Mariens”, der slowakische Bischof Hnilica, (ein Jesuit?),  der um 2002 den IMMOBILIENKOMPLEX der “Seherin von Amsterdam” KAUFTE und dort eines der  HAUPTQUARTIERE seiner NEUGRÜNDUNG einer sogenannten “Familie Mariens” einrichtete, die im übrigen “verbandelt/verknüpft” ist mit der (spanisch dominierten?)  Opus-Dei-Universität “vom Heiligen Kreuz / a Santa Croce”  in Rom.

Weil dem so ist, darf ich ergänzend darauf hinweisen, daß in der byzantinischen Kirche vor ungefähr 1000 Jahren ALLE EXPERIMENTE einer Art “NACHBARSCHAFT von ehelosen Nonnen und Mönchen” –  Suchstichwort sogenannte “Doppelklöster” – KIRCHENRECHTLICH UNTERSAGT WORDEN SIND. Es ist also an sich sogar VERBOTEN, wenn ein Frauenkloster sich in DIREKTER NACHBARSCHAFT eines Männerklosters befinden sollte! Wenn aber “zölibatäre Nonnen und Mönche” sogar IM SELBEN GEBÄUDE zusamemnwohnen, dann muß man wirklich kein Bauer sein, um “schlimmste Versuchungen der “fleischlichen Lust ” zu argwöhnen, denn man kann uns BAUERN ja nicht so leicht was WEISMACHEN von wegen “Männlein und Weiblein”!

Falls ich das sagen darf: Und nun  wollen wir mal sehen und fortfahren, ob es möglich ist, jemanden, der wie ich vor Jahrzehnten kurzeitig auf einer Dominikanerschule war und “Volks-Kurse” bei Jesuiten besucht hat, zu VERÄPPELN! Und “Start” und “Los”!

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ZWEITENS: ABLEHNUNG des DOGMATISCHEN Titels “Mit-Erlöserin” : Maria steht nicht VOR dem Kreuz, sondern “unter dem Kreuz” und WENN Maria “auf der Weltkugel” steht, dann steht sie nicht einfach “blöd rum”, sondern ZERTRITT DER SCHLANGE DEN KOPF

Obwohl es jeder Anfänger eigentlich gelernt haben  sollte, ist die Kunst des richtigen Zitierens und der ordnungsgemässen Quellennachweise  im Lande der REIHENWEISE FALSCHEN DOKTOREN  im Aussterben begriffen, so daß ich auch nach längerer SUCHEREI im Internet, die ORIGINALQUELLE der folgenden angeblichen Aussagen von Papst Benedikt XVI., die eventuell noch aus seiner Zeit als Kardinal Ratzinger stammen, NICHT VERIFIZIEREN konnte. Allerdings habe ich schon den EINDRUCK aus meiner Leseerfahrung, daß die AUSDRUCKSWEISE und auch die SPRACHHALTUNG in der Tat von Papst Benedikt XVI. stammen könnten. Ausserdem habe ich ein Zitat von Papst Benedikt gesehen aus dem Buch “Gott und die Welt. Peter Seewald und Papst Benedikt XVI im Gespräch”, München: Knaur  pbk 2002, wo SEHR kurz und SIENNENTSPRECHEND die hier aus einer nicht-verifizirbaren Quelle vorgetrage Position indirekt bestätigt wird.

Unglücklicherweise ist der FUNDORT der folgenden Zitate ebenfalls  etwas fragwürdig, denn es handelt sich um ein Blog “Christliches Forum”, hinter dem aber ein “Christoforus-Werk” aus Münster steckt, hinter dem eine evangelisch-katholische PRIVATGRUPPE eines gewissen verstorbenen – konfessionellen – Jugendbuchautors  Günter Stiff (1916-2002) aus dem Jahre 1971 steckt, siehe auch Artikel “Günter Stiff” in KathPedia, URL http://www.kathpedia.com/index.php?title=G%C3%BCnter_Stiff  Wahrscheinlich wird auch nicht jeder in Begeisterungsstürme ausbrechen, wenn man im Blog “Christliches Forum” auf die CDU Bundestagsabgeordnete und rührige Vertreterin  des Vertriebenen-Verbandes, Frau Erika Steinbach, stößt.

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Und damit sind wir so weit, daß ich ein KOPMPLETTES DOKUMENT in EINWANDFREIER ZITATIONSWEISE  bringen kann  aus:

Küble, Felizitas: Papst Benedikt: Der Titel “Miterlöserin” verdunkelt den wesentlichen Vorrang Christi, 2012, in: Blog „Christliches Forum”, Impressum: Christoferuswerk, Münster, URL https://charismatismus.wordpress.com/2012/02/11/papst-titel-miterloserin-fur-maria-verdunkelt-den-wesentlichen-vorrang-christi/

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DOKUMENTANFANG/ZITATANFANG “In einigen erscheinungsbewegten Kreisen wird vermehrt dafür geworben, daß die Kirche bzw. der Papst ein neues marianisches Dogma verkünden solle, nämlich den Titel “Miterlöserin” (Co-Redemptrix) für die Gottesmutter.

Manche fügen zwei weitere Ehrenbezeichnungen hinzu, nämlich “Fürsprecherin und Mittlerin“, weil dies in den innerkirchlich umstrittenen”Marienerscheinungen” von Amsterdam gefordert wurde.

(Wobei das Vertrauen auf die Fürsprache Marias ohnehin seit jeher zur kirchlichen Verkündigung, Liturgie und Volksfrömmigkeit gehört, also unstrittig ist. Auch der Titel “Mittlerin”  ist  –  in recht verstandener Weise  –  in Gebet und Theologie nichts Außergewöhnliches.)

In den angeblichen “Botschaften” von Marpingen im Saarland wurde das Dogma “Maria Miterlöserin” ebenfalls gewünscht; zudem von der selbsternannten “Seherin” Anne aus Gütersloh (sog. “Anne-Botschaften”): dort soll Christus selbst dies in einer Vision zugunsten seiner Mutter verlangt haben.   –  Bei den “Marienerscheinungen” von San Damiano wurde ebenfalls die kirchliche Verkündigung der “Miterlöserin” gefordert. (Diese drei Privatoffenbarungen sind alle kirchlich nicht anerkannt.)

Am bekannsten ist der energische Wunsch nach diesem Dogma  jedoch im Zusammenhang mit den sog. Amsterdamer “Botschaften“:

Am 15. April 1951 soll sich die “Madonna”, die dort als “Frau aller Völker, die einst (!) Maria war” erscheint, vor das Kreuz gestellt und der “Seherin” Ida Peerdemann das Folgende gesagt haben:

„Der Sohn kam in die Welt als der Erlöser der Menschen. Das Erlösungswerk war das Kreuz. Er war vom Vater gesandt. Nun aber will der Vater und der Sohn die Frau in die ganze Welt senden. Sie ist ja dem Sohn auch früher vorausgegangen und gefolgt. Darum stehe ich jetzt auf der Welt, auf der Erdkugel. Das Kreuz steht dort fest verankert, eingepflanzt. Nun stellt sich die Frau davor als die Mutter des Sohnes, die mit Ihm dieses Erlösungswerk vollbracht hat. Dieses Bild spricht eine deutliche Sprache und soll jetzt schon in die Welt gebracht werden, weil die Welt das Kreuz wieder braucht. Die Frau aber steht als die Miterlöserin und Fürsprecherin vor dem Kreuz.“

Hierzu wollen wir gern zwei Punkte klarstellen:

1. Christus ist prä-existent: als Sohn Gottes existiert er vor aller Zeit (vor seiner Menschwerdung): “Ehe Abraham ward, bin ich”, sagte Jesus von sich selbst. ER ist die zweite Person der dreieinigen Gottheit. Daher ist ihm “die Frau” keineswegs “vorausgegangen”, denn Maria ist ein Geschöpf, entstanden in der Zeit;  Christus hingegen ist Gott selbst, geboren aus dem Vater vor aller Zeit.

2. Das Bild einer Madonna, die sich vor das Kreuz stellt, weil sie angeblich “mit ihm” (Christus) dieses “Erlösungswerk vollbracht” habe, ist theologisch abwegig und widerspricht sowohl der Form wie dem Inhalt nach der Heiligen Schrift, die uns berichtet, daß Maria unter dem Kreuze stand, als ihr göttlicher Sohn, der einzige Erlöser des Menschengeschlechtes, sich für das Heil der Welt hingab.

Die Vorstellung einer direkten und eigentlichen “Miterlöserschaft” der Madonna gehört nicht zur überlieferten kirchlichen Mariologie; selbst der Ausdruck “Miterlöserin” war bis ins hohe Mittelalter unbekannt; er ist erst in der frühen Neuzeit stärker zum Vorschein gekommen.  

Im Hoch- und Spätmittelalter wurde die Gottesmutter vor allem als Fürsprecherin, Beistand und Hilfe der Christen verehrt, zudem als “Schutzmantel-Madonna”  und oft als Mitleidende, als “Schmerzensmutter”  unter dem Kreuz oder vor der Grablegung: erinnern wir uns an die zahlreichen Pieta-Darstellungen in Kirchen und Kapellen, die Maria mit ihrem verstorbenen Sohn auf ihrem Schoß zeigen.

Der große Franziskaner-Theologe Bonaventura bezeichnete die Gottesmutter gerne als Advokatin  bzw. als “Anwältin des Menschengeschlechtes”.

Dem Titel “Miterlöserin” fehlt die Beheimatung in der kirchlichen Tradition, also die Kontinuität, die Beständigkeit in der Lehrverkündigung, ganz zu schweigen von einem Vorhandensein in der apostolischen Überlieferung oder wenigstens im Frühchristentum (Kirchenväterzeit, Spätantike).

Ein solches Eingebettetsein ist aber für eine Dogmatisierung nicht nur wünschenswert, sondern unerläßlich. Ohne eine nachweisbare Überlieferung bis in die Frühzeit der Kirche führt kein Weg zu einem Dogma.

Selbst für das allgemeine katholische Glaubensgut gilt das bekannte Prinzip, das der spätantike Kirchenlehrer Vinzenz von Lerin aufstellte: “Katholisch ist das, was immer, was überall und was von allen geglaubt wurde.”   – “Katholisch” bedeutet schon rein sprachlich betrachtet soviel wie “allumfassend”.

Angesichts dieses “Traditions-Befundes” kann es demzufolge kaum jemals zu einem Dogma “Maria Miterlöserin” kommen.

Noch Mitte des 18. Jahrhunderts untersagte das Hl. Offizium (Vorläufer der vatikanischen Glaubenskongregation) ausdrücklich den Ausdruck “Miterlöserin des Menschengeschlechtes” bei der Zensur einer Franziskaner-Schrift. Danach war dieser Titel zwar erlaubt, er gehört aber bis heute nicht zur amtlichen kirchlichen Verkündigung.

Es gibt freilich durchaus eine “un-eigentliche” Miterlöserschaft der Madonna hinsichtlich ihrer einzigartigen Mitwirkung am göttlichen Erlösungswerk, beginnend von der übernatürlichen Empfängnis des HERRN bis hin zu Marias Treue unter dem Kreuz; deshalb ist die selige Jungfrau zugleich das ideale Vorbild und Urbild der Kirche  – und die geistliche Mutter der Christgläubigen.

Im KKK (Katechismus der Kath. Kirche) heißt es unter Nr. 967, daß Maria dem Erlösungswerk ihres Sohnes “voll und ganz zustimmte”; dadurch sei sie das “Vorbild des Glaubens und der Liebe” geworden und damit “das Urbild der Kirche”.

Klar ist also in der katholischen Verkündigung, daß Maria  auf geschöpflicher Ebene  aktiv mitwirken durfte am Heilswerk des Ewigen  – freilich in völliger Abhängigkeit von Christus und ermöglicht durch die Gnade Gottes selbst; insofern ist die Gottesmutter zweifellos die vorzüglichste  “Mithelferin” und “Mitarbeiterin” unseres göttlichen Erlösers.

Maria ist nun freilich selbst eine Erlöste; sie ist aufgrund ihrer makellosen Empfängnis in einzigartiger Weise die Voraus-Erlöste, Erst-Erlöste und Voll-Erlöste des Neuen Bundes  – sie nimmt unter allen Erlösten also den höchsten Rang ein, doch ändert dies nichts daran, daß auch die Madonna zur erlösungsbedürftigen Menschheit gehört. Dies wird besonders am Dogma von der makellosen Empfängnis deutlich – hier folgt der  Wortlaut des Immaculata-Dogmas:

“Die Lehre, daß die allerseligste Jungfrau Maria im ersten Augenblick ihrer Empfängnis aufgrund einer besonderen Gnade und Auszeichnung des allmächtigen Gottes im Hinblick auf die Verdienste Jesu Christi, des Erlösers der Menschheit, von jedem Makel der Erbsünde bewahrt blieb, ist von Gott geoffenbart und muß deshalb von allen Gläubigen fest und unabänderlich geglaubt werden.”

Die Kirche hat mit diesem Dogma verdeutlicht, daß die Auszeichnung der makellosen Empfängnis ein besonderer Akt der “Gnade” Gottes ist, der im Hinblick auf die “Verdienste Christi” geschah, welcher der Erlöser des Menschengeschlechtes ist  – vorzüglich der Erlöser Mariens, seiner Mutter.

Die Madonna war sich dieser hohen Begnadigung bewußt, wie die Heilige Schrift bezeugt, denn sie jubelt in ihrem dankbaren Lobgesang, dem Magnificat, über “Gott, meinen Retter“.

Der Ewige ist auch  i h r  Erlöser, ihr Heiland, wobei sie sich als “die Magd des HERRN” versteht und stets auf Christus verweist, so auch bei der Hochzeit zu Kana, als Jesus sein erstes öffentliches Wunder wirkte, indem er Wasser in Wein verwandelte. 

Vorher sprach die Madonna zu den Knechten: “Was ER euch sagt, das tut!”  – Dies ist im Grunde das Leitwort aller kirchlichen Verkündigung: Was Christus euch sagt, das tut!

Der Ausdruck “Miterlöserin” für die Madonna ist weitgehend mißverständlich und stark auslegungsbedürftig  – und er könnte leicht irreführend wirken, als ob mit diesem Titel die einzige Erlöserschaft Christi, des Sohnes Gottes, zumindest indirekt infrage gestellt würde.

Manche kirchlichen Würdenträger oder Theologen sehen das freilich anders: einige vielleicht wegen einer gewissen Anhänglichkeit an die Amsterdamer “Botschaften”, andere eher aufgrund spekulativer theologischer Überlegungen.

(Was die kirchliche Stellung zur Amsterdamer Privatoffenbarung der “Frau aller Völker”  betrifft, so verweisen wir auf unsere folgende Dokumentation)

Zu den Befürwortern des Titels “Miterlöserin” gehört beispielsweise der St. Pöltener Bischof Klaus Küng: Er erklärte am 22.8.2009 in einer Predigt im bekannten Wallfahrtsort Mariazell, die Gottesmutter verdiene mit Recht den Titel “Miterlöserin”.

Papst Benedikt XVI. beurteilt dies allerdings anders. Er würdigt zwar durchaus die wohlmeinenden Intentionen bzw. Absichten vieler Miterlösungs-Anhänger, aber gut gemeint ist eben nicht immer gut gemacht.

In dem im Jahr 2000 erschienenen Buch “Gott und die Welt” (Interview mit Peter Seewald) äußerte sich der damalige Kardinal Joseph Ratzinger im Abschnitt “Von den Dogmen”  wie folgt zum Thema “Maria Miterlöserin” (Taschenbuch-Ausgabe: S. 329 f):

“Die Antwort der Glaubenskongregation darauf lautet, daß das, was damit gemeint ist, in anderen Titeln Marias schon auf bessere Weise ausgesagt ist, während die Formel “Miterlöserin” sich von der Sprache der Schrift und der Väter zu weit entfernt und daher Mißverständnisse hervorruft.

Was ist richtig daran? Nun, richtig ist, daß Christus nicht außerhalb von uns oder neben uns stehenbleibt, sondern mit uns eine tiefe, neue Gemeinschaft bildet. Alles, was sein ist, wird unser, und alles, was unser ist, hat er angenommen, so daß es sein wurde:

Dieser große Austausch ist der eigentliche Inhalt der Erlösung, die Entschränkung des Ich und das Hineinreichen in die Gemeinschaft mit Gott.

Weil Maria die Kirche als solche vorwegnimmt und sozusagen Kirche in Person ist, ist dieses “Mit” in ihr exemplarisch verwirklicht.

Aber über diesem “Mit” darf man nicht das “Zuerst” Christi vergessen. Alles kommt von ihm, wie besonders der Epheser- und der Kolosserbrief sagen; auch Maria ist alles, was sie ist, durch ihn.

Das Wort “Miterlöserin” würde diesen Ursprung verdunkeln. Eine richtige Intention drückt sich in einem falschen Wort aus.

Für die Dinge des Glaubens ist gerade die Kontinuität mit der Sprache der Schrift und der Väter wesentlich; die Sprache ist nicht beliebig manipulierbar.”

Ähnlich sieht es der Präfekt der römischen Kongregation für Selig- und Heiligsprechungen, Erzbischof Angelo Amato:

In einem Interview mit der italienischen Zeitung ‘Avvenire’erklärte der Kurien-Erzbischof im Juli 2008, eine Dogmatisierung der Gottesmutter als “Miterlöserin” sei weder biblisch noch patristisch (von der Lehre der Kirchenväter her gesehen) noch überhaupt theologisch gerechtfertigt.” DOKUMENTENDE, ZITATENDE URL https://charismatismus.wordpress.com/2012/02/11/papst-titel-miterloserin-fur-maria-verdunkelt-den-wesentlichen-vorrang-christi/

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 DRITTENS: DOKUMENTATION DER VERBOTSGESCHICHTE der sogenannten “Verehrung” der sogenannten “Frau aller Völker” aus Amsterdam

Quelle: Küble, Felizitas: Die “Botschaften” von Amsterdam, die Kirche und die „Frau aller Völker“; in: Blog „Christliches Forum”, 2011, URL https://charismatismus.wordpress.com/2011/06/08/die-kirche-und-die-%E2%80%9Efrau-aller-volker%E2%80%9C/ – Impressum: Christoferus Werk Münster

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DOKUMENTANFANG / ZITATANFANG: ” Manche Katholiken betonen, daß die „Erscheinungen von Amsterdam“ kirchlich anerkannt seien, weil der gegenwärtige Ortsbischof von Haarlem diese befürwortet.

Dabei wird übersehen, daß diese angebliche „Privatoffenbarung“ jahrzehntelang nicht „nur“ vom zuständigen niederländischen Diözesanbischof, sondern mehrfach vom Hl. Offizium (der Vorgängerin der Glaubenskongregation) sowie von den Kardinälen Seper und Ratzinger in ihrem Amt als Präfekten der Glaubenskongregation offiziell abgelehnt wurden.

Hier folgen die einzelnen amtlichen Schritte:

Am 25.6.1955 erklärte die diözesane (vom Ortsbischof beauftragte) Untersuchungskommission einstimmig zu „Amsterdam“:

Die Botschaften kommen nicht vom Himmel. Auf solche Weise hat die heilige Jungfrau sich noch nie offenbart. Wir erkennen daher, daß diese Botschaften lediglich einen natürlichen Ursprung haben.“

Am 7.5.1956 erinnerte Bischof Huibers erneut an das Urteil der Kommission und fügte hinzu: „Die öffentliche Verehrung des Bildnisses der „Frau aller Völker“ ist nicht erlaubt.“

Nachdem die Propaganda für „Amsterdam“ weiterging, wandte sich Bischof Huibers hilfesuchend an das Hl. Offizium in Rom. Dieses erklärte sodann nach längerer Prüfung am 6.4.1957, daß der Bischof von Haarlem „sehr weise und vernünftig“ vorgegangen sei.

Der Vatikan stellte überdies fest, daß „Schriften und Broschüren über diese Sache keine kirchliche Genehmigung erhalten können“.

Doch die Anhänger von „Amsterdam“ gaben nicht auf und veröffentlichten Bücher über dies Phänomen ohne kirchliche Erlaubnis. Zudem verlangten sie eine erneute Untersuchungskommission. Im Auftrag des Papstes erklärte das Hl. Offizium am 25.8.1961, daß das „Nein“ des Vatikans endgültig sei:

Das Hl. Offizium sieht keine Veranlassung, seine nach reiflicher Überlegung erlangte Entscheidung zurückzuziehen; sie betrachtet die ganze Frage als abgeschlossen. Der Oberste Hirte bittet daher die verehrten Professoren darum, Abstand von einer neuerlichen Untersuchung zu nehmen, da es sich – unter Einbeziehung der vollen Kenntnis der Fakten – um eine Verfügung des Hl. Stuhls handelt.“

Am 25.5.1974 erklärte die Glaubenskongregation angesichts der anhaltenden Werbung der Amsterdam-Anhängerschaft:

Als Folge weiterer Entwicklungen undnach einer neuen und gründlicheren Prüfung des Falles befestigt die Glaubenskongregation mit dieser Notifikation das bereits von kompetenten kirchlichen Autoritäten ausgesprochene Urteil und fordert Priester und Laien auf, alle Formen von Propaganda für die angeblichen Erscheinungen und Botschaften derFrau aller Völker“ einzustellen.“

Diese amtliche Notifikation wurde von Kardinal Joseph Ratzinger am 2.4.1987 erneut bestätigt, indem er die „Botschaften“ der sog. „Frau aller Völker“ verurteilte und sowohl ihre Verehrung wie auch das „Gebet“ bzw. die Anrufung zur „Frau aller Völker“ untersagte.

Ausführlichere Infos dazu in der Zeitschrift „Theologisches“ (Nr. 4/2005); hier gibts diesen fundierten Artikel von Hildegard Alles online: http://de.gloria.tv/?media=24933 DKOMENTENDE/ZITATENDE – URL https://charismatismus.wordpress.com/2011/06/08/die-kirche-und-die-%E2%80%9Efrau-aller-volker%E2%80%9C/

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Ich ergänze den gegebenen Quellenhinweis wie folgt:

Alles, Hildegard: Amsterdam – die Erscheinung der Frau aller Völker an Ida Peerdeman, in: Zeitschrift “Theologisches”, 4(2005), S.411-434 – URL https://gloria.tv/?media=24933&language=oe7Kk4CL1hU –  Dieser Artikel betont: Im Jahre 1987 hat Kardinal Ratzinger das VERBOT der  Verehrung der sogenannten “Erscheinungen von Amsterdam” bekräftigt  und bestätigt, daß alle weiteren (Werbe-)Aktivitäten UNTERSAGT bleiben. Dies hat aber den aktuellen  gegenwärtigen Bischof von Haarlem nicht beeindruckt, der im Jahe 2002 AUF EIGENE FAUST eine “Übernatürlichkeits-Feststellung” dekretierte, nachdem im Jahre 1996 völlig überraschend auf einem NEBENKRIEGSSCHAUPLATZ eine – regionale? – Titelbestätigung einer “Frau aller Völker” manipulativ durchgedruückt worden war (Tod der angeblichen “Seherin von Amsterdam” 1996), die NICHT vom Hl. Offizium in Rom autorisiert war, die auch gar nicht autorisiert sein konnte, WEIL in dem Fall ALLE AKTIVITÄTEN UNTERSAGT sind. Es ist natürlich auch VÖLLIG UNVERDÄCHTIG, daß der slowakische Bischof Hnilica ungefähr 2002 oder so den GEBÄUDEKOMPLEX der “Seherin von Amsterdam” GEKAUFT hat und dort eines der  Hauptquartiere seiner NEUEN sogenannten “Familie Mariens” eingerichtet hat, die ungefähr feststellbar ab 2010 oder so “Internationale Gebetstage der Frau aller Völker” veranstaltet, die VIELE, VIELE VERFÜHREN.

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VIERTENS: Ergebnis, Schluss, Ausblick und Studienhinweise

Ergebnis 1: Die “Frau aller Völker” und “Maria im Nachthemd” aus Amsterdam ist für KATHOLIKEN VERBOTEN – und ihr (dogmatischer)  “angestrebter Titel” einer “Mit-Erlöserin” sogar HÄRETISCH.

Ergebnis 2: Die Neugründung der “Familie Mariens” des slowakischen Bischofs Hnilica, (Jesuit?), , wo ehelose Nonnen und Mönche in EINEM GEBÄUDE wohnen widersprich zuerst JEDER GEWÖHNLICHEN LANDWIRTSCHAFTLICHEN ERFAHRUNG – ich bin teilausgebildeter BAUER! –  und dann insbesondere den KIRCHENFRECHTLICHEN VERBOTEN bezüglich sogenannter “Doppelklöster” der Ost-Kirche. Daß es in der West-Kirche noch nicht zu “ausdrücklichen Stellungnahmen” bezüglich der sogeannten “Ordensgemeinschaft” der sogenannten “Familie Mariens” gekommen ist, könnte damit zusammenhängen, daß noch niemand eine VERTIEFTE UNTERSUCHUNG für wichtig genug gehalten hat. Gäbe es eine offizielle Untersuchung, dann wäre fraglich, ob es möglich ist, ABWEICHUNGEN VOM GEWÖHNLICHEN KIRCHENRECHT über die KLAUSURIERUNG von ZÖLIBATÄREN verschiedenen Geschlechtes unter Hinweis auf “das Wehen des Heiligen Geistes” womöglich ausser Kraft zu setzen!

Schluss 1 : “Geistgetriebene” und “wundergläubige” PRIVATOFFENBARUNGEN haben SCHON OFT in der Kirchengeschichte PROBLEME gemacht. Sie können jedoch meistens mit etwas SCHOLASTISCHER NÜCHTERNHEIT erkannt und meist auch “stillgelegt” oder “aussortiert” werden. Als Fundamentalmissverständnis bennenne ich ULTRAKURZ : “Wunder” und PARAPSYCHOLOGISCHE BEFINDLICHKEITEN (besonders bei Männern)  und HYSTERISCHE ZUSTÄNDE DES WEIBLICHEN GESCHLECHTS sind NICHT die METAPHYSISCHEN GRUNDLAGEN DES CHRISTKATHOLSICHEN Glaubens, weder in seiner weströmischen noch in seiner oströmischen Tradition.  Jedoch wäre zuzugeben, daß BEI VERLUST einer “durchschnittlich-soliden” (und “mental-gesunden”)  RELIGIÖSEN BREITENBILDUNG die Ausbreitung SEKTIERERISCHER PSYCHOPATHOLOGIEN durchaus nicht ausgeschlossen werden kann. Das ist durchaus nicht spassig gemeint: Wenn ich sehe und höre, was heutige Firmlinge für “katholische Glaubenslehre” halten, dann wundere ich mich oft ehrlich, wie man verantworten kann, daß OHNE AUSREICHENDES GLAUBENSWISSEN das Sakrament der Firmung überhaupt erteilt wird.

Schluss 2: Im vorliegenden Einzelfall der “Frau aller Völker”, der “Maria im Nachthemd” aus Amsterdam,  mit dem HÄRETISCHEN Titel “Miterlöserin” haben wir alle Papst Benedikt XVI. zu DANKEN, daß er uns VOR DIESEM – leicht volksverdummenden –  BLÖDSINN BEWAHRT hat. Es ist klar, daß ich nach dieser Recherche und Stellungsnahme, um das sogenannte “Kloster”  der “Familie Mariens” in Neuss einen GROSSEN BOGEN machen werde, denn dieses sogenannte “Experiment” trägt den Keim von Skandal und Untergang in sich.

Schluss 3: Wenn wir aber überlegen, was mich BEWAHRT hat, auf diese BAUERNFÄNGEREI hereinzufallen, dann war es NICHT die hochmögende – und nachträgliche –  theologische Analyse oder  das Studium der Kirchengeschichte oder meine kurzzeitige Ausbildung bei Dominikanern und Jesuiten DER ALTEN SCHULE, sondern meine EIGENSCHAFT ALS BAUER, der EINFACH NICHT GLAUBT, daß es sehr lange gut gehen kann, wenn Männlein und Weiblein EHELOS unter EINEM DACH leben sollen. Aber noch viel mehr hat mich GESCHÜTZT, daß ich STUTZIG wurde, als mir meine GANZ NORMALEN KATHOLISCHEN HEILIGENFIGUREN und Andachtsbildchen  mit einemal VERDECKT werden sollten mit BILDLICHEN MACHWERKEN, deren MANGELHAFTE  künstlerische QUALITÄT jeden SOFORT ABSTOSSEN MUSS, der durch die JAHRUNDERTE mit MEISTERWERKEN der grossen katholischen Maler BESSERES GEWOHNT gewesen ist!

Studienhinweise:

Hutten, Kurt: Seher, Grübler, Enthusiasten. Das Buch der traditionellen Sekten und religiösen Sonderbewegungen, Stuttgart: Quell-Verlag  1.Aufl. 1950, vollständig revidierte und verbesserte 12. Auflage  1982 (vorglegt von offizieller protestantisch-evangelischer Seite)

Suchstichworte: Katholische Sektenkunde – (allgemeine) Konfessionskunde

Huxley, Aldous: Die Teufel von Loudon (ein historischer Fall von sogernannter “Besessenheit” aus Frankreich, um 1632), München: R. Piper 1955; English u.t.: The Devils of Loudon, London: Chatto &  windus 1952 (Diese Quelle ist nicht so sehr im Hinblick auf die ältere katholische Dämonologie interessant, sondern LEHRREICH bezüglich der PSYCHOLOGIE der INTERAKTIONESMÖGLICHKEITEN zwischen den Geschlechtern unter,  sagen wir versuchsweise  diplomatisch, “spirituellem Vorwand”. Oder etwas bissiger gesagt: Was mancher für HÖHERE SPIRITUELLE Phänomene halten mag, KÖNNTEN DURCHAUS auch etwas anderes und auch banales sein.)

Bremond, Henri: L’Inquiétude religieuse. Aubes et lendemains de conversion (1901)  — Bremond, Henri: Histoire littéraire du sentiment religieux en France depuis la fin des guerres de religion jusqu’à nos jours. Millon, Grenoble 2006, ISBN 2-8413-7188-3 (Nachdr. d. Ausg. in 11 Bd. Paris 1916/36; auch online). — Bremond, Henri: La littérature religieuse d’avant-hier et d’aujourd’hui. A propos de la nouvelle collection „La pensée chretiènne“. Bloud, Paris 1908. — Bremond, Henri: Mystik und Poesie („Prière et poésie“, 1926). Herder, Freiburg/B. 1929 — Émile Goichot: Henri Bremond. Histoire du sentiment religieux; genèse et stratégie d’une entreprise littéraire. Editions Ophrys, Paris 1982, ISBN 2-7080-0514-6 (zugl. Dissertation, Universität Paris 1982).

Man kann natürlich auch andere Autoren als Henri Bremond nehmen, aber das war nun mal der Autor, mit dessen deutschen Übersetzungen  ich selbst  dieses Studiengebiet der Frömmigkeitsgeschichte – und ihrer Abhängigkeit von Psychologie –  vor vielen Jahren studierte und  “eroberte”. Falls ich das überhaupt sagen darf: Wir bilden uns ungefähr seit Thomas a Kempis “Nachfolge Christi” (Imitatio Christi?) so schrecklich viel ein auf INDIVIDUELLE PSYCHOLOGISMEN, von welchen mir aber bislang unklar geblieben ist, wie sie mit einer – wahrscheinlich eher “objektiveren” – LITURGISCHEN Auffassung von CHRISTLICHER Religion AUSREICHEND HARMIONISIERT werden könnten! Auch scheint mir – um nur ein Beispiel zu nehmen – die INNENSCHAU einer Thersia von Avila und eines Johannes vom Kreuz durchaus NICHT vergleichbar mit der “spirituellen und sonstigen Innenwelt” der Ida Peerdeman von Amsterdam im 20. Jahrhundert, auch wenn dies natürliche eine ABQUALIFIZIERUNG der letzteren ist! Ich würde auch Theresia von Lisieux oder Mutter Theresia (Albanien/Indien)  NICHT mit Theresia von Avila und Johannes vom Kreuz für vergleichbar halten, selbst dann nicht, wenn wir eine gewisse propagandistische Aufwertung dieser “kleinen Heiligen” für unser eigenes “kleingeistiges Jahrhundert” erlebt haben  – und schon gar nicht vergleichbar den grossen Beispielen der Kirchenväter-Zeit (Um nur ein einziges Beispiel aus dem Umkreis des ehemaligen frühchristlichen Syrien zu nennen: Ephrem der Syrer dürfte für HEUTIGE LESER ohne AUFSCHLIESSENDEN KOMMENTAR wahrscheinlich FAST UNGENIESSBAR sein und bei den Anhängern der “Maria im Nachthemd” aus Amsterdam wahrscheinlich SCHOCK auslösen!! Man könnte sich auch irgendwie gar nicht vorstellen, wie mein zweiter Namenspattron, der hl. Antonius aus Ägypten, heute überhaupt noch irgendwie in UNSERE EIGENE MITTELMÄSSIGKEIT hineinpassen könnte …)

Herbert Thurston; Joseph H Crehan; Clemens Müller – Die körperlichen Begleiterscheinungen der Mystik (Physical phenomena of mysticism, dt.), (Luzern?) Verlag Räber & Cie 1956 (Reihentitel: Grenzfragen d. Psychologie. 2, Hrsg.: J.H. Crehan, S.J.) – Diese Studienquelle erfordert  eine gewisse “realistische Robustheit”, weil dort HISTORISCHE FAKTEN berichtet werden, die fast nirgends sonst erwähnt werden, und die SEHR GEWÖHNUNGSBEDÜRFTIG sind, um mich diplomatisch auszudrücken!

Studienhinweis 2: In einem gewissen Sinne könnte man vielleicht vertreten, daß wir keineswegs überrascht sein sollten über “sektiererische Sonderwege”, denn dies ist als KENNZEICHEN DER sogenannten “eschatologischen Endzeit”  – Vorsicht: Stilmittel des  “Hendiadioin” – VORHERGESAGT. Es bleibt also nur die alte Erkenntnis des Apostels Paulus: PRÜFT DIE GEISTER, woher sie kommen. Thomas von Aquin hätte vielleicht versucht, noch eben schnell auf den Nutzen von DISTINCTIO hinzuweisen!

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AUSBLICK 1:  Habe ich eigentlich schon mal zu Protokoll gegeben, WIE HERZLICH SATT ich diese ganzen “nachkonziliaren Experimente” habe? Aber natürlich gilt: Man kann in der Religion NIEMANDEN ZWINGEN.  Aber das heißt noch lange nicht, daß man  MICH durch NEGATIVEN GRUPPENDRUCK ZWINGEN kann, etwa nicht mehr zui einer LUPENREINEN TRIDENTINISCHEN MESSE mit echtem “Vulgata-Latein” zu gehen, denn ich habe eine durchaus KLASSISCHE Auffassung von dem, was ein “richtiger Sonntag” sein könnte. ! Und ehrlich gesagt: Ich “brauche” das durchaus, nämlich gelegentliche Ausflüge zu den griechisch-katholischen – also mit Rom unierten – Ukrainern und Russen, wo solche EXTRAVAGANZEN wie bei den “Leuten aus Amsterdam” samt deren “Muttergottes im Nachthemd”  überhaupt nicht denkbar wären.

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Ausblick 2: Da gibt es noch etwas SEHR, SEHR UNANGENEHMES, das KEIN GEWESENER SOLDAT akzeptieren kann, nämlich erstens einen LOYALITÄTSKONFLIKT und zweitens einen TRAGISCHEN KONFLIKT. Und was, bitteschön soll denn das jetzt wieder sein??

Nun, wenn man ein bischen herumrecherchiert, dann stellt man ohne grosse Schwierigkeiten fest, daß der emeritierte Kardinal von Köln, Joachim Kardinal Meisner an folgenden Aktivitäten beteiligt war: Er hat in mehreren Fällen der “Familie Mariens”  das Niederlassungsrecht gewährt, er hat in mehreren Fällen Aktivitäten zugelassen von Organisationen, die dem Opus Dei zumindest nahestehen,   zum Beispiel auch in der Grabeskirche eines meiner  Namenspatrone, des hl. Bruno von Köln, des Erzbischofs und Bruders von Kaiser Otto II.,  in St. Pantaleon zu Köln, und er ist   im TV aufgetreten auf sogenannten “Gebetstagen der “Frau aller Völker” oder “Maria im Nachthemd aus Amsterdam”, deren Verbindung zur sogenannten “Familie Mariens” bereits weiter oben beschrieben wurde.

Selbstverständlich kann der emeritierte Kardinal machen was er will, selbstverständlich kann ich, der ich bloß der Sohn einer der vielen sogenannten “Nachkriegs-Hafennutten” bin, wohl kaum ergründen, welche tiefgreifenden Analysen den emeritierten Kardinal zu etwas bewogen haben, daß man, wenn ich hier nicht übertreibe, denn doch wohl als eine POLITISCHE GENERALLINIE bezeichnen muss, die NICHT mit dem VATIKAN übereinstimmt, jedenfalls nicht mit dem OFFIZIELLEN Vatikan.

Und warum, reisse ich dann TROTZDEM das Maul auf? Nun, ich bin VERBLÜFFT, daß es MÖGLICH ist, daß ein KARDINAL der römischen Kirche, der zwar nicht den alten Stuhl des Primas von Deutschland in Salzburg innehatte, aber doch immerhin der WICHTIGSTEN DEUTSCHEN KIRCHENPROVINZ vorstand, sich in einem OFFENKUNDIGEN WIDERSPRUCH zur GLAUBENSKONGREGATION und dann später auch zu deren ehemaligem Leiter, dem heutigen emeritierten Papst Benedikt XVI. steht . SOWAS KANN NÄMLICH EIGENTLICH GAR NICHT SEIN.

Das Problem veranschauliche ich am besten mit einem Beispiel aus dem militärischen Bereich: Wenn nämlich, sagen wir im theoretischen Beispiel, der deutsche Befehlshaber in Afghanistan nicht mit dem NATO-Oberkommando einverstanden sein sollte und STÄNDIG ANWEISUNGEN DES OBERKOMMANDOS NICHT BEACHTET und sogar DIREKTE BEFEHLE nicht befolgt, indem er so ziemlich das GENAUE GEGENTEIL tut, dann würde man zweifelsohne einen solchen General in den Ruhestand verabschieden – oder neu-amerikanisch gesagt: Man würde in einer HIERACHISCHEN KOMMANDO- und BEFEHLSKETTE, die auf GEHORSAM und LOYALITÄT aufgebaut ist, einen solchen General FEUERN!

Jetzt ist also die Frage, was soll der gewöhnliche Alltagskatholik, der, wenn er in einer bestimmte Diözese wohnt, dem installierten Diözesanbischof ja nicht ausweichen kann, TUN? Soll er auf ROM hören oder auf den Kölner Bischof? DARF er die PHILOSOPHISCHE WAHRHEIT einer ARGUMENTATION, die vielfach GEPRÜFT ist, durch seine EIGENE, INDIVIDUELLE und möglicherweise “sehr kleine private Wahrheit” ERSETZEN? Es ist noch VIEL SCHLIMMER: Haben der emeritierte Kardinal, der emeritierte Papst Bendedikt und ich selbst, haben wir drei also NOCH DENSELBEN GLAUBEN, folgen wir DEMSELBEN HERRN UND GOTT Jesus Christus, in REALPRÄSENZ bis heute gegenwärtig, demjenigen vor dessen blossem NAMEN der ganze KOSMOS erzittert, dem Sohn Gottes und dem Sohn der glorreichen Muttergottes Maria, die ÜBER ALLE ANDEREN menschengeborenen Sterblichen erhoben ist, aber TROTZDEM KEINE GÖTTIN ist?

Kurzum, hier haben wir ihn, den GEWISSENSNOTSTAND, den LOYALITÄTSKONFLIKT und den TRAGISCHEN KONFLIKT. WIE SOLL DER KLEINE FUSS-SOLDAT SICH HIER NOCH KORREKT VERHALTEN?

Okay, das Problemchen ist wirklich VERTRACKT und für einen gewesenen Soldaten SO nicht wirklich akzeptabel.

Also VERSUCHEN wir weiter, wie folgt:

ICH WERDE  VOR einen  nach menschlichen Maßstäben UNLÖSBAREN KONFLIKT gestellt, indem ich REIN THEORETISCH einem KARDINAL, der – aus welchen Gründen auch immer, also eventuell  auch aus subjektiv “gutgemeinten” Gründen  –  entweder die Stellungnahmen des VATIKANISCHEN LEHRAMTES NICHT KENNT oder, falls er sie kennt, für PRAKTISCH-POLITISCH  IRRELVANT hält, die sogenannte “befehlsmässige GEFOLGSCHAFT” oder den “religiösen Gehorsam”  VERWEIGERN müsste..  Dies ist umso BEFREMDLICHER, als wir uns erinnern, daß seinerzeit Papst Johannes Paul II., den Kardinal Meissner, AUSDRÜCKLICH den Deutschen “vor die Nase gesetzt” hat, mit der BEGRÜNDUNG, daß dieser Kardinal Erfahrungen mit KOMMUNISMUS hat, woraus man also nach allen Regeln der natürlichen Vernunft folgern sollte, daß intendiert war, daß dieser Kardinal ein BOLLWERK sein sollte. Wir sehen aber NACH diesem Aufsatz, daß, falls der Kardinal Meissner TATSÄCHLICH ein “Bollwerk” gewesen sein sollte, er dennoch “gewisse Hintertürchen GEÖFFNET” hätte, die nicht nur innerhalb der WEST-Kirche als BEDENKLICH einzustufen sind, sondern auch gegenüber der Ostkirche, die dieser Kardinal  praktisch sehr gefördert hat, sagen wir diplomatisch, “doktrinär irritierend” wirken mussten.

Wo ist hier die PRAKTISCH und moralisch-ethisch zu VERANTWORTENDE “Lösung”?

In der scholastischen KASUISTISCHEN Methodik, würde man jetzt wahrscheinlich versuchen, ENTSCHEIDUNGSKRITERIEN zu formulieren und zu finden.

Da wäre zum einen das PERSÖNLICHE GEWISSEN. Da hätten wir einen GELEHRTEN emeritierten Papst, dem man ganz gewisslich zuhören sollte, wenigstens um zu LERNEN, dann hätten wir einen emeritierten Kardinal, der einen VERTEUFELT SCHWEREN Solo-JOB hat, bei dem ihm kaum jemand hilft und dann wäre da noch ich, der völlig bedetungslose Sohn einer dieser vielen “Nachkriegs-Hafennutten”. Unglücklicherweise ist das sogenannte “persönliche Gewissen” ZUMINDEST “umstritten” und manche würden sogar bezweifeln, ob es ein “persönliches Gewissen” überhaupt gibt. Sollte es aber ein “persönliches Gewissen” geben, dann hätten wir als nächstes Problem, wie man denn zu ALLGEMEINEN MORALISCHEN REGELN kommen soll, wenn JEDER sich anschliessend “herausreden könnte” mit seinem “persönlichen Gewissen”? Und das ist leider eine HISTORISCH wenig spassige Sache: Wir haben ja gerade eben im 20. Jahrhudnert gesehen, wohin man mit GEWISSENLOSIGKEIT gelangt, wenn man zum Beispiel sich “ständig AUSNAHMEN” nimmt von den sogenannten “10 mosaischen Geboten”!

Die “10 Gebote” des Alten Testamentes erwähne ich hier nicht zufällig, sondern um auf ein zweites Entscheidungskriterium hinzuweisen, nämlich GOTT. KEIN MENSCH nämlich, so scheint es, kann wirklich AUS SICH SELBST wissen, was GUT und BÖSE ist und vor allem, wie man GUT UND BÖSE UNTERSCHEIDEN soll – siehe das berühmte Gebet des jungen Königs  Salomo um die Gabe der UNTERSCHEIDUNG! -, sondern die ENTSCHEIDUNGS-Kirterien müssen von JEMANDEM und von AUSSEN “irgendwie gesetzt” werden, zum Beispiel in Form von staatlichen Gesetzbüchern, die GEHORSAM VERLANGEN – und wo man mindestens “an den Ohren gezogen” wird, wenn man meint, daß man ÜBER dem “staatlichen Gesetz” stehen könnte.

Da ist aber noch ein weiteres mögliches KRITERUM, das wir hier  nicht einfach unbeachtet lassen können, nämlich die Frage des “religiösen Weihestatus” und der damit VERMUTBAREN oder tatsächlich vorhandenen MYSTERIÖSEN “Implikationen”: Ein BISCHOF ist HÖHER “geweiht” als ein Laie, ein Papst hat ein HÖHERES AMT innerhalb einer WEIHEHIERARCHIE als ein Bischof, der das Amt eines Kardinals haben kann. Offenkundig habe ich also NICHT übertrieben, als ich mich als gewöhnlichen Fuss-Soldaten bezeichnete, denn meine Taufe, Firmung und meine orthodoxe Myron-Salbung sind IM VERGLEICH schon “ziemlich unbedeutetend”, so daß also auch unmittelbar die Vermutung entstehen könnte, meine echten oder eingebildeten “Gewissensqualen” seien sowieso UNWICHTIG, und zwar so sehr, daß sie duchr X-BELIEBIGE AUTORITÄT sozusagen “überstimmt” werden könnten.

Frage wäre allerdings: KANN METAPHYSISCHE WAHRHEIT ÜBERSTIMMT WERDEN? Okay, ich sehe ein: Das ist schon fast eine von diesen kleinen “scholastischen Gemeinheiten”!

Dann hätte ich noch als viertes KRITERUM das sogenannte TOTENGERICHT, das schon aus ägyptisch-sumerischer Zeit kommt, wo wir uns alle sozusagen wiedertreffen, ob wir wollen oder nicht, und wo – angeblich –  etwas geleistet werden wird, was KEIN MENSCH BEHAUPTEN KANN, dass es geleistet werden kann, nämlich URTEIL auf Grundlage VOLLSTÄNDIGEN WISSENS über die UMSTÄNDE von Taten, einschliesslich möglicher oder eventuell bloss selbstbetrügerischer oder eingebildeter MOTIVATIONEN oder gegebenenfalls “persönlicher Rechtfertigungsversuche”, die natürlich auch UNTAUGLICH oder FALSCH  sein könnten.

Man sieht schon, das sind zwar mögliche KRITERIEN, aber damit kann man auf der REIN MENSCHLICHEN EBENE KEINE ENTSCHEIDUNG herbeiführen, weder eine Entscheidung über PHILOSOPHISCH-RELIGIÖSE WAHRHEIT noch über Gut und Böse von TATEN.

Ich komme deshalb zu folgendem VERSUCHSWEISEN Ergebnis:

  • SELBSTVERSTÄNDLICH müsste ich die Argumentation dieses Aufsatzes notfalls auch vor einem Erschiessungskommando WIEDERHOLEN.
  • Selbstverständlich wollen Dickköpfe und Charaktere ihren eigenen Weg haben, so daß auch der TRAGISCHE KONFLIKT unter Umständen UNAUSWEICHBAR sein könnte oder erscheinen mag.
  • SELBSTVERSTÄNDLICH kann es sein, daß die kirchlichen Oberhirten in der heutigen BESONDERS AGRESSIV GOTTFEINDLICHEN SITUATION, wo auf diesem Planeten MEHRERE sehr wertvolle RELIGIONEN AUSGEROTTET und vernichtet  WERDEN sollten, NICHT WIRKLICH FREI SIND IN IHREN ENTSCHEIDUNGEN und nicht mehr gegen die rein weltlichen STAATS- und Wirtschaftsmächte die ZIVILISATORISCH so UNGEMEIN wichtigen und RICHTIGEN Lehren der Hoch-Religionen “vertreten und durchsetzen” können. Ich vermute zum Beispiel, daß man durchaus an dieser Stelle den “weissen Papst” in Rom und den “gelben Papst” von Tibet miteinander gewissermassen “vergleichen” könnte, nämlich hinsichtlich der Tatsache, daß BEIDE einer OFFENKUNDIGEN TÖDLICHEN VERFOLGUNG unterliegen!
  • Selbstverständlich wird es wohl so sein, daß  in KIRCHLICHEN RELIGIONSGEMEINSCHAFTEN, wie sie sich im Christentum historisch entwickelt haben ALLE MÖGLICHEN UND DENKBAREN “politischen Interessen”, “philosophischen Standpunkte” und auch “VERSTECKTE MACHTPOLITISCHE AGENDAS” hart aufeinanderprallen.

Oder etwas platter gesagt: Es ist EINE Sache, wie der emeritierte Kardinal in Sachen “Familie Mariens”, “Muttergottes im Nachhemd von Amsterdam” und ähnlichen Problemen seine Position seinem IRDISCHEN CHEF in Rom “erklärt” oder seinem “himlischen Chef” oder “dem Richter im Totengericht”. Und es ist MEINE SACHE, wenn ich mir einen SCHWEREN KOPF mache in Sachen, die heutzutage SCHNURPIEPEGAL sind.

Spätestens jetzt schreit Klein-Fritzchen von der letzten Schulbank ganz hinten LAUT: Da lachen ja die Hühner, wenn das eine LÖSUNG sein soll! Das ist doch keine LÖSUNG, sondern ein MINENFELD!

Bleibt uns also letztlich nur das STAUNEN, wie das überhaupt sein kann, daß ein Kardinal NICHT mit dem Vatikan übereinstimmt?

Oder haben wir das vor uns, was schon die alten Sumerer und Ägypter wußten, daß nämlich NIEMAND dem BLINDEN SCHICKSAL und dessen ZWANG AUSWEICHEN kann, ja nicht einmal ausweichen darf, wo nämlich JEDER MENSCH seiner BESTIMMUNG oder LEBENSAUFGABE begegnet, die er – gefälligst – TROTZ HÄRTESTER SCHICKSALSCHLÄGE ANPACKEN MUSS und SCHAFFEN SOLL??

Vielleicht nicht notwendig, denn wir hätten da noch die Bhagavadgita, auch wenn ich nicht total sicher bin, daß das hier überhaupt dazugehört!

Die Bhagavadgita unterscheidet  FEIN SÄUBERLICH die KASTENPFLICHTEN und ist deshalb in der Lage, mit einer gewissen Präzision die PFLICHTEN DES KASHATRYIA, des edlen Kriegers, zu bestimmen.

Na klar, ich erwähne PFLICHTEN hier aus genau dem Grund, daß wir, wenn wir PFLICHTEN KORREKT ERKANNT HABEN, dann – möglicherweise – VIEL WENIGER PROBLEME hätten, WAS GENAU WIR TUN SOLLEN, denn wir sind ja RATLOS durch TRAGISCHEN KONFLIKT und LOYALITÄTSKONFLIKT, weil unsere Kommandeure mit “Denk-Spielereien” beschäftigt sind, die das “untere Fußvolk” nicht mehr versteht!

Unterweisung in Kastenpflichten war jedoch nicht das ausschliessliche Ziel der Bhagavadgita. Vielmehr sollte die “gewisse Niedergeschlagenheit und VERZAGTHEIT” des herrlichen Helden und Bogenschützen Arjuna im Angesichte von Problemen, die MENSCHEN NICHT TRAGEN NOCH LÖSEN KÖNNEN, mit einer Philosophie der GEWISSHEIT ergänzt werden, die es Arjuna erlauben würde, die Aufforderung des Gottes Krishna zu diesem männermordenenden kataklysmatiischen Krieg des Mahabharata zu bestehen und nicht einfach zusammenzubrechen wie Menschen mit weniger Mut, also Menschen wie du und ich!

Und damit sind wir am SCHLUSS:

WENN wir uns beim TOTENGERICHT wiedertreffen, dann werden wir HOFFENTLICH GENAUERES wissen! Bis dahin aber, so muß befürchtet werden, bleibt  ein “tragischer Konflikt” ein “tragischer Konflikt” und bis dahin mag es reinste persönliche Geschmacksfrage sein, ob man Konflikten ausweicht oder nicht, und zwar auch dann, wenn ich aktuell in einer Gesellschaft und einem Jahrhundert der WEICHEIER lebe – und da gar nicht reinpasse.

Und für alle diejenigen, die gar nicht begreifen können, warum ich mich hier so aufgeregt habe: Wenn ein einfacher Fuß-Soldat feststellt, daß sein Kommandeur mit dem Feind fraternisiert, dann wurde das im alten Militärstrafrecht als HOCHVERRAT behandelt. Also ENTSCHUZLDIGUNG: ich bin hier offenkundig SCHRECKLICH ALTMODISCH!

Ja, aber, WAS ERWARTET DIE LIEDERLICHE DEMOKRATISCHE GESELLSCHAFT eigentlich?

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Follow up  11. März 2016, Freitag

Der junge Held stürmt vorwärts – bis er von der folgenden lesung aus dem alten Testament gestoppt wird, die justament vorgelesen wird, als ich mit dieser Arbeit fertig zu sein wähnte, und wir lesen aus dem “tagesimpuls” der Erzabtei Beuron, URL http://www.erzabtei-beuron.de/schott/schott_anz/index.html

Freitag der 4. Woche der Fastenzeit

ERSTE Lesung

 

Weish 2, 1a.12-22

Lesung aus dem Buch der Weisheit

1aDie Frevler tauschen ihre verkehrten Gedanken aus und sagen:

12Lasst uns dem Gerechten auflauern! Er ist uns unbequem und steht unserem Tun im Weg. Er wirft uns Vergehen gegen das Gesetz vor und beschuldigt uns des Verrats an unserer Erziehung.

13Er rühmt sich, die Erkenntnis Gottes zu besitzen, und nennt sich einen Knecht des Herrn.

14Er ist unserer Gesinnung ein lebendiger Vorwurf, schon sein Anblick ist uns lästig;

15denn er führt ein Leben, das dem der andern nicht gleicht, und seine Wege sind grundverschieden.

16Als falsche Münze gelten wir ihm; von unseren Wegen hält er sich fern wie von Unrat. Das Ende der Gerechten preist er glücklich und prahlt, Gott sei sein Vater.

17Wir wollen sehen, ob seine Worte wahr sind, und prüfen, wie es mit ihm ausgeht.

18Ist der Gerechte wirklich Sohn Gottes, dann nimmt sich Gott seiner an und entreißt ihn der Hand seiner Gegner.

19Roh und grausam wollen wir mit ihm verfahren, um seine Sanftmut kennen zu lernen, seine Geduld zu erproben.

20Zu einem ehrlosen Tod wollen wir ihn verurteilen; er behauptet ja, es werde ihm Hilfe gewährt.

21So denken sie, aber sie irren sich; denn ihre Schlechtigkeit macht sie blind.

22Sie verstehen von Gottes Geheimnissen nichts, sie hoffen nicht auf Lohn für die Frömmigkeit und erwarten keine Auszeichnung für untadelige Seelen.” ZITATENDE, URL http://www.erzabtei-beuron.de/schott/

Buike Science And Music

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- *1953 in Bremen / Germany - since decennia in Neuss / Germany - classical composer (registered since 2005) - scientific freelance writer - registered to German National Library "Deutsche Bibliothek", search "Bruno Buike", with 246 items in 2013 1996-97 - 5000 qm Rekultivierung Obstwiese mit Kleintierhaltung 2004/05 - 3 Wochen Gartenpflege in einem orthodoxen Kloster in Deutschland 2009 - 3 Wochen Katastrophenhilfe Einsturz des Kölner Stadtarchivs 2011 - journey to Przemysl/Poland - and learning of basic Polish vocabulary and reading/pronounciation 2013 University of Tokyo - Conditions of war and peace - Coursera - Certificate 2013, December - after 15 years in mainly Russian-orthodox and Greek-orthodox affairs return to Roman-Catholic church 2014 National University of Singapur, Conservatory - Write like Mozart. Introduction to classical composition - Coursera Certifikate "with distinction"
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