Ein Baum wurde gefällt – 16.10.2015

Ein Baum wurde gefällt – 16.Oktober 2015

Freitag, den 16. Oktober 2015 geht mit einemal lauter Maschinenlärm los und schreckt mich am Computer auf. Erst denke ich, daß es die übliche Gartenpflege-Kolonne ist, was man hier in der Gegend heutzutage so unter „Gartenpflege“ durch Garten-Landbau-Fachbetriebe versteht.

Dann aber höre ich eine Kettensäge heraus und das macht mich neugierig und ich gehe auf den Balkon. Und richtig: Da ist eine hydraulische Hebebühne, auf der ein Mann mit Kettensäge ungefähr Ein-Meter-Stücke von einem schon grösseren Baum abschneidet.

Da ich selbst einen Zertifikatskurs über 8 Monate in der Fachrichtung Garten-, Landbau gemacht habe, ist damit auch schon mein Interesse erloschen, denn mein Unterricht in Bäumefällen sah etwas anders aus. Aber bitte schön, man macht das eben heute so und die Versicherungsabteilungen sind zufrieden und das städtische Gartenbauamt auch.

Dann geschah etwas, was nicht jeden Tag passiert: Eine Gruppe smaragdgrüner Halsbandsittiche saust mit lautem Geschnatter im Tiefflug an meinem Balkon vorbei, setzt sich auf einen Baum in direkter Nähe des gefällten Baumes, dessen Äste und Baumstücke noch herumliegen, und hebt ein Gezeter an, wie die Waschweiber in einem orientalischen Basar.

Ich denke so bei mir: „Aha, da bin ich also nicht der einzige, der an dieser Art des Baunmfällens etwas herumzukritisieren hat. Da hat sich wohl herumgesprochen, daß da ein Baum weniger gefällt, als vielmehr maschinell massakriert wurde.“

Samstag, den 17.10.2015, folgte dann bis ungefähr Mittag die „Verarbeitung eines erwachsenen Baumes zu Häcksel und Mulch“. Dieserhalb wurde ein Schredder von der Zerstörungswirkung eines mittleren Panzers aufgefahren, der spielend mit armdicken Ästen „fertig“ wurde. Und 4 Arbeiter haben sich wahrscheinlich sehr gefreut, daß sie Überstunden für die Lohnabrechnung aufschreiben konnten.

Mich aber ließ das plötzlich aufgetauchte „Geschwader von grünen Wellensittichen“ („Halsbandsittiche“), die hier in der Gegend seit etwa 30 Jahren heimisch geworden sind, nicht los, weil ich überlegte, was deren „Geschrei“ eigentlich zu bedeuten hätte. Also legte ich während der Vorabendmesse zum Sonntag unserem Herrn und Gott, Jesus Christus, mein Problem vor, denn schliesslich ist das mein „Chef“ und wenn ich etwas nicht verstehe, dann wird der „Chef“ es vielleicht verstehen und vielleicht auch wissen, ob oder wie eine eventuelle „schädliche Störung“ zu beheben wäre.

Damit, so dachte ich, hätte ich ganz unsentimental, meine Christenpflicht erfüllt.

Aber die Geschichte ist noch nicht zu Ende: Am Sonntag, arbeitete ich am Computer, bekam dabei einen schweren Kopf wegen der ganzen weltbewegenden Gedanken eines völlig unwichtigen Sozialhilfeempfängers und ging mal eben auf den Balkon, um das Gehirn durchzulüften. Dabei merkte ich zuerst überhaupt nicht, daß in den Bäumen vor meinem Balkon ein ganzer Schwarm grüner Wellensittiche saß, aber diesmal muksmäuschenstill, und erst aufflog, nachdem ich ihn bewußt bemerkt hatte.

Ei der Daus!“, dachte ich jetzt so bei mir, „hat man denn sowas schon erlebt? Was habe ich mit diesen grünen Vögeln zu schaffen?“? Ich wurde, kurz gesagt, noch einmal stutzig und schritt zur Tat: Das heißt, ich faßte den Entschluß, die Baumscheibe zu inspizieren, und zwar zwecks Klärung der Frage, ob der Baum „einfach so“ entfernt worden war, oder ob eventuell ein tieferer Sinn dahintersteckte, was tatsächlich der Fall war, denn auf der Baumscheibe dieser „Pseudo-Platane“ oder „ahornblättrigen Platane“ war tatsächlich Kernfäule zu erkennen, die natürlich weiter oben im Stamm schon weiter fiortgeschritten gewesen sein könnte und damit eine Fällung wegen Krankheit hätte rechtfertigen können.

Wie dem auch sei, ich war fast an besagter Baumscheibe angelangt, da flog mit einemal ein kleiner Schwarm kleiner Blaumeisen (?) an mir vorbei – und das ist genau der Typ Vögel, der mehrmals am Tag Gebüsch und Gehölz abfliegt auf der Suche nach Insekten und Nahrung.Die kommen sogar morgens bei mir auf dem Balkon vorbei und finden auch fast immer irgendetwas zu picken!

Ach, und beinahe hätte ich es vergessen: Sonntags, frühmorgends, als ich aus dem Haus ging, schaute ich plötzlich nach oben und sah dort einen hier heimischen GRAUREIHER, wie er sich von kleineren Windböen emportragen liess. Zum Grauhreiher soltle vielleicht angemerkt werden, daß der Graureiher die beste Annäherung an den ägyptischen “Vogel Phoenix” ist, der sich von Zeit zu Zeit auf einem “BenBen-Stein” niederliess, wobei ich im Augenbliock zu der studierten Vermutung neige, daß der “Vogel Phoenix” und das “Blühen der Lilie” ZYKLISCHE Phänomene sind, die mit den astrophysikalischen Zyklen der Erde zusammenhängen – oder auch nicht!

Diese Geschichte wurde protokolliert

a) wegen der AUFFÄLLIGEN HÄUFING von Vogelbeobachtungen,

b) wegen Ereignismustern, die eine Art „Interaktion“ vermuten lassen.

Gibt es auch eine „Moral von der Geschicht“?

Vielelicht diese:

Der Baum hätte NICHT ZWINGEND gefällt werden müssen, sondern man hätte Sturmschäden und Totholz entfernen können und ansonsten als sogenanter „naturnaher Landschaftsgärtner“ den NATÜRLCHEN TOD abgewartet. Man hätte zweitens im sogenannten „naturnahen Garten- und Landschaftsbau“ ganz bestimtm NICHT den hier angewendeten „maschinellen OVERKILL“ zum Einsatz gebracht und dann auch ABGRECHNET. Oder etwas volkstümlicher gesagt: man hätte das Ganze auch BILLIGER und GÄRTNERISCHER machen können.

Macht man aber heutzutage nicht mehr!

Es gehört nicht ganz hierher, ist aber vielleicht erwähnenswert: Irgendwann nach meinem Gärtnerkurs hat sich bei mir eine Gedächtniserweiterung eingestellt und ich habe heute eine Art “Landkarte” im Kopf, wo genau hier in der Nachbarschaft folgende Bäume stehen: a) Walnussbäume, b) Eßkastanien c) Mammutbäume. Warum das so ist, weiß ich nicht; ist aber so!

Ganz am Schluß erwähne ich noch zwei Bücher zum Weiterlernen:

– Tompkins, Peter / Bird, Christopher: Das geheime Leben der Pflanzen, Frankfurt/Main: Fischer pbk 1977, 1996; Bern, München: Scherz hardcover 1974

– Wagner, O. Ed: W-Waves and a Wave Universe, Rogue River/Oregon: Wagner Publishing [Wagner Research Labratory] 1991, ISBN 0-9628853-0-4 Library of Congress Catalog Card-No. 91-90809

Buike Science and Music

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About bbuike

- *1953 in Bremen / Germany - since decennia in Neuss / Germany - classical composer (registered since 2005) - scientific freelance writer - registered to German National Library "Deutsche Bibliothek", search "Bruno Buike", with 246 items in 2013 1996-97 - 5000 qm Rekultivierung Obstwiese mit Kleintierhaltung 2004/05 - 3 Wochen Gartenpflege in einem orthodoxen Kloster in Deutschland 2009 - 3 Wochen Katastrophenhilfe Einsturz des Kölner Stadtarchivs 2011 - journey to Przemysl/Poland - and learning of basic Polish vocabulary and reading/pronounciation 2013 University of Tokyo - Conditions of war and peace - Coursera - Certificate 2013, December - after 15 years in mainly Russian-orthodox and Greek-orthodox affairs return to Roman-Catholic church 2014 National University of Singapur, Conservatory - Write like Mozart. Introduction to classical composition - Coursera Certifikate "with distinction"
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