Martin Heidegger – letztes Tagebuchheft aufgetaucht

Martin Heidegger hat über viele Jahre – seit 1931 ? –  Tagebuch geführt und Anmerkungen und Gedankensplitter in Schulheften gesammelt, die man wegen ihres Äusseren “Schwarze Hefte” nennt. Davon war ausgerechnet das Heft zum Jahr 1945/46 bislang verschollen – und man hätte doch so gerne gewußt, wie ein “deutscher Philosoph von Weltrang” auf den Zusammenbruch der NAZIS reagiert hat, denen er  so viel Verständnis entgegenbrachte.

Well, dieses Heft ist aufgetaucht und befindet sich bei dem 72-jährigen Literaturprofessor  Silvio Vietta in Heidelberg, der dort Germanistik lehrt, offenbar  in Privatbesitz.

Dieser Professor Vietta muß aber ein kleines Schlitzohr sein, denn der ZEITPUNKT seiner “Enthüllung eines Sensationsfundes” liegt  justament kurz vor der Veröffentlichung der anderen “Schwarzen Hefte” Martin Heideggers mit ungefähr 1200 Druck-Seiten, welche bei der Nachlaßstelle im Marbacher Literaturarchiv liegen,  im März 2014.

Ausführliche Notiz von Zeit-online hier – http://www.zeit.de/2014/05/martin-heidegger-schwarze-hefte

Und warum bringt Buike-Blog diese Nachricht?

Well, ich möchte vor einer Überschätzung Heideggers warnen. Das ist keiner, der die “Ontologie gerettet” hat, sondern ein KNOCHENTROCKENER ATHEIST bzw. “nihilistischer Atheist”, der nicht einmal vor STILGAUKELEI zurückschreckt. Ich meine: Es ist nicht wirklich überraschend, daß  der Atheist Heidegger und die atheistischen und religionsfeindlichen  NAZIS eine ganz wunderbare gegenseitige Affinität verspürten.

Und was meine ich hier mit STILGAUKELEI? Well, diese berühmten Heideggerschen BINDESTRICH-WORTE, wo Hinter-Sinn sug-geriert wird, der wo-möglich gar nicht vor-handen ist, so daß ich also zweifeln möchte, ob der-art nicht Heidegger ge-legentlich der philo-sophische Haupt-Sinn seines Strebens ab-handen gekommen sein könnte.

Wer sich für noch mehr Stilgaukelei mit irgendwie “selbsterfundenen Worten” interessiert, für den bringt die t.a.z.-online – eine linke Zeitung? – eben aus Anlaß des Erscheinens der “Schwarzen Hefte” Mitte März 2014, natürlich werbewirksam zum Zeitpunkt der diesjährigen Leipziger Buchmesse, weitere Beispiele wie “Rechenhaftigkeit”, “Entrassung” und “Machenschaftlichkeit”, die man ähnlich wie in der psychotherapeutischen Arbeit erst dann versteht, wenn man sich zuvor auf Wege und Irrwege der menschlichen Seele eingelassen hat. Ich habe allerdings weder Lust noch Zeit dazu und bringe einfach einen direktlink zu diesem Artikel der t.a.z.-online, der in jeder Hinsicht Heidegger ENTLARVT, auf daß das DENKENDE Publikum eine gehörige ABSTOSSUNGREAKTION entwickeln möge – http://www.taz.de/Werksausgabe-von-Martin-Heidegger/!134866/

Oder vielleicht nicht gar so umständlich formuliert: Der Student der Philosophiegeschichte wird Heidegger zur Kenntnis nehmen, aber nur, um sogleich zu wichtigeren Autoren weiterzueilen!

Und was den sogenannten “Tod der Metaphysik” angeht und den daraus folgenden “Verlust der Ontologie”, das stimmt natürlich nur bedingt und ist zunächst einmal eine PROPAGANDISTISCH VORGETRAGENE THESE all derer, die den “Tod der Metaphysik” zu ihrem eigenen Arbeitsprogramm gemacht haben – und das waren nun einmal aus durchaus naheliegenden Gründen ganz überwiegend GEGNER – und sogar HASSER –  DER RELIGION.

Ich BEHAUPTE das aber nicht nur, sondern bringe auch einen ZEITGENOSSEN von Heidegger, der die KLASSISCHE ONTOLOGIE sehr brauchbar zusammengefaßt hat, auf dass insbesondere katholische Studenten nicht völlig ohne Wegweiser im Felde des Geistes herumstolpern müssen. Obwohl, Hand auf`s Herz, ich vermute nicht, daß heute eigentliche Ontologie ausserhalb der Mauern einiger kleiner katholischer  Ordenshochschulen überhaupt noch gelehrt wird.

Nink, Caspar, (SJ bzw. Jesuit): Ontologie. Versuch einer Grundlegung, Freiburg: Herder 1952

So wage ich also, mit folgender Buike-These zu schliessen:

Der so oft beschrieene “Tod der Metaphysik und Ontologie” kann überhaupt erst dann eintreten, wenn ZUVOR SCHON DER  GLAUBE – und hier insonderheit der christkatholische Glaube – GESTORBEN IST. Und wenn es dann durch diese “Ursachen-Mechanik” zu dem “Tod der Metaphysik” gekommen ist, dann landen wir nicht irgendwo, sondern wir landen bei einer BANALISIERUNG DER PHILOSOPHIE INSGESAMT, die MIT-VERURSACHT WIRD DADURCH, daß “Ausklammerung der Metaphysik” bedeutet, GROSSE TEILE DER GRIECHISCHEN UND MITTELALTERLICHEN PHILOSOPHIE GLEICHZEITIG AUSZUKLAMMERN – was nun schlechterdings eine ANMASSUNG gegenüber Aristoteles und Thomas von Aquin ist, die nicht kommentiert werden muß, sondern die sich selbst DEMASKIERT.

Buike Science And Music

Advertisements

About bbuike

- *1953 in Bremen / Germany - since decennia in Neuss / Germany - classical composer (registered since 2005) - scientific freelance writer - registered to German National Library "Deutsche Bibliothek", search "Bruno Buike", with 246 items in 2013 1996-97 - 5000 qm Rekultivierung Obstwiese mit Kleintierhaltung 2004/05 - 3 Wochen Gartenpflege in einem orthodoxen Kloster in Deutschland 2009 - 3 Wochen Katastrophenhilfe Einsturz des Kölner Stadtarchivs 2011 - journey to Przemysl/Poland - and learning of basic Polish vocabulary and reading/pronounciation 2013 University of Tokyo - Conditions of war and peace - Coursera - Certificate 2013, December - after 15 years in mainly Russian-orthodox and Greek-orthodox affairs return to Roman-Catholic church 2014 National University of Singapur, Conservatory - Write like Mozart. Introduction to classical composition - Coursera Certifikate "with distinction"
This entry was posted in culture, history and tagged , , , , , , , , , . Bookmark the permalink.