Toilettengang der Faultiere – Geheimnisse seltsamer Symbiosen

Der äusserst seltsame und trickreiche Zusammenhang zwischen dem Klogang der Dreifingerfaultiere am Dschungelboden, einer Alge in ihrem Fell und einer speziellen Motte, die für diese Algen nützlich ist, war kürzlich sogar der ZEIT-online eine Notiz wert.

source-link:  http://www.zeit.de/wissen/umwelt/2014-01/faultier-klo-motten

title: Lebengefährlicher Klogang für einen Leckerbissen

date: 22.01.2014

author: Maier-Borst, Haluka

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research-source: Proceedings of the Royal Society, B, Biological Siences

authors: Jonathan N. Pauli1,  Jorge E. Mendoza1, Shawn A. Steffan2, Cayelan C. Carey3,5, Paul J. Weimer4 and M. Zachariah Peery1

research-email: jnpauli@wisc.edu

title: A syndrome of mutualism reinforces the lifestyle of a sloth

type of publication: abstract

web-link – http://rspb.royalsocietypublishing.org/content/281/1778/20133006

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Ausgangspunkt der Autoren war: Das dreifingrige Faultier steigt einmal pro Woche von seinem Baum, bloß um am Dschungelboden sein Geschäft zu verrichten. Das wirklich Tragische daran scheint zu sein: Durch dieses zunächst unerklärliche Verhalten gilt, daß ungefähr 50% aller Dreifingerfaultiere – Bradypus variegatu – beim Klogang sterben,  weil sie bei diesem Toilettengang  leichte Beute für Schlangen und Jaguare sind.

Die wissenschaftliche Frage lautet nun: Warum geht man ein derartig hohes Risiko ein?

Die wissenschaftliche Vermutung wäre unmittelbar: Man tut etwas derartig gefährliches, weil es IRGENDEINEN –  bislang unbekannten – BIOLOGISCHEN NUTZEN hat.

Dieser NUTZEN ist also durch obigen Research-Quelle jetzt aufgeklärt, ungefähr wie folgt:

Das Faultier hat ein sehr DICHTES FELL, in welchem sich eine ALGENART ansiedelt, die das Faultier von Zeit zu Zeit verspeist! Okay, hier haben wir den sehr typischen Fall einer nicht-eindeutigen Relativ-Konsrukltion im Deutschen, denn nicht gemeint ist, daß die Algen die Faultiere verspeisen, sondern daß die Faultiere Algen verspeisen!

Diese Faultier-Grünalgen benötigen,  um zu gedeihen,  neben Mikroben und Pilzen eine spezielle MOTTE, nämlich Cryptoses spp,.

Diese Motte hinwiederum legt ihre Eier im Faultierkot ab. Sind die Motten dann geschlüpft und “ins Faultierfell zur Miete eingezogen”, bringen sie für die Algen eine Art “Dünger” mit, nämlich Ammonium.

Je mehr Ammonium, desto mehr Grünalgen, desto mehr Algen-Faultier-Snacks gezüchtet auf dem eigenen Fell.

Die Frage war: WARUM?

Die Antwort ist: DARUM!

Buike Science And Music

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- *1953 in Bremen / Germany - since decennia in Neuss / Germany - classical composer (registered since 2005) - scientific freelance writer - registered to German National Library "Deutsche Bibliothek", search "Bruno Buike", with 246 items in 2013 1996-97 - 5000 qm Rekultivierung Obstwiese mit Kleintierhaltung 2004/05 - 3 Wochen Gartenpflege in einem orthodoxen Kloster in Deutschland 2009 - 3 Wochen Katastrophenhilfe Einsturz des Kölner Stadtarchivs 2011 - journey to Przemysl/Poland - and learning of basic Polish vocabulary and reading/pronounciation 2013 University of Tokyo - Conditions of war and peace - Coursera - Certificate 2013, December - after 15 years in mainly Russian-orthodox and Greek-orthodox affairs return to Roman-Catholic church 2014 National University of Singapur, Conservatory - Write like Mozart. Introduction to classical composition - Coursera Certifikate "with distinction"
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