greeting Santa Caecilia 2013, 22th November

Die heilige Caecilia ist eine FRÜHCHRISTLICHE Märtyrerin von ungefähr 230 n. Chr. und wird deshalb auch von KOPTEN und ORTHODOXEN und sogar ARMENIERN verehrt. In der westlichen Christenheit sind ihr besonders die ROMANISCHEN Völker zugetan.

Wegen der hl. Caecilia toben etliche wissenschaftliche Kontroversen und zwar bis hin zu dem Punkt, daß manche alles in Bausch und Bogen für LEGENDE halten wollen.

Und in der Tat werden Begebenheiten für echt ausgegeben und weiter erzählt, die schon starker Tobak sind:

– Caecilia bewegte angeblich bis zu 400 und mehr Menschen, Jesus Christus nachzufolgen.

– Offenbar MEHRFACHE  Engelvisions-Wunder kommen vor.

– Um 1550 wird  angeblich der Leichnahm der hl. Caecilia UNVERWEST  aufgefunden und dann in die heutige Ruhestätte in der Kirche Santa Caecilia in Trastevere in Rom überführt.

Reichlich rätselhaft ist dann, wie  die hl. Caecilia   aus der RIESIGEN MENGE der in den Katakomben bestatteten Märtyrer – oft an der Via Appia – um 700 n. Chr. sozusagen plötzlich hervortritt und sich ein eigener erweiterter Heiligenkult herausbildet, wie dies übrigens auch mit einem anderen Katakombenheiligen geschehen ist, nämlich dem hl. Quirinus von Neuss.

Klammer auf: [Ich kann nur vermuten, daß für die ab 600 n. Chr. einsetzende Missionierung durch die sogenannte “angelsächsische Mision” auf dem europäischen Festland in Burgund und Germanien und die anschließende kaiserliche Kolonisationspolitik im ehemals total slawischen Mittel – bzw. heutigen Ostdeutschland schlicht und ergreifend NEUE HEILIGE und deren Reliquien “gebraucht” wurden für die VIELEN NEUGRÜNDUNGEN von Klöstern und Kirchen.] Klammer zu!

Gänzlich scheinen dann alle Begründungsversuche zu SCHEITERN, wie die hl. Caecilia zu ihrem wichtigsten PATRONAT gelangte, nachdem sie VORHER SCHON in Listen der sogenannten “14 Nothelfer” aufgetaucht war, wo sie heute eigentlich eher fehlt. Wir wissen also nicht wirklich, warum ausgerechnet die hl. Caecilia zur Patronin der Musik wurde. Wir zweifeln jedoch nicht, daß gerade die Musik zu jenen Feldern gehört, die eines himmlischen Beistandes ganz besonders bedürfen, weil wir ja alle wissen, was menschliche Unvollkommenheit dieser bis ins Übernatürliche hineinreichenden Beschäftigung zufügen und antun kann.

Die alte Frage der Ricola-Hustenbonbonwerbung taucht also wieder auf: “Wer hat`s erfunden!?” (Bitte mit Schweizer Akzent aussprechen!)  Ganz einfältig Fromme schreiben doch immer wieder ab, daß da ein oder auch MEHRERE  ÜBERSETZUNGSFEHLER angeblich eine Rolle gespielt haben, wobei man aber gerne übersieht, daß in früheren Jahrhunderten  eine UNKENNTNIS oder SCHLECHTE KENNTNIS des LATEINISCHEN in KIRCHLICHEM UMFELD eher WENIGER WAHRSCHEINLICH sein dürfte.

Daß die hl. Caecilia auch heute noch und in Deutschland  in Kirchenchören begegnet, scheint derzeit noch vorstellbar. Jedoch könnte es keine reine Spekulation sein, wenn man vermuten wollte, daß die hl. Caecilia generell in Süddeutshland “eher estimiert” werden könnte, was an den seltsamen Verwerfungen des seit Max Weber konstatierten sogenannten deutschen “Konfessionsklimas” liegen mag – oder auch nicht!

Historisch sehr gewiß ist allerdings, daß die hl. Caecilia im 19. Jahrhundert SPEZIELL in Deutschland die Reform- und Restaurationsbewegung der CAECILIANER beflügelt hat, welche man in der deutschen Wikipedia unter dem Stichwort “Cäcilianismus” findet.

Ebenfalls reichlich gewiß könnte sein, daß so kleine und völlig unbedeutende “Musikschreiber” wie ich selbst , wozu man früher “Komponist” gesagt hat, dem Publikum wahrscheinlich einen großen Dienst erweisen, wenn sie Methoden der Qualitätsverbesserung suchen und anwenden, wobei man traditionell in besonders hoffnungslosen Fällen von “regionalen Musikschreibenr” seit alters die Anrufung von Schutzpatronen empfiehlt,was besonders angezeigt sein mag, wenn man generell zu einem “feierfreudigen Naturell” tendiert. Wer die akustischen Leiden des fachkundigen Musikpublikums kennt, wird ahnen, wovon ich hier spreche!

Abgesehen von einer direkten Werkwidmung hat sich allerdings dieses Jahr anno 2013  sozusagen “von selbst” folgendes ergeben:

– Erstens hörte ich in Düsseldorf die sogenannte “Caecilienmesse” von Josef Haydn, die aber wahrscheinlich besser bekannt ist unter ihrem eigentlichen Namen “Marienzeller Messe” und dann also auf die Muttergottes bezogen wäre und nicht auf die hl. Caecilia.

– Zweitens unterschrieb ich “rein zufällig” genau am 22. November den Anmeldebogen für die Teilnahme am “Uuno-Klami-Contest for Composition” in der Kategorie “Streichorchester”  in FINNLAND.

– Drittens, sozusagen weil ich gerade dabei war, ergab sich, daß ich in der Caecilienwoche 2013 einen Beitrag einreichte beim ESPOO-COMPOSITION-CONTEST, ebenfalls in FINNLAND,  in der Kategorie “Chor SATB”.

– Viertens ergab es sich, daß ich eine direkte email an die Kirche “Basilika di Santa Caecilia” in Trastevere in Rom schicken konnte, was unter anderem damit zusammenhängt, daß dort heute eine BENDIKTINER-Abtei ist, die mit der Benediktiner-Universität San Anselmo auf dem AVENTIN-Hügel, wo gleich nebenan der Sitz des Malteser-Ritterordens ist, am dortigen wissenschaftlichen Betrieb teilnimmt.

– Fünftens fand ich nach einem reichlich ERNÜCHTEND DÜRFTIGEN Rechercheergebnis zu KOMPOSITIONEN zu Ehren der hl. Caecilia im Webprojekt der besagten Benediktiner-Abtei in Trastevere ein  GEBET zur hl. Caecilia. Das ist SEHR ERSTAUNLICH, denn man sollte an sich erwarten, daß man zur hl. Caecilia komplette VESPER-Kompositionen, komplette Messen und auch wohl längere Litaneien oder ähnliches finden sollte, kurzum den sogenannten “großen musikalischen Apparat”, was, wie gesagt, in meiner kleinen präliminarischen Internet- Recherche eben NICHT auftauchte.

Selbstverständlich könnte man fragen, welchen Sinn es haben soll, nach 30 Jahren Arbeit sozusagen “plötzlich” an Komposiionswettbewerben teilzunehmen, nachdem man mich schließlich überall kennt und in 30 Jahren nirgends nicht regagiert hat. Ja, wenn ich das wüßte! Ich vermute, daß ein möglicher Sinn ganz einfach der ist, daß ich diese Teilnahme an Wettbewerben in meinen LEBENSLAUF zwecks DOKUMENTATION von ANSTRENGUNGEN eintragen kann und muß, egal ob ich durchfalle – oder eventuell auch nicht.

Ich schließe diesen Artikel mit ebendemselben kleinen GEBET zu MEINER Schutzpatronin, der ich besonders deshalb bedarf, weil ich ein GAR SO DURCHSCHNITTLICHER Komponist bin, der bloß Sachen abliefert, die EIGENTLICH JEDER schaffen könnte.

source: Abbazia di Santa Caecilia,  OSB, Trastevere Roma – http://www.santacecilia.org/santa-cecilia/preghiera-dei-musicisti.html

italienischer Text (eventuell, wahrscheinlich von “Marco Frisina“, *1954 , siehe Wikipedia http://en.wikipedia.org/wiki/Marco_Frisina  – diese Text-Herkunft von einem HEUTE lebenden und in Italien bekannteren “Komponisten” dürfte für eine in dem unten stehenden Text “eingebaute” PHILOSOPHISCHE VERRENKUNG ERSTEN GRADES ursächlich sein!)

-xxx-

O Cecilia, Martire santa e gloriosa
che con il tuo sangue prezioso
hai testimoniato un amore ardente per Cristo Signore,
ti invochiamo nostra patrona e protettrice.

Tu, che hai fatto della tua vita un canto d’amore a Cristo,
tuo celeste Sposo,
sostieni il nostro lavoro
affinchè le nostre opere cantino la gloria di Dio;
lo Spirito Santo, Amore e Bellezza eterna,
guidi il nostro intelletto e il nostro cuore
perchè sappiamo esprimere in modo giusto ed efficace
lo splendore della verità di Dio che è presente nelle sue creature.

Intercedi presso il Signore
affinchè apra i nostri occhi e le nostre orecchie
affinchè, contemplando il volto di Cristo,
facciamo della musica l’eco della divina bellezza.
Le nostre opere portino consolazione e gioia,
suscitando nel cuore degli uomini la nostalgia del Paradiso,
aggiungano splendore e solennità alla preghiera della Chiesa,
e diano luce e speranza al mondo.

Per i tuoi grandi meriti ottienici la grazia di unirci un giorno
al coro stupendo dei beati del cielo,
lì dove risplende la sublime armonia di Dio.

Amen.
mons. Marco Frisina

 -xxx-

deusche Rohübersetzung:

Oh, Caecilia, (du) heilige und glorreiche Märtyrerin, die mit ihrem kostbaren Blute eine brennende Liebe zu (unserem Herrn) Jesus Christus (bezeigt) und bezeugt hat, dich rufen wir als unsere Patronin an.

Du, die du dein Leben zu einem Gesang der Liebe zu Christus gemacht hast, deinem himmlischen Angetrauten, komm unserer Arbeit zu Hilfe, (damit unser Werk zu einem Gesang der Ruhmes Gottes werde??) Der Heilige Geist, die ewige Anmut und Schönheit, leite unseren Intellekt und unsere Mühen, damit wir erkennen mögen, wie der Glanz der göttlichen Wahrheit, welche in (Gottes) Kreatur gelegt ist,  angemessen und wirksam ausgedrückt werde.

Klammer auf: [Hier haben wir eine schwer erklärliche “philosophische Verrenkung ersten Grades” vor uns, von der aber fraglich ist, ob sie einmal in gleichem Atemzug mit ausgefeilt mystisch-metaphysisch-philosophischen Textpassagen des Thomas von Aquin und Johannes Tauler in Liedern besonders katholischer Gesang- und Gebetbücher genannt werden wird können …]  Klammer zu!

Tritt für uns mit (nachdrücklichen Bitten oder) Flehen beim Herrn ein, damit er unsere Augen und Ohren öffne, auf daß , indem wir das (Göttliche) Antlitz Jesu Christi  in Betrachtung erwägen, die Musik zu einem Abbild des göttlichen Liebreizes werde. Unser Werk möge Tröstung und  Freude in sich tragen und es möge in den Herzen der Menschen die Sehnsucht nach dem Paradies erwecken, indem wir Glanz und Feierlichkeit dem Beten der Kirche hinzufügen und (dadurch) der Welt Licht und Hoffnung geben.

Klammer auf: (Hier haben wir die zweite philosophische Verrenkung ersten Grades: Man muss es wirklich ganz unbedingt GENAU SO machen … jedenfalls wenn man wünscht, daß die Gehirnstätigkeit des wachen Lese-Konsumenten gehörig ins Stottern und Stolpern gerät!)  Klammer zu!

Durch deine großen Verdienste mögen wir die Gnade erwirken, daß wir eines Tages mit dem Chor der Seligen im Himmel vereinigt werden, woselbst die erhabene Harmonie Gottes erstrahlt.

-xxx-

NACH diesem MODERNEN und HEUTIGEN angeblichen GEBET mit reichlich ERKÜNSTELTEN Gedankenfloskeln, fällt mir plötzlich erneut auf, wie SELTSAM das ist, daß ich AUF DIE SCHNELLE weder an sich erwartbare GROSSE MENGEN von MUSIK noch von GEBETEN zu einer Heiligen aufspüren konnte, die über viele Jahrhunderte zu den IM VOLK BELIEBTESTEN HEILIGEN gehörte.

Oder jedenfalls: Indem daß die Kirche uns aus welchen Gründen auch immer ausgerechnet eine Märtyrerin, also Blutzeugin, als Patronin der Musik “vor die Nase setzt”, und zwar ohne Rücksicht zu nehmen , daß heutige und moderne Befindlichkeit darauf mit “metaphysischem Unwohlsein” reagieren könnte, wiederholt sie sozusagen nur das, was jeder, der LANGE “mit Musik zu tun” hatte, wird wenigstens ansatzweise bestätigen können, nämlich daß die Musik selbst Merkmale von “Martyrium” annehmen kann oder doch zumindest ganz gewiß ohne ASKESE und OPFER nicht auskommen kann, jedenfalls nicht wirklich!

Damit habe ich denn wohl genug um Entschuldigung nachgesucht, daß das Publikum mit meinem musikalischen Mittelmaß befaßt wurde: Wir heute haben KEINEN SELBSTVERSTÄNDLICHEN GLAUBEN, keine SELBSTVERSTÄNDLICHE Musik, keine Askese, keinen Opfermut – und entsprechend DÜRFTIG und UNBEDEUTEND fällt dann eben aus, was wir heutigen sogenannten “Komponisten” überhaupt noch “abliefern”.

MEA CULPA!

Buike Science And Music

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About bbuike

- *1953 in Bremen / Germany - since decennia in Neuss / Germany - classical composer (registered since 2005) - scientific freelance writer - registered to German National Library "Deutsche Bibliothek", search "Bruno Buike", with 246 items in 2013 1996-97 - 5000 qm Rekultivierung Obstwiese mit Kleintierhaltung 2004/05 - 3 Wochen Gartenpflege in einem orthodoxen Kloster in Deutschland 2009 - 3 Wochen Katastrophenhilfe Einsturz des Kölner Stadtarchivs 2011 - journey to Przemysl/Poland - and learning of basic Polish vocabulary and reading/pronounciation 2013 University of Tokyo - Conditions of war and peace - Coursera - Certificate 2013, December - after 15 years in mainly Russian-orthodox and Greek-orthodox affairs return to Roman-Catholic church 2014 National University of Singapur, Conservatory - Write like Mozart. Introduction to classical composition - Coursera Certifikate "with distinction"
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