Leipzig-Völkerschlacht-1813-1913-2013 – und die Freimaurer

Leipzig Völkerschlacht – 1813 – 1913 – 2013 und die Freimaurer

-xxx-

1. EINLEITUNG

Im Jahre 2013, 2. Hälfte,  um das historische Datum des 15. Oktobers – 20. Oktobers herum, ,  wurde ein Doppeljubiläum begangen:

a) das Gedenken an die Völkerschlacht von Leipzig 1813,

Leipzig-1813-1source: http://de.wikipedia.org/wiki/Völkerschlacht_bei_Leipzig – Bildbeschreibung von Wikimedia http://commons.wikimedia.org/wiki/File:MoshkovVI_SrazhLeypcigomGRM.jpg – МОШКОВ Владимир Иванович (1792—1839) – Сражение под Лейпцигом 16 октября 1813 года. 1815 – Vladimir Ivanovich Moshkov (1792—1839) – en:Battle of Leipzig, painted in 1815 – From http://lj.rossia.org/users/john_petrov/605281.html

b) das Gedenken an den Bau des Völkerschlacht-DENKMALS von 1913

Deutsch: Zum Gedenken an die Völkerschlacht be...

Deutsch: Zum Gedenken an die Völkerschlacht bei Leipzig von 1813 wurde dieses Denkmal erbaut und 1913 eingeweiht. Derzeit wird es saniert. Die Arbeiten sollen bis zum 200. Jahrestag der Völkerschlacht 2013 abgeschlossen sein. (Photo credit: Wikipedia)

Zur Beachtung: Der seltsame “See” vor dem Denkmal soll ein Rückgriff auf das Merkmal “heiliger See” in der pharaonisch-ägaptischen Tempelarchitektur sein, wie ja überhaupt “heilige Brunnen” und “heilige Quellen” bis heute bei alten Kirchbauplätzen zu finden sind, allerdings – jedenfalls in Deutschland – öfter wahrscheinlich motiviert durch keltische Naturreligion.

English: View from the Monument to the Battle ...

Also ich finde, beim Völkerschlachtdenkmal haben wir eine leichte Tendenz zu nicht ganz rationaler Gigantomanie …

Was allerdings aussieht wie ein ganz gewöhnliches historisches Jubiläum besitzt ein SEHR SPEZIFISCHES MERKMAL, das ich in der Überschrift bereits angedeutet habe: Wir werden bei diesem Thema auf FREIMAURER stoßen, auf deren Aktivitäten IM Völkerschlachtdenkmal BIS HEUTE. Das wirklich exzeptionell BESONDERE an diesem “Freimaurer-Merkmal” ist, daß wir hier ein MUSTERBEISPIEL haben, wo man ziemlich EINWANDFREI Freimaurer-Beteiligung NACHWEISEN kann.

Der nächste  Arbeitsschritt der historischen Analyse allerdings wird sich als Schlag ins Wasser erweisen: Fragen wir nämlich, was eine Freimaurer-Beteiligung in diesem Völkerschlacht-Komplex BEDEUTEN könnte, stoßen wir letztlich auf BANALITÄT und KEINESWEGS auf nervenaufreibende VERSCHWÖRUNGSTHEORIEN.

Ich frage nun:

a) Müssen wir bei dem angeblichen Ausspruch des Napoleon stehenbleiben, der gesagt haben soll: “Geschichte ist bloß die LÜGE, auf die man sich geeinigt hat!” ??

b) Können wir  TROTZDEM – also trotz der ABSICHTLICHEN oder UNABSICHTLICHEN UNAUFKLÄRBARKEIT von historischen DETAILPROBLEMEN – noch etwas LERNEN?

-xxx-

2. HAUPTTEIL

2.1  Nach fast einstimmiger Meinung war Leipzig 1813 die GRÖSSTE SCHLACHT DER BIS DAHIN BEKANNTEN WELTGESCHICHTE – und sie war gleichzeitig eine der VERLUSTREICHSTEN überhaupt. Sie war ferner für die ZIVILBEVÖLKERUNG LEIPZIGS DANACH eine HUMANITÄRE Katastrophe, weil die Stadt die große Anzahl an VERWUNDETEN aufnehmen und versorgen mußte und damit MASSIV ÜBERFORDERT war. Um es kurz zu machen, bringe ich zu dem eher rein militärischen Aspekt folgende Auskünfte:

-xxx-

2.2 Bei meinem gegenwärtigen Studienstand denke ich,  können wir die Frage eines Freimaurereinflusses IM JAHRE 1813 und BEI NAPOLEON SELBST unterteilen in folgende FRAGEN:

a) LÄSST SICH EINE LOGEN-MITGLIEDSCHAFT FÜR DIE EINZELPERSON NAPOLEON nachweisen? Well, das ist zumindest UMSTRITTEN. Jedoch ist NICHT UMSTRITTEN, daß JEROME BONAPARTE und andere Geschwister sowie Marschälle sozusagen von Napoleon in “Freimaurer-Logen abkommandiert” worden sein könnten!

Ich bringe hier folgendes Zitat mit PRINTQUELLENNACHWEISEN aus dem Internet: source – http://www.luebeck-kunterbunt.de/Freimaurer-Kritik/Logenbruder_Napoleon.htm – Unter der Rubruk “impressum” bringt “www.luebeck-kunterbunt.de” als AUTORENNAMEN einen “Detlev Winter, Lübeck”.

-xxx-

ZITATANFANG (layout verändert):

“Logenbruder Napoleon Bonaparte”

“Langsam füllten sich die Bauhütten wieder, und neben den Überlebenden aus der frühen Logenzeit waren es nun die Kreise um Napoleon, die sich in den Bund aufnehmen ließen. Napoleons angebliche Zugehörigkeit zum Freimaurerbund ist allerdings höchst umstritten, jedoch delegierte er in die Loge seine Brüder Joseph, Lucien, Louis und Jerome, seinen Stiefsohn Beauharnais, den Erzkanzler Cambacérès, dessen >Projekt de Code Civil< später die Grundlage für den >Code Napoléon< bildete, sowie auch die meisten seiner Marschälle.” Jürgen Holtorf (Freimaurer): “Die Logen der Freimaurer”, Hamburg 1991, S. 46

-xxx-

“Einer der Nachfolger Karl von Soedermanlands, Karl XIII., adoptierte … 1810 den französischen Freimaurer und von Napoleon I. zum Fürsten von Pontecorvo ernannten Marschall Jean Baptiste Bernadotte, der die seitdem herrschende schwedische Königsdynastie begründete. “Napoleon stand dabei Pate. Er benutzte die Maurerei für seine imperialistischen Absichten … Die italienischen Logen leitete Bonapartes Schwager, König Murat von Neapel. In Bonifacio auf Korsika empfing Napoleon seine erste Einweihung und später nochmals auf Malta … Die Bedeutung Napoleons für das Maurertum spiegelte sich auch darin, daß es noch im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts Logen seines Namens gab …” E. R. Carmin: “Das schwarze Reich. Geheimgesellschaften und Politik im 20. Jahrhundert”, 1994, 5. Aufl., München 2000, S. 273 (zit. Heinz Pfeifer: “Die Brüder des Schattens”, S. 43 ff)

-xxx-

“Bionegative Züge in Napoleons Wesensart: Aus dem Korsen wurde nie ein Franzose; liebte Frankreich niemals, diente ihm nie, trug stets Maske. Frankreich durch Zufall sein Sprungbrett. … Napoleon besaß maßlos übersteigerten Geltungsdrang. Starke motorische Unruhe. … Charakterantinomien (darin vielfach kriminellen Typen ähnlich): maßloser Machthunger, rücksichtsloser Egoismus, wilder, brutaler Triebmensch… Seine Cäsaromanie kannte keine Grenzen. Nur durchschnittliche Begabung. … Mangel an moralischem Gefühl. Kriminelle Züge. … Ungeheure Wutanfälle (schlug, peitschte, trat). Ausgesprochene Zerstörungswut… Terrorisierte alle. Innere Unrast, äußerste Ungeduld. Wälzte sich auf der Erde vor Wut. … Auf der Reise nach Elba erbärmliches, über alle Maßen feiges Benehmen, bei weitem nicht der Übermensch der Geschichtsdarstellung. … Homosexuelle Beziehung zum Bruder Joseph. Ödipuskomplex… Maßlos in allem, kalt, unbeteiligt, denkt nur an sich. … Vollständiges Fehlen jedes ethischen Gefühls. … Schrankenloser Egoismus und Ehrgeiz.” “Quelle: W. Lange-Eichbaum / W. Kurth “Genie, Irrsinn und Ruhm, München/Basel 1967/1979, S. 476 ff ”

-xxx-

ZITATENDE

Ich möchte allerdings TROTZ dieser Hinweise EINSCHRÄNKEN, daß wir hier NICHTS GESICHERTES erfahren, welche ÜBERZEUGUNGEN NAPOLEON TATSÄCHLICH HATTE. In der Tat zeigen gerade diese Quellenexzerpte, daß Napoleon als GEBORENER MACHTMENSCH lediglich OPERATIONAL im Sinne seiner PERSÖNLICHEN AMBITIONEN vorgegangen ist – und ihm “Freimaurerei an sich” oder irgendein anderes “Glaubenssystem” EVENTUELL “herzlich egal” war! Eine PERSÖNLICHE MITGLIEDSCHAFT Napoleons in einer Großloge von Paris oder Frankreich wird IN DIESEN ZITATEN NICHT BESTÄTIGT, jedoch scheint Napoleon PERSÖNLICHE VERWANDTE und MARSCHÄLLE “zu Logen ABKOMMANDIERT oder DELEGIERT” zu haben, was natürlich an sich KEIN ÜBLICHES RATIONALES REGIERUNGSHANDELN darstellt, jedoch “alles mögliche” oder “gar nichts” bedeuten  kann.

– xxx-

b) LÄSST SICH IN DER FINANZIERUNG DER FRANZÖSISCHEN REVOLUTION von 1789 ein Freimaurereinfluß nachweisen, eventuell über  den SCHWEIZER BANKIER NECKER aus GENF? Lässt sich eine ZEITLINIEN-KORRELATION herstellen mit der FAST ZEITGLEICHEN “amerikanischen Unabhängigkeitserklärung” von 1774 – http://de.wikipedia.org/wiki/Unabhängigkeitserklärung_der_Vereinigten_Staaten?  –  Siehe zu diesem Komplex auch die sehr aufschlussreiche Studie von L.L. Matthias, 1964/ 1971 /1985, rororo , welche die Meinsung vertritt, die sogenannte “amerikanische Revolution von 1776” sei in Wirklichkeit ein ANTIDEMOKRATISCHER STAATSSTREICH von GROSSGRUNDBESITZERN und FREIMAURERN gewesen! Ferner: Eine “eigentliche Verkündigung einer Verfassung” wird üblicherweise in den Lexika auf 1787 gelegt, die Ergänzung der “Bill of Rights” auf 1791 datiert. Bibliographischer Nachweis: Matthias, L.L.: Die Kehrseite der USA, Reinbeck bei Hamburg: rororo pbk 1964, 1971, 1985. Wir erinnern uns in diesem Zusammenhang: Lousiana und New Orleans waren FRANZÖSISCHE KOLONIEN, gar nicht zu reden von den französischen Kolonien weit im Norden in Kanada an den Grossen Seen (Montral, Toronto).

-xxx-

c) Kann man sagen, daß der ÄGYPTENFELDZUG / die Expedition nach Ägypten, 1798-1801 – http://de.wikipedia.org/wiki/Ägyptische_Expedition KEINE WIRKLICHE MILITÄRISCHE BEGRÜNDUNG gehabt haben kann, also nicht AUSREICHEND  mit “militärischer LOGIK begründet werden kann” und DESHALB “etwas anderes dahinterstecken müsste”, zum Beispiel ein FREIMAURERINTERESSE??

-xxx-

2.3 Wir kommen jetzt direkt zum nächsten Punkt, also 100 Jahre später, nämlich zur Einweihung des Völkerschlachtdenkmals im Jahre 1913. Hier  könnte man zunächst einigermassen salopp darauf hinweisen, daß solche “Groß-Denkmäler” eben der Geschmack der Zeit waren, aus welcher auch das Hermanns-Denkmal an der Porta Westfalica bei Minden (bzw. Detmold)  stammt und das Kyffhäuserdenkmal, mit dem an Kaiser Friedrich Barbarossa erinnert wird.

Klammer auf: Herrmann der Cherusker ist niemand anderes als der Sieger der sogenannten VARUS-Schlacht, den man nach römischen Quellen als ARMINIUS benennt. Der Ort der Varusschlacht – http://de.wikipedia.org/wiki/Varusschlacht – wird etwa seit den 1980iger Jahren bei KALKRIESE vermutet, wo es ein grosses FUNDFELD mit römischen Funden gibt. Diese Zuschreibung könnte eventuell etwas voreilig gewesen sein, zumal die Ausgrabungen noch gar nicht abgeschlossen sind – und http://de.wikipedia.org/wiki/Fundregion_Kalkriese  bringt denn auch zwei neuere Interpretationsansätze, nämlich Kalkriese als Ort des Gefechtes des Generals Caecina während des Germanicus-Feldzuges oder Schlacht am Angrivarierwall. Klammer zu!

Jedoch ist das Völkerschlachtdenkmal ein SEHR BESONDERES Denkmal nicht nur wegen seiner GIGANTOMANIE von 91 Metern Gesamthöhe und 4 Hektar Aussenanlage mit “heiligem See”, auch nicht wegen der 30 Millionen Euro, die seine Restaurierung von 2003 – 2017 verschlingen wird,  worüber sich aber im Gegensatz zur neuen Residenz des Bischofs von Limburg, Tebartz van Elst, die “ungefähr” genausoviel kostet, (scheinbar) niemand nicht aufregt!

Ich spanne das Publikum nicht lange auf die Folter: Das SEHR BESONDERE und sogar TOTAL EXTRAVAGANTE am Leipziger Völkerschlachtdenkmal ist, daß es a) von FREIMAURERN bezahlt wurde und b) daß BIS HEUTE DORT FREIMAURER JEDES JAHR EINE BESTIMMTE ZEREMONIE durchführen.

So, zuerst eine Wikipedia-Auskunft – http://de.wikipedia.org/wiki/Völkerschlachtdenkmal

Hier lesen wir fast noch harmlos: “Der Grundstein für das Denkmal wurde am 18. Oktober 1898 im Südosten der Stadt gelegt. Errichtet wurde es nach Entwürfen von Bruno Schmitz. Bauherr war Clemens Thieme,[5] auf den der Einbau der Krypta zurückzuführen ist.[6] Finanziert wurde es durch eine speziell eingerichtete Lotterie und durch Spenden. Am 18. Oktober 1913 wurde das Völkerschlachtdenkmal eingeweiht.”

Bedauerlicherweise FEHLT hier etwas, was jedoch WOANDERS in Wikipedia erwähnt wird, nämlich in der Auskuft zu “Bruno Schmitz”, wo wir ziemlich am Ende erfahren, daß Bruno Schmitz dem Bund der Freimaurer angehörte! http://de.wikipedia.org/wiki/Bruno_Schmitz – Abschnitt “Privates” Auch der zweite federführende Mann. Clemens Thieme, hat einen eigenen Personaleintrag in Wikipedia, wo wir ebenfalls festsellen dürfen, daß er Freimaurer war – http://de.wikipedia.org/wiki/Clemens_Thieme_(Architekt)

So, und jetzt kommt etwas, was wir normalen Alltagsmenschen wahrscheinlich nicht einfach begreifen können! Clemens Thieme wird nämlich im Webprojekt “Freimaurer-Wiki” nicht nur einigermassen stolz erwähnt, sondern wir erfahren, daß das Völkerschlachtdenkmal zu Leipzig bei der “Eröffnung” im Jahre 1913 durch ein FREIMAURERRITUAL GEWEIHT wurde. Das glaubt mir bestimmt keiner und ich gebe also den bibliographischen Nachweis: http://freimaurer-wiki.de/index.php/Clemens_Thieme

Weil der Sachverhalt des FREIMAURERRITUALS im Völkerschlachtdenkmal  im  Jahr  1913 extravagant ist, füge ich hier sogar die Artikelgliederung aus Freimaurerwiki mit direkt-weblinks ein:

Kühl bis ans Herz hinan wage ich jetzt, ein Zwischenergebnis zu formulieren, wie folgt: Als man die Wahl gehabt hatte, ein PATRIOTISCHES und NATIONALES Denkmal zu errichten, wie es dem ZEITGEIST und ZEITGESCHMACK hätte gefallen können, da wählte man AUSDRÜCKLICH eine Art “ideologische Überhöhung” des Ganzen durch ein FREIMAURERISCHES RITUAL, welches, wie ich vermuten möchte, EXTRA FÜR DIESEN ZWECK ERFUNDEN bzw. ausgearbeitet worden sein könnte.

Im nächsten Gedankenschritt füge ich jetzt einigermassen frontal ein, was ich kürzlich irgendwo aufgeschnappt habe. Klügere Geister als ich, meinen nämlich herausgefunden zu haben, daß die ENTSTEHUNG EINES TERRITORIALEN DEUTSCHEN NATIONALSTAATES AUFS ENGSTE MIT NAPOLEON verknüpft ist, insbesondere mit dessen INSTALLATION EINER EINHEITLICHEN FRANZÖSISCHEN VERWALTUNG in den Staaten des sogenannten “Rheinbundes” von Napoleons Gnaden.  INSOWEIT nun Napoleon selbst oft in der Nähe von Freimaurerei gesehen wird, MUSS ES ALSO DURCHAUS KEIN IDEOLOGISCHER BRUCH sein, wenn wir beim Bau des Völkerschlachtdenkmals erneut auf Freimaurer treffen.

Allerdings darf ich hier gewissermassen einwenden: Wenn wir so argumentieren wollen, dann sollte man nicht vergessen,daß  die NAPOLEONISCH-FREIMAURERISCH-NATIONALISTISCH-IMPERIALISTISCHE TERRITORIALSTAATSWERDUNG DEUTSCHLANDS im 19. Jahrhundert nicht nur den sogenannten “kleindeutschen-großdeutschen” ANTAGONISMUS hervorrief, sondern ein BEREITS VORHANDENES STAATSMODELL AUSSCHLOSS oder vielmehr VERWARF, nämlich das ABENDLÄNDISCHE KAISERTUM DEUTSCHER NATION und die ALLERKATHOLISCHTE MONARCHIE des darauf folgenden KAISERTUMS ÖSTEREICH (-Ungarns). Das PIKANTE ist meines Erachtens: Es ist die VIELVÖLKER-INTEGRATION Österreich-Ungarns, die HEUTE sich als überaus fruchtbares DENKMODELL für EUROPA erweist, obwohl ich STARK bezweifeln möchte, wie dieses DENKMODELL funktionieren können soll, wenn man die ZUGEORDNETE KONFESSIONELLE BASIS in Form von CHRISTLICHEN Bekenntnissen heute gar nicht mehr erwähnen will – und sogar das Wort “Gott” aus der Präambel des Entwurfs für eine Europäische Verfassung ENTFERNEN will. Meine Frage wäre: Würden wir BESSER vorankommen, wenn wir statt “Gott” in die Europäische Verfassung die BEGRIFFE der “freimaurerischen” WEIHEREDE von 1913 des Clemens Thieme einzusetzen versuchten, also “Stimme der Weltgeschichte” oder “Weltenlenker” oder”Gott der Gerechte” oder “preussische Erhebung”???!!!

So, der Ordnung halber füge ich noch einen Nachweis von Seiten der Freimaurer ein, denn der Herr Clemens Thieme war Mitglied der “Apollo-Loge”, was diese offenbar BIS HEUTE nicht vergessen hat: http://www.freimaurerloge-apollo.de/r-loge-apollo-a-10.html

Wer zu sarkastischen Formulierungen  neigt, könnte jetzt vielleicht GANZ ÜBERSPITZT sagen: Es mußte erst der FREIMAURERISCH-NAPOLEONISCHE DEUTSCH-PREUSSISCHE TERRITORIALSTAAT KOMMEN, damit ÖSTERREICH-UNGARN KOMPLETT “ABGESCHAFFT” werden konnte und damit ZWEI WELTKRIEGE stattfinden konnten, was bedeuten würde, daß wir IM NACHHINEIN von Napoleon bis 1945 einen EINHEITLICHEN GESAMTPLAN im euopäischen “Kriegstheater” vorgeschlagen hätten, was die SEHR UNANGENEHME KONSEQUENZ hätte, daß wir die beiden Weltkriege NICHT MEHR LÄNGER als Betriebsunfälle der Geschichte interpretieren würden können, sondern als SINNVOLL MITEINANDER VERKNÜPFT betrachten müßten …

Ich möchte betonen: DIES IST EINE DENKÜBUNG für GENERALSTABSMÄSSIGE GESAMTSZENARIEN – und es wären noch etliche LÜCKEN der BEWEISFÜHRUNG aufzufüllen. ABER es ist SEHR BEDENKLICH, wenn man ÜBERHAUPT eine solche NEUE THESE weniger wagen kann als vielmehr WAGEN MUSS! Oder anders gefragt: Wäre die Geschichte OHNE den napoleonisch-freimaurerisch inspirierten “deutschen Imperialismus” womöglich ERFREULICHER verlaufen und war die Abschaffung Österreich-Ungarns insoweit ein STAATSPOLITISCHER FEHLER, und zwar ein Fehler der gigantischen Extraklasse, weil er doch immerhin Hitler und Stalin ÜBERHAUPT ERST “vorbereitete” ?

Und ganz nebenbei: Wer sich an solcherlei Überlegungen STÖSST, der wird sich sicherlich auch GEWALTIG STOSSEN an dem gleich folgenden Freimaurerzitat aus einer Rede im März 2013, gehalten in den Katakomben des Völkerschlachtdenkmals!

-xxx-

2.4 Inzwischen haben wir das Jahr 2013 erreicht und sind doch jetzt ganz bestimmt ganz weit weg von irgendwelchem “ritualistischen Mummenschanz” oder irgendwelchen karnevalistisch-folkloristischen Verkleidungsorgien??!!

Well, sind wir nicht! Im Gegenteil: Es wird noch seltsamer!

Es hat nämlich im März 2013 das folgende stattgefunden, und zwar eine “Buchloge”. Wer kein Freimaurer ist, wird vielleicht begrüßen, daß ich hier eine hoffentlich halbwegs umfassende Erklärung aus der Freimaurerquelle  http://freimaurer-wiki.de/index.php/Buchloge   bringe:

ZITATANFANG:

Buchloge

Einmal im Jahr, in der Zeit der Leipziger Buchmesse, veranstaltet die ortsansässige Loge “Minerva zu den drei Palmen” die sogenannte “Buchloge”.

Das ursprünglich Anliegen dieser Veranstaltung war es, Brüdern, die sich im Rahmen der Messe in Leipzig aufhielten, die Möglichkeit zu freimaurerischer Betätigung zu geben.

Völkerschlachtdenkmal

Der außergewöhnliche Veranstaltungsort – die Fundament-“Katakomben” des Völkerschlachtdenkmals – bewirkte jedoch bald, daß eine große Zahl von Freimaurern aus ganz Deutschland und der Welt Interesse bekundeten, der Buchloge beizuwohnen.

Begrenzung

Aus sicherheitstechnischen Gründen ist die Zahl der Teilnehmer auf 200 Personen begrenzt – dieses hat zur Folge, daß jedes Jahr Wartelisten geführt werden müssen.

Eine so große Zahl von Teilnehmern wird ansonsten in Deutschland nur bei Großlogentagen oder dem Konvent der Vereinigten Großlogen von Deutschland (VGLvD) erreicht.

Text: Ivan Wojnikow”

ZITATENDE

Es kommt aber noch doller: Nicht nur war die Veranstaltung vom März 2013 eines der größten und wichtigsten Freimaurertreffen in Deutschland überhaupt – SONDERN JEDES JAHR FINDET EINE SOLCHE “FREIMAURERARBEIT” oder “Tempelarbeit” statt, und zwar aus einem der seltsamsten Anlässe, die sich der ahnungslose Zeitgenosse überhaupt vorstellen kann, nämlich aus Anlaß der jährlichen Leipziger Buchmesse! Man frage mich bitte nicht, was das erste mit dem zweiten und dem dritten in diesem Fall zu tun hat: ICH WEISS ES NICHT – und ich finde es auch nicht erstrebenswert, es zu wissen!

Aber ich bringe von derselben Quelle noch ein PHOTO aus den KATAKOMBEN im FUNDAMENT des Völkerschlachtdenkmals vom März 2013 http://freimaurer-wiki.de/index.php/Buchloge

Leipzig2freimaurerische Tempelarbeit auf der jährlichen Versammlung in den Fundamentkatakomben des Völkerschlachtdenkmals von Leipzig aus Anlaß der jährlichen Leipziger Buchmesse, hier: März 2013

Ich bringe auch ein Zitat aus der im März 2013 gehaltenen Rede, die aber freimaurerisch als “Zeichnung” bezeichnet wird. Wir lesen: „Bei der pompösen und mit viel Militärpräsenz durchsetzten Einweihung des Völkerschlachtdenkmals 1913 war es denn auch nicht die Mahnung vor dem menschengemachten Kriege, welche die zahlreichen königlich und kaiserlichen Gäste berührte, es war ein vom nationalen Patriotismus geprägter Geist, der die Zeremonie vollständig durchzog. … Der Mensch oder genauer gesagt, eine überschaubare Gruppe von Menschen war schon insgeheim am Planen noch größerer kriegerischer Taten, größer und umfassender als es die Völkerschlacht je war. … Und ein Jahr später begann das, was das Mahnmal nur annähernd als steinerner Zeuge sinnloser Schlachten und Kriege den Menschen seiner Zeit als Spiegel der Erkenntnis vorhielt.“  source:
http://freimaurer-wiki.de/index.php/Buchloge

ICH BRAUCHE NICHT EXTRA ZU BETONEN, DASS DIESES ZITAT IN EINER FREIMAUREREIGENEN REDEWEISE SELBST GENAU DIE BEZÜGE VON DEM FREIMAURERISCHEN VÖLKERSCHLACHTDENKMAL ZUM ERSTEN WELTKRIEG ZIEHT, welche ich weiter oben als DENKÜBUNG für generalstabsmässige übergeordnete Analyse aufgestellt habe!

“So weit, so schlecht!”, könnte man jetzt vielleicht ausrufen, wäre da nicht noch diese seltsame LOGE “Minerva zu den drei Palmen”. Auch hier bringe eine Kurzauskunft aus Freimaurer-Wiki http://freimaurer-wiki.de/index.php/Minerva_zu_den_drei_Palmen

ZITATANFANG:

Entwicklung der Loge

Die Loge “Minerva zu den drei Palmen” Nr. 7 i. Or. Leipzig wurde als namenlose “Stammloge des hiesigen Orients” am 20. März 1741 gegründet, während des zu Ehren der Minerva beginnenden römischen Festes Quinquatrus.

1745 beschließen die Brüder, ihrer Loge den Namen “St. Jean aux trois compas” („St. Johannes zu den dreyen Cirkuln“) zu geben.

  1. August 1746: Gründung der deutschsprachigen Loge Minerva in Rücksicht auf die Universität Leipzig.
  2. Juni 1747: Wiedervereinigung der beiden Logen “Minerva” und “Aux trois compas” zu der Loge “Minerva zum Cirkul” unter Billigung des Distriktsgroßmeisters von Obersachsen, Br. Friedrich August Graf von Rutowski.”

ZITATENDE

So, und jetzt kommt etwas, womit das Publikum garantiert NICHT gerechnet hat, nämlich eine LISTE BEKANNTER MITGLIEDER der Leipziger Freimaurerloge “Minerva zu den drei Palmen” aus Quelle “Freimaurer-Wiki” http://freimaurer-wiki.de/index.php/Minerva_zu_den_drei_Palmen:

ZITATANFANG

Berühmte Logenbrüder

ZITATENDE

Ich wette 1 : 100, daß KAUM jemand im Publikum über diese PERSONENVERFLECHTUNGEN mit Freimaurerei im 19. Jahrhundert Bescheid gewußt hat! Und diese Liste mit bekannten Namen aus Wissenschaft und Kultur ist schon STARK GEKÜRZT, denn eine entsprechende Liste in der deutschen Wikipedia ist WESENTLICH LÄNGER.

Aus der deutschen Wikipedia zu “Minverva zu den drei Palmen” bringe ich jetzt zwei Zitate, die mir interessant erscheinen:

Zitatort: http://de.wikipedia.org/wiki/Minerva_zu_den_drei_Palmen

Zitat 1: “Seit 2007 veranstaltet die Loge einmal im Jahr anlässlich der Leipziger Buchmesse die sogenannte „Buchloge“ in den Fundament-„Katakomben“ des Völkerschlachtdenkmals.[5]

ZITATNACHWEIS zu ZITAT 1: Alexander Süß: Leipziger Freimaurer in Wort und Stein. Der Einfluss der Logen auf das Völkerschlachtdenkmal und die Verlagsstadt. Salier Verlag, Leipzig 2009, ISBN 978-3-939611-44-8 (Man beachte bitte, daß es nicht verboten ist, darüber nachzudenken, woher der Autorenname “Süß” kommen KÖNNTE …)

Zitat 2:, Abschnitt Neugründung (nach der Wiedervereinigung und dem Ende des kommunistischen Systems, welches der Freimaurerei nicht besonders freundlich gesonnen war …):

” Auf Initiative und Beschluss der Loge Friedrich zum Weißen Pferd Hannover wurde 1990 mit den Vorbereitungen zur Wiedergründung der Deputationsloge Loge Minerva zu den drei Palmen begonnen. Die Gründungsversammlung fand am 18. November 1990 statt.[3]

Am 7. März 1991 erfolgte die Wiedereintragung der Loge Minerva zu den drei Palmen Nr. 7 in das Vereinsregister. In der Rudolf-Breitscheid-Straße (heute Kurt-Schumacher-Straße) konnte am 23. März der erste ostdeutsche Freimaurertempel geweiht werden. Am 31. Dezember 1992 erhielt die Deputationsloge Minerva ihre Eigenständigkeit. Nachdem der Loge ihr Eigentum am alten Logengrundstück rückübertragen wurde, einigte man sich mit der Stadt Leipzig über einen Tausch gegen das Grundstück der ehemaligen Musikbibliothek in der Ferdinand-Lassalle-Straße 21. Dort wurde am 27. Mai 1995 das neue Logenhaus eingeweiht. Nach dem Verkauf dieses Grundstücks erwarb die Loge am 8. Januar 1997 eine Villa in der Naunhofer Straße 75, wo sich heute das Logenhaus befindet.[4]

Ich bringe Zitat 2 hier, weil man dort erfährt, welche UMFANGREICHEN TRANSAKTIONEN bei der Neugründung offenbar “ziemlich problemlos” möglich waren, und zwar einschließlich BESITZ – und GRUNDSTÜCKSRESTITUTION, die anderen Bürgern der ehemaligen DDR NICHT oder NICHT SO EINFACH “gewährt” wurden!

So, wir sind fast am Ende:

Die Loge “Minerva zu den drei Palemen” in Leipzig hat eine eigene Webseite unter http://www.minerva-zu-den-drei-palmen.de/ – wo man findet:

  • a) das folgende Photo – eher wohl eine Art “Prinzipskizze” – von Mitgliedern in “Freimaurertracht” oder “Freimaureruniform”

Leipzig3b) in der Navigationsleiste gleich DREI LINKS zum Thema “Buchloge” (= jährliche Versammkung im Fundament des Leipziger Völkerschlachtdenkmals)

-xxx-

2.5 Ich weise am Rande darauf hin, daß die öffentliche “Erinnerungs- und Betroffenheitsindustrie” im Oktober 2013 auf dem ehemaligen Schlachtfeld von Leipzig 1813 ein “Re-enactment” durchgeführt hat mit ca. 6000 aktiven “Komparsen” und angeblich ungefähr  30.000 Zuschauern.  Auf der einen Seite also hat es ein solches “bühnenmässiges” NACHSTELLEN von KAMPFHANDLUNGEN gegeben, auf der anderen Seite gab es eine begleitende Diskussion, welcher tiefere Sinn mit dergleichem verbunden werden könnte oder sollte. Wer allerdings im Internet recherchiert, wird dort feststellen, daß es “Leipzig-Reenactment-Webseiten” bis hin nach AUSTRALIEN gibt, was eine “BEGEISTERUNG” anzeigt, wie sie hierzulande kaum vorstellbar wäre. Besser vorstellbar im Rahmen deutscher Erinnerungsbeschaulichkeit sind dagegen die VIELEN AUSSTELLUNGEN und eher museumspädagogischen “Aufarbeitungsangebote” besonders in und um Leipzig, die natürlich ebenfalls einen erklecklichen WIRTSCHAFTSFAKTOR darstellen, wo viel Geld ausgegeben wird, wo aber auch viel Geld verdient wird.

-xxx-

3.Schluss

Welchen Schluss, welche Schlüsse soll oder kann man am Schluß dieses Artikels ziehen?

Nun, ich habe bereits in der Einleitung angedeutet, daß wir hier eine leicht PARADOXE Situation haben:

EINERSEITS haben wir hier hieb- und stichfest einen ERHEBLICHEN FREIMAUREREINFLUSS NACHGEWIESEN und das ist ja schon mal etwas GANZ ANDERES als die in aktuellen VERSCHWÖRUNGSDISKUSSIONEN “wabernden Nebelschwaden”, wo man nichts genaues nicht weiß und so “wohlig gruseln”  kann.

Ich glaube, das ist eine WICHTIGE HISTORISCHE LEISTUNG: WIR HIER HABEN DAS GRUSELN ERSETZT DURCH GLASKLARE INFORMATIONEN!

Andererseits allerdings ist das eigentlich auch schon alles, denn wir tun uns sehr schwer, HINTER DIE GEFÄLLIGE PUBLIKUMSWIRKSAME FASSADE der JÄHRLICHEN FREIMAURER-VERANSTALTUNGEN im Völkerschlachtdenkmal zu blicken. Was soll man schliesslich dagegen haben, wenn sich gediegene Herrschaften zu “folkloristisch-karnevalistischem Mummenschanz” verabreden?

Hier nun meine ich zunächst, darauf hinweisen zu können, daß es in einer Demokratie an sich unverdächtig bleiben muß, auf welche Art und Weise – in vorliegendem Falle also “Herrenabend mit Garderobenzwang bei Lesung, Vortrag  plus  Begleitprogramm für die Damen” sich gewisse und oft sehr HONORIG GEBENDE Mitglieder der höheren Gesellschaft und der INTELLIGENTSIA zu exklusivem Freizeittreiben versammeln wollen – oder nicht.

Problematisch könnte allenfalls sein, ob die hier sichtbar gewordene AUSSERORDENTLICHE PRIVILEGIERUNG noch zeitgemäß ist. Denn demokratisch sollte man erwarten, daß nicht nur Freimaurer in Leipzig ihr überaus stattliches LOGENHAUS (bzw. einen “angemessenen Ersatz” dafür) zurückerhalten haben, sondern daß auch die städtischen Kleingärtnervereine und Kaninchenzüchtervereine ihre weit weniger stattlichen Vereinsheime nach dem Kommunismus zurückbekommen haben, was eventuell der Fall sein könnte – oder auch nicht.

Wäre dem so, hätte es also eine flächendeckende RESTITUTION von BESITZ und EIGENTUM nach dem sogenannten Zusammenbruch des Kommunismus gegeben, dann würde als “gewissermassen problematischer Rest” eventuell bleiben, daß ja an sich gar nicht einzusehen ist, daß die Freimaurer offenbar das Völkerschlachtdenkmal als ihr PRIVATEIGENTUM betrachten – diese Formulierung ist KEIN Spass! -, wo NIEMAND SONST “stimmungsvolle nächtliche Versammlungen” abhalten darf, auch zum Beispiel womöglich  nicht ein  Jagdverein, der womöglich  die Kaninchenplage auf dem riesigen Denkmalsgelände etwas eindämmen möchte.

Ob allerdings hier gegen das GEBOT ZU WELTANSCHAULICHER NEUTRALITÄT des STAATES in einem eigentlichen Sinne verstoßen wurde, indem eine bestimmte Weltanschauung BEVORZUGT wird, könnte dahingehend FRAGLICH sein, wenn nämlich die DEUTSCHE STAATSKONSTRUKTION SELBER FREIMAURERISCH SEIN SOLLTE oder zumindest STARK FREIMAURERISCH DURCHWIRKT sein sollte. WÄRE es so, hätten wir also hier einen Ansatz für vertiefte historische Forschungen, dann wäre aber doch reichlich unklar, wie ein “deutscher Freimaurerstaat” ABGEGRENZT werden könnte gegen die bekannten historischen Interpretamente  vom “guten Hauswalter” oder vom “aufgeklärten Absolutismus”, wie sie wenigstens bis Ende des 18. Jahrhunderts kursierten.

Unproblematisch hinwieder ist, daß offenbar Stadtverwaltung und auch Freimaurer sich entschieden gegen eine INSTRUMENTALISIERUNG des Völkerschlachtdenkmals durch Gruppen “ganz weit rechts aussen” GEWEHRT haben.

Damit bin ich denn beim UNANGENEHMEN angekommen wie folgt: JEDWEDER BEWERTUNGSVERSUCH von AKTUELLEN FREIMAURERAKTIONEN kann nämlich nicht übersehen oder “ausklammern”, daß sich speziell im 19. Jahrhundert eine HARTE FRONTSTELLUNG zwischen Katholi”zismus” und Freimaurertum entwickelt hat, die mindestens bis in die Zeit des Papstes Pius XII. durchgehalten worden ist und derzufolge KEIN KATHOLIK MITGLIED DER FREIMAUREREI SEIN DURFTE – und zwar bei STRAFE DER EXKOMMUNIKATION nicht.

So KLAR und so HART dies an der OBERFLÄCHE zu sein SCHEINT, so überaus seltsam ist, daß es eine SEHR DEUTLICHE AFFINITÄT besonders HÖHERER KATHOLISCHER KIRCHENFUNKTIONÄRE zur Freimaurerei zu geben scheint, also etwa auch im Kardinals – und Bischofskollegium. Man würde sich aber bei meinem augenblicklichen Studienstand wahrscheinlich viel schwerer tun, UMGEKEHRT eine Affinität von “hardcore-Freimaurern” zur katholischen Kirche nachzuweisen.

An dieser Stelle angekommen darf ich vielleicht drei  Dinge in die Debatte werfen:

a) Katholi-“zismus” und Freimaurertum sind – sozusagen per definitionem – INITIATORISCHE GEHEIMBÜNDE, also in einem “seltsamen Punkte” an sich RECHT ÄHNLICH strukturiert und ORGANISIERT.

b) Es hat in der Geschichte etliche Beispiele gegeben, daß Organisationen, die weit weniger “initiatorischen Geheimbünden” ähnelten als Katholizismus und Freimaurertum UNTERWANDERT und INFILTRIERT wurden. Jedoch Obacht: Infiltration und Unterwanderung sind IN SICH noch keine verwerflichen Handlungen, sondern eher ganz normale Begleiterscheinungen von MACHTKÄMPFEN.

c) In jedem RITUALISMUS wird vorausgesetzt, daß durch RITUALE ÜBER DEM MENSCHEN oder ausserhalb des Menschen stehende “Agentien” oder “Akteure” OPERATIONALISIERT werden können.

Ich komme deshalb zu folgendem VORLÄUFIGEN Schluss: Wir stellen zwar fest

– starke Ähnlichkeiten

– starke Antagonismen

ABER MAN HAT VERGESSEN, UNS ZU SAGEN, WELCHE BEURTEILUNGSKRITERIEN angewendet werden sollen, um in einem Problemfall mit STARKEN ÄHNLICHKEITEN sogenannte “hinreichende Unterscheidungen” überhaupt logisch einwandfrei einführen zu können!

Bei aller VORSICHTIGEN Zurückhaltung möchte ich deshalb zu bedenken geben, daß wir heute eigentlich NICHT VIEL WEITER sind als zu Zeiten der ENTSTEHUNG des Christentums, denn schon DAMALS hat es einen STARKEN ANTAGONISMUS gegeben, nämlich zwischen jungem Christentum und GNOSTIKERN. Diese damalige DRAMTAIK ist heutigen Zeitgenosen wahrscheinlich schon gar nicht mehr richtig deutlich – und ich bringe deshalb einen Lesehinweis, wie folgt:

Altheim, Franz: Der Unbesiegte Gott. Heidentum und Christentum, Reinbeck bei Hamburg: rororo pbk. 1957

Wenn ich dieses Buch von Franz Altheim nicht total mißverstanden habe, dann könnte man eventuell dahingehend zusammenfassen, daß Altheim hier im Kern argumentiert, daß es ein WUNDER IST, daß das junge Christentum ÜBERHAUPT ÜBERLEBT hat – und nicht vielmehr schon gleich bei der Geburt unterging.

Und damit wäre ich schon bei einer zweiten Leseempfehlung. Wir haben nämlich seit neuestem ein AUSGEARBEITETES ARGUMENTATIONSBEISPIEL, wo Joseph P. Farrell fein säuberlich auseinanderklamüsert hat, daß eine BEZIEHUNG BESTEHT zwischen WELTANSCHAULICHEN POSITIONEN und WISSENSCHAFTSKONZEPTEN!

Ja, das ist ein bischen zu abstrakt gesagt.

Also etwas mehr Erläuterung bitte!

Well, Farrell weist meines Erachtens SEHR ÜBERZEUGEND nach, daß die VERSCHIEBUNG IM CHRISTOLOGISCHEN DOGMA, welche von AUGUSTINUS ausgehend ungefähr um 700 n.Chr. zur Einfügung des “filioque” in das WESTCHRISTLICHE GLAUBENSBEKENNTNIS  geführt hat, NICHT NUR URSÄCHLICH MIT DER SPALTUNG DER CHRISTENHEIT VON 1054 n.Chr. zusammenhängt, sondern auch einen BRUCH markiert, von dem aus WISSENSCHAFT eine ANDERE ENTWICKLUNG genommen hat, und zwar insbesondere eine solche, die zu HEUTIGEN EXTREMGEFAHREN durch SKLARPHYSIK und andere HYPERPHYSIKALISCHE NEUIGKEITEN geführt hat, die allerdings sehr wahrscheinlich gar nicht wirklich “neu” sind, sondern in einer ÄHNLICHEN FORM und SCHON EINMAL zu MENSCHENGEMACHTEN KATAKLYSMEN und ZUSAMMENBRÜCHEN geführt haben!

Wenn wir Farrell zuhören wollen, könnte man eventuell, ungefähr wie folgt,  sagen: ES GIBT NICHT NUR eine CHRISTLICHE DREIHEIT / Trinität und nicht nur einen STREIT innerhalb des Christentums über die “KORREKTE KONSTRUKTION VON METAPHYSISCHER DREIHEIT”, sondern es gibt auch eine REIN-PHYSIKALISCHE DREIHEIT in der heutigen SKALARPHYSIK.

So, dazu gebe ich jetzt den zugehörigen bibliographischen Nachweis, wo man die kopfzerbrecherischen Argumentationen alle selber nachlesen kann:

Farrell, Joseph P. : The Philosopher`s Stone. Alchemy and the Secret research for exotic matter, Port Townsend/WA: Feral House 2009 – chapter C.2 “Alchemical References to the Augustinisized Trinity”, p. 36- 61

Wohlgemerkt, ES GEHT HIER NICHT um die seit Raimond Ruyer plakativ gewordene These von einer TENDENZ ZU GNOSTIZISMUS besonders unter heutigen FORTGESCHRITTENSTEN Naturwissenschaftlern, sondern es geht hier LETZLICH DARUM, OB DIE HEUTIGE ART VON WISSENSCHAFT nicht ihren CHARAKTER DAHINGEHEND VERÄNDERT hat, daß sie eine ESOTERISCHE ZAUBEREI geworden ist nach den PARADIGMEN der SYMPATHETISCHEN MAGIE.

Die Gegenposition des klassischen Christentums, soweit ich meine, sie herausgefunden zu haben, ist HART und KOMPROMISSLOS: DAS CHRISTENTUM LEGT ÄUSSERSTEN WERT DARAUF NACHZUWEISEN, DASS ES KEINE MAGISCHE VERANSTALTUNG IST, dass insbesondere der CHRISTLICHE PRIESTER KEIN ZAUBERER ODER SCHAMANE IST!

Wer sich für den französischen Philosophen Ruyer interessiert, für den gebe ich zwei sehr markante und bezeichnende QUELLENNACHWEISE für fortgeschrittene Studien :

Ruyer, Raimond: La gnose de Princeton – Fayard, Paris, 1974 – deutsch unter dem Titel: Die Gnostiker von Princeton

Ruyer, Raimond: Dieu des religions, Dieu de la science – Flammarion, Paris 1970

So, damit habe ich hoffentlich genugsam angedeutet, daß “hinter” dem Antagonismus zwischen Freimaurern und Christentum eventuell “doch etwas mehr” stecken könnte, als für den Seelenfrieden des durchschnittlichen Zeitungslesers und Wissenschaftskonsumenten gut täte.

-xxx-

Aber Obacht, JETZT werden wir doch  noch ein bischen RELATIVIEREN, wie folgt:

Relativierung 1: Freimaurerei und “leicht exzenrische” Individualisten und sonstige Geistesgrößen

Ähnlich, wie es in den christlichen Kirchen VIELE VERSCHIEDENE Richtungen gibt, so gibt es auch bei den Freimaurern viele unterschiedliche “Wege”, und zwar besonders auch UNTERSCHIEDLICH in den GEISTIGEN ANFORDERUNGEN, also im GEISTIGEN NIVEAU. Ich mache einfach eine kleine Autorenliste und überlasse den Fachleuten zu entscheiden, wie “nahe dran am Kern von Freimaurerei” die Autoren tatsächlich sind, denn die ABGRENZUNGEN zwischen FREIMAUREREI, OKKULTISMUS, RITUELLER MAGIE, ALCHEMIE und ESOTERIK sind durchaus SEHR FLIESSEND und ZIEMLICH UNSCHARF. Ich selbst kenne auch nur eine einzige Buchquelle, die sich auf dem Wissenstand des 20 Jahrhunderts VOR DER EINFÜHRUNG DER SKALARPHYSIK durch Joseph P. Farrell mit diesem Komplex auseinandergesetzt hat in einer HALBWEGS “akzeptablen” Art und Weise:

Doucet: Geschichte der Geheimwissenschaften, Magie, Alchemie, Okkultismus, München: Heyne pbk 1980 (diese Quelle ist KEINESWEGS als “rundum gelungen” einzustufen, aber immer noch besser als vieles andere!)

EINZELAUTOREN

– Israel Regardie: Die Elemente der Magie, Reinbeck bei Hamburg: rororo pbk 1991, zuerst engl. u.d.T.: Foundations of Practical Magic, Wellingborough,UK: Thorsons Publishing 1979  (kleine Zusammenfassung des in mehreren Bänden ausgearbeiteten kompletten magischen Systems des GOLDEN DAWN – in Deutsch erschienen bei Hermann Bauer, Freiburg?? – , welch letzterem man auch schon QUERBEZIEHUNGEN zur VRIL-Gesellschaft der NAZIS nachgesagt hat!)

– Freiherr von Sebottendorf: Die Praxis der alten türkischen Freimaurerei, Leipzig 1924  (Der Titel ist ein bischen irreführend, denn der Freiherr hat in der Türkei gegen ENDE DES OSMANISCHEN GROSSREICHES hauptsächlich sogenanntes “esoterisch-okkultes” Wissen gesucht und studiert, wie es auch in einigen Richtungen des ISLAM überliefert wird. Das PIKANTE ist: Es ist KEINESWEGS GEWISS, ob  der Freiherr von Sebottendorf AUTHENTISCHE Überlieferungen kennenlernen DURFTE … oder ob man ihm etliche “Bären aufgebunden” hat! Ich selbst habe Sebottendorf bis jetzt nicht gelesen, möchte aber stark bezweifeln, ob er jemals die Höhe der folgenden NICHT-FREIMARERISCHEN “Zusammenfassung” aus IRAN/Persien erreicht hat:

Bakhtiar, Lale: SUFI. Ausdrucksformen mystischer Suche, München: Kösel 1987 – engl. unter dem Titel: Sufi. Expressions of the Mystic Quest, 1976, davon 2. Aufl. London: Thames and Hudson 1979

In diesem Büchelchen von Lale Bachtiar befinden sich KOMPLETTE SYMBOL-ZYKLEN aus ISLAMISCH-PERSISCHER Tradition, von denen einige  nach meinem gegenwärtigen Kenntnisstand im Sinne von HEUTIGER SKALAR- und AETHERPHYSIK “gedeutet” werden könnten, ganz zu schweigen davon, daß sie eine Art “Städtebaukunst-Anweisung” beinhalten.  Ich bin SEHR ZUVERSICHTLICH, daß derlei dem Freiherrn von Sebottendorf und anderen NAZI-Grössen sehr wahrscheinlich entgangen sein könnte.

– Evola, Julius (Graf von): a) Metaphysik des Sexus, Frankfzrt/Main Berlin, Wien: Ullstein pbk 1983; hardcover-edition: Stuttgart: Klett-Cotta 1962, italienisch u,d,T,; Metafisica del Sesso – b) Die hermetische Tradition, Von der alchemistischen Umwamdlung der Metalle und des Menschen in Gold. Entschlüsselung einer verborgenen Symbolsprache, Interlaken, CH: Ansata 1989 – c) Erhebung wider die moderne Welt, Stuttgart DVA 1939 (!!!) d) Julius Evola, Gruppe von Ur: Magie als Wissenschaft vom Ich, Interlaken, CH: Ansata 1985; ital. u.d.T.: Introduzione alla Magia a cura del Gruppo di Ur, Roma: Editioni Mediterranee 1971 – Dem Grafen Evola, einer Art “multitalentiertem Hochbegabten”, der an sich zuerst in Felde der BILDENDEN KUNST hervortrat (Malerei?), wurde übrigens eine “gewisse Nähe zu NAZI-Kreisen” nachgesagt – und ich würde wirklich nicht alles, was er schreibt,  als eine Art “göttliche Offenbarung” missverstehen wollen!

– Crowley, Aleister: Ich weigere mich, die exzentrischen Geschmacklosigkeiten dieses “Dandy der Magie”, der vom  “Golden Dawn” durch  McGregor  Mathers AUSGESCHLOSSEN wurde,   zu bibliographieren! Wer`s trotzdem unbedingt wissen will, kann sich in Wikipedia schlau machen: http://de.wikipedia.org/wiki/Aleister_Crowley

– Papus (Pseudonym von: Gérard Analect Vincent Encausse) – siehe Wikipedia German  http://de.wikipedia.org/wiki/Gérard_Analect_Vincent_Encausse – wesentlich umfangreicher Wikipedia ENGLISH http://en.wikipedia.org/wiki/Gérard_Encausse (die englische Wikipedia verwendet zur Charakterisierung stellenweise das Wort “para-masonry”) – Obacht: PAPUS werden MANCHMAL “Verwicklungen in der RUSSISCHEN HOCHARISTOKRATIE”  nachgesagt, die schlußendlich dem STURZ DES GEWEIHTEN ZARTUMS in 1917 VORAUSGINGEN!)

– Dion Fortune (Pseudonym für: Violet Mary Firth): Selbstverteidigung mit PSI, Interlaken, CH: Ansata 1985 (Diese Autorin löste sich vom GOLDEN DAWN und das hier zitierte Buch ist deshalb so lesenswert, weil dem völlig unerfahrenen Zeitgenossen etwas von der “Atmosphäre des freimaurerisch-magischen Dunstkreises mit all seinen  wabernden okkulten Nebelschwaden” vermittelt wird und auch ein paar Tipps und Tricks geliefert werden, wie man IN EINEM SOLCHEN UMFELD MENTAL-PHYSISCH ÜBERLEBEN kann!)

-xxx-

Relativierung 2: Freimaurerei und Bildungsbürgertum

Das menschliche Gehirn neigt entschieden dazu, alles zu KATEGORISIEREN und dabei UNTERSCHIEDE einzuebnen, bis wir dann MONOLITHISCHE BLÖCKE vor uns haben wie “Freimaurerei” und “Katholizismus”, die es aber sehr wahrscheinlich in einer solchen UNIFORMITÄT überhaupt gar nicht gibt und eventuell auch niemals gegeben hat.  Im Falle der Freimaurerei können wir zu dieser Beobachtung noch eine womöglich viel mehr erheiternde hinzufügen: FREIMAUREREI IM 19. Jahrhundert ist nämlich ein BILDUNGSBÜRGERLICHES Phänomen einer bestimmten Form von Geselligkeit in Männerzirkeln, wo man sich zunächst einmal “gar nichts Schlimmes dabei denken muss” – bis man dann EVENTUELL auf “hardcore-Freimaurer” stößt oder auch nicht! Oder anders gesagt: An einem ganz gewöhnlichen Sonntag irgendwann im Leipzig des 19. Jahrhunderts gehörte es einfach zum “guten Ton”, daß sich die GEHOBENE BÜRGERLICHE GESELLSCHAFT im Logenhaus traf und dort nicht nur allerlei “gebildete Konversation” betrieb, sondern zum Beispiel auch “Belange der Stadt” ähnlich wie in einem Stadtrat “besprach” oder “ventilierte”: Man würde solchen HONORIGEN Mitbürgern wahrlich Unrecht getan haben, wollte man sie auch nur ansatzweise in die Nähe von “verruchter schwarzer Magie” oder sonstigen “Anstößigkeiten” bringen! Obwohl, da ist noch ein RESTZWEIFEL, der RESTZWEIFEL nämlich, wie NAHTLOS der ÜBERGANG vom “freimaurerisch-bildungsbürgerlichen” Leipzig zu dem “Leipzig der NAZIS” gelang mit dem “Amt Ahnenerbe” und allem, was an Unerträglichkeiten dort versammelt war! Nun, wir wollen hier nicht ÜBERSENSIBEL reagieren – und ich bringe jetzt einige BESTÄTIGENDE ZITATE zu der EINSCHÄTZUNG von “Freimaurerei als bildungsbürgerlichem Phänomen”, und damit letztlich auch wenig besorgniserregendem Phänomen!

Quelle:

Ralf Julke: Völkerschlacht, Denkmal und Verleger: Leipziger Freimaurer in Wort und Stein, Artikel (Buchrezension)  vom 22.11.2009 in der “Leipziger Internet Zeitung”, http://www.l-iz.de/Bildung/B%C3%BCcher/2009/11/Leipziger-Freimaurer-in-Wort-und-Stein.html

-xxx-

Julke-Zitat 1: “Das Leipziger Völkerschlachtdenkmal und die Freimaurer – das ist eine beliebte Geschichte voller vager Andeutungen, geheimnisvoller Zeichen, wabernder Vermutungen. Stoff für viele Bücher, die in den letzten Jahren den Leser beglückten. Nun hat auch der Salier Verlag eines vorgelegt.

Geschrieben von Alexander Süß (34). Der gebürtige Münchener hat in Leipzig Museologie studiert und lebt und arbeitet als Kurator und Illustrator in Frankfurt am Main. Er geht das Thema nicht ganz so geheimnisvoll an wie etwa Rolf Affeldt und Frank Heinrich mit ihren Büchern “Das Völkerschlachtdenkmal gibt sein Geheimnis preis” (1993) und “Testament der Freimaurer. Das Völkerschlachtdenkmal zu Leipzig” (2000). Aber auch nicht ganz so nüchtern wie Otto Werner Förster, der die Leipziger Freimaurer-Szenerie schon in etlichen Fleißarbeiten beleuchtet und erläutert hat.

Wer Förster gelesen hat, weiß, dass es da nicht wirklich viele Geheimnisse gibt, auch wenn die alten Geschichten nicht nur aus der Frühzeit der Freimaurerei bis heute fortwirken. ”

-xxx-

Julke-Zitat 2: “Mittlerweile gibt es ganze Verzeichnisse, die auflisten, wer alles einmal in den diversen Logen Europas und Amerikas Mitglied war. Ganz offiziell. Man traf sich ja auch nicht unbedingt in Katakomben, plante auch keine Verschwörungen. Auch Leipzigs bedeutende Logen hatten ihre Logenhäuser. Und fast jeder, der im vom Bürgertum geprägten und regierten Leipzig etwas – zumeist Gutes – bewirken wollte, trat einer Loge bei, wo er nicht nur seinen “Meister” fand, sondern in der Regel Gleichgesinnte, mit denen man gemeinsam Projekte anpacken konnte.

So wie das Völkerschlachtdenkmal, das die feudalen Herrscher der Zeit aus gutem Grund nie wollten und schon gar nicht förderten. Denn hier wurden tatsächlich bürgerliche Werte geehrt: Freiheitsliebe, Brüderlichkeit, Nationalstolz. In der ganzen Mischung, die so schwierig ist und die bürgerliche Parteien bis heute wie auf Eiern tanzen lässt.”

Julke-Zitat 3: “Die Leipziger, die den Koloss initiierten – allen voran der Freimaurer Wilhelm Clemens Thieme – wussten sehr genau, dass ihre Ideale in nationalistischer Verbohrtheit nicht zu verwirklichen waren. So wundert es nicht, dass in den Reihen der Alliierten vor Leipzig genauso Freimaurer das Kommando führten wie bei den Truppen Napoleons. Süß listet das alles einfach einmal auf, nennt Namen, Funktionen und Wirkung. Denn natürlich wirkten sie – jeder auf seinem Feld. Der Arzt bei der Organisation des Lazarettwesens, Beamte und Offiziere in der so dringenden Reformation des preußischen Staates.”

-xxx-

Julke-Zitat 4: “Freimaurer wirkten in allen Bereichen der Stadt Leipzig. Unter anderem auch im Verlagswesen. Auch da gibt es kein Geheimnis. Es hat vielleicht die Auswahl der verlegten Bücher bestimmt, die Kontakte verbessert, den Diskurs angeregt. Aber es ist kein Geheimnis in den Büchern, die Tauchnitz und Reclam herausbrachten. Nur in ihrem Ideal steckt die Freimaurerei: die Leser klüger zu machen, mit Wissen zu versorgen, Grenzen zu überspringen.

Welchen Einfluss hatten also die Logen auf die Verlagsstadt Leipzig? – Die nüchterne Antwort: keinen. Die vorsichtige Frage: Vielleicht doch eine Menge? – Süß schildert nur, was er gefunden hat. Doch darüber, was bei den Logentreffen besprochen wurde, darüber gibt es keine Protokolle. Nur Belege über Stimmungen und Tendenzen. Denn auch die Logen waren wie ihre Mitglieder – die einen stockkonservativ, die anderen so liberal, dass man sie gar nicht erwähnen mochte.

Wer die Geschichte der jeweiligen Freimaurerei vor Ort schreibt, der schreibt im Grunde die Geschichte des Bürgertums. Wer wirken wollte ganz im bürgerlichen Sinn, der trat einer Loge bei. Der vernetzte sich hier. Und der fand hier Mitstreiter, die mitzogen, wenn einer eine Idee hatte, die es sich lohnte umzusetzen – etwa die des Völkerschlachtdenkmales, das ursprünglich einmal Völkerschlacht-Nationaldenkmal heißen sollte.”

-xxx-

Wenn man die UNGEMEIN KLUGE Rezension von Ralf Julke vielleicht zusammenfassen kann, dann vielleicht so: Unser Problem ist nicht Freimaurerei, sondern die GEWÖHNLICHKEIT des BÜRGERLICHEN ALLTAGS, was zu gewissermassen FLUCHTVERSUCHEN führt, von denen das Leipziger Völkerschlchtdenkmal nur eines von vielen anderen BEISPIELEN ist, wobei dieses Beispiel vielleicht versehntlich “eine Nummer zu gross und zu gigantisch” geworden ist: Mei, sowas kann passieren und die Weltgeschichte hat schon Schlimmeres gesehen!

-xxx-

Und mehr möchte ich nicht sagen und ich lasse die von mir aufgezeigte DISPARATE SPANNUNG innerhalb des Phänomens Freimaurertum so stehen, wie ich sie aufgefunden zu haben meine  – ausser daß vielleicht zu ergänzen wäre, daß man  jedem zugestehen kann, daß niemand sich gerne und ständig  freiwillig veräppeln lässt VON WEM AUCH IMMER!

Ich selbst “fühlte so etwas wie  VERÄPPELUNG”, als ich erleben mußte, wie eine “bürgerliche” Partei eines kleinen Bundeslandes begann, in einem freimaurerischen Logenhaus oder Tempel ihre Versammlungen abzuhalten – und habe mich STRIKT GEWEIGERT,  ein solches “AGGIORNAMENTO vermittels WISCHIWASCHI” mitzumachen, wobei ich aber möglicherweise die BÜRGERLICHE HARMLOSIGKEIT und bELANGLOSIGKEIT des Ereignisses in seiner ganzen BANALITÄT womöglich nicht korrekt erfaßte!

Daß auch wir hier den ALTEN STREIT NICHT LÖSEN konnten, einen Streit, der, wie wir sahen,  MINDESTENS 2000 Jahre alt ist, bitte ich das Publikum, nachsichtig in Kauf zu nehmen!

Eines allerdings könnte eventuell gewiss sein:

DER ALTE STREIT GEHT WEITER – und zwar solange, bis ein grosser Lehrer nach Art des Jesus Christus oder des Buddha oder des Laotse auftritt und uns allen BESSERE ERLÄUTERUNGEN wenigstens ANBIETET!

Welches aber ist der alte Streit?

DER ALTE STREIT, den schon THOMAS VON AQUIN herauszumeisseln mitgeholfen hat, ist:

GIBT ES EINEN GOTT DER WISSENSCHAFT ALS GEGNER DES GOTTES DER RELIGION?

GIBT ES EINE UNVEREINBARKEIT ZWISCHEN RELIGIÖSER UND WISSENSCHAFTLICHER WAHRHEIT? (Hier lauert  im Hintergrund der NOMINALISMUS – Streit des ausgehenden Mittelalters …)

Wer “spicy” und zugespitzte Formulierungen liebt, könnte eventuell fragen: IST DIESE 3-D-Realität von Raumzeit  IN IHRER KERNKONSTRUKTION SCHIZOPHREN und also “in sich gespalten”?

ODER GIBT ES – “eigentlich” –  NUR EINEN GOTT UND DESSEN EINE WAHRHEIT?

Und damit dürfte klar sein, daß ich wenigstens zu jenem Teil der deutschen Intelligentsia gehöre, der nicht einmal irgendeinen Wert darauf legen würde, zu “nächtlichen Veranstaltungen” im Völkerschlachtdenkmal zu Leipzig “eingeladen” zu werden, egal ob diese Einladung vom deutschen STAAT käme (Stadtverwaltung Leipzig) oder von der bevorrechtigten Freimaurerloge “Minerva zu den drei Palmen”.

—xxx—

Wegen einer aktuellen Debatte im Jahre 2017 möchte ich jetzt neu ergänzen:

Dieser Aufsatz hat eine Frage NICHT beantwortet: WARUM ist eine ZEITLICHE KOPPELUNG zwischen der Eröffnung der Leipziger Buchmesse und der Freimaurerversammlung im Leipziger Völkerschlachtdenkmal?

Was haben BÜCHER und das BUCHGESCHÄFT mit FREIMAURER zu tun?

Die Antwort wird sehr viele sehr überraschen! Als ich nämlich für mein Einstein-Buch Immanuel Kant – 1724-1804 –  überprüfte, konnte ich zwar feststellen, daß FREIMAURER der Universität Königsberg und aus dem Königreich Preussen bei ihm ein- und ausgingen, aber Immanuel Kant selbst möglicherweise KEIN EINGETRAGENES Mitglied der Freimaurerei war. BEI DIESER RECHERCHE stieß ich aber auf FREIMAURERLISTEN des 18. Jahrhunderts in welchen auch BERUFE genannt waren.

Und jetzt kommt’ s: IN DIESEN FREIMAURERLISTEN DES 18. JAHRHUNDERTS stellte ich fest, daß praktisch ALLE BEKANNTEN UND BERÜHMTEN DEUTSCHEN BUCHVERLAGE FREIMAURER-GRÜNDUNGEN sind oder FREIMAURERN GEHÖRTEN – und vielleicht noch gehören.

DIES ERKLÄRT zu einem großen Teil, WARUM ICH IN DEUTSCHLAND und WESTEUROPA BIS AUCH NACH 30 JAHREN FORSCHUNGSERGEBNISSEN NICHT PUBLIZIERT bin, denn BEIDE SEITEN spüren eine “unterschwellige AVERSION”, weil ich nämlich zufälligerweise katholischer Christ mit ostkirchlich-orthodox-slawischem  Einschlag bin (letzteres wegen meiner Familiengeschichte).

Wir BEGRIEFEN mit dieser NEUEN INFORMATION der FREIMAURERISCHEN DURCHSEUCHUNG praktisch des gesamten Publikationsbereichs in Deutschland und wahrscheinlich auch in Westeuropa, welche GENIALE GESCHÄFTSIDEE  die praktische Kollaboration zwischen VATIKAN und FREIMAURERN beim ZWEITEN VATIKANISCHEN KONZIL war, wo weltweit ALLE KATHOLISCHEN KIRCHENBÜCHER ERNEUERT werden mußten, welche natürlich – besonders in Deutschland – von FREIMAURERVERLAGEN gedruckt wurden, die dadurch das GIGANTISCHSTE BUCHGESCHÄFT ALLER ZEITEN gemacht haben, indem ZWEI FEINDE zusammengearbeitet haben – und dabei FEINDE BLIEBEN!

Buike Science And Music

 

Advertisements

About bbuike

- *1953 in Bremen / Germany - since decennia in Neuss / Germany - classical composer (registered since 2005) - scientific freelance writer - registered to German National Library "Deutsche Bibliothek", search "Bruno Buike", with 246 items in 2013 1996-97 - 5000 qm Rekultivierung Obstwiese mit Kleintierhaltung 2004/05 - 3 Wochen Gartenpflege in einem orthodoxen Kloster in Deutschland 2009 - 3 Wochen Katastrophenhilfe Einsturz des Kölner Stadtarchivs 2011 - journey to Przemysl/Poland - and learning of basic Polish vocabulary and reading/pronounciation 2013 University of Tokyo - Conditions of war and peace - Coursera - Certificate 2013, December - after 15 years in mainly Russian-orthodox and Greek-orthodox affairs return to Roman-Catholic church 2014 National University of Singapur, Conservatory - Write like Mozart. Introduction to classical composition - Coursera Certifikate "with distinction"
This entry was posted in history, military and tagged , , , , , , , . Bookmark the permalink.