Gipfeltreffen – summit: Antonius und Paulus in Ägypten

1. HEUTIGE POLITIK steht sozusagen fortwährend vor dem KOLLAPS: Der 3.Weltkrieg ist nur mit VIEL GLÜCK seit 1945 bislang ausgeblieben. Die Wirtschaftsturbulenzen des Jahres 2008 erinnern in Deutschland die Leute SOFORT an die Inflation von 1920-1924, von 1945-1949 nach den beiden Weltkriegen und an die Wirtschaftskrise von 1929.
Die AUFREGUNG wird sozusagen noch gesteigert durch das HEILLOSE DURCHEINANDER der Besserungs-Vorschläge, an die eigentlich keiner richtig glaubt, weil sie nur VERMUTUNGEN sind über Dinge, die man gar nicht wissen kann – oder aber LÜGEN und VERÄPPELUNG oder halb-dämliches Marketing für “dressierte Pawlow’sche Hunde” …

2. Kurz, wohin man blickt, begegnet einem Jammer über Jammer – und RATLOSIGKEIT DER GESCHEITEN und der Gescheiterten!

3. Völlig unpassenderweise gibt es auch in dieser heutigen Situation noch christliche Vornamen.
Meine Vornamen sind womöglich noch unpassender, weil sie nämlich beide von Einsiedlern genommen wurden, und zwar zwei Extremsportlern in Sachen Weltabgewandtheit – wo doch alle MEHR WeltZUGEWANDTHEIT fordern, was Italienisch wohl auch “Aggiornamento” heißt und vom Wort her so etwas ähnliches meint wie “Anpassung an die Erfordernisse des TAGES”, woran man sieht, daß Aggiornamento ein eminent politisches Wort ist.

4. Keck und KÜHN setze ich also hier einen Ausschnitt aus der Lebensgeschichte des hl. Antonius, des Einsiedlers und Mönchsvaters aus der Wüste Ägyptens – “Wüste”: ist das nicht eine treffende Zustandsbeschreibung UNSERER GANZEN GEGENWART, “geistige Wüste” zumal??? -, weil man daraus dreierlei LERNEN kann, nämlich a) Politik, b) Krisenmanagement bei Gipfeltreffen und c) sogar LEBEN, wie es ist – und nicht, wie es geträumt oder phantasiert oder demagogisiert wird.

“Pressephoto des Geipfeltreffens zwischen
dem hl.Antonius und dem hl.Paulus von Theben (in Ägypten)”
– Isenheimer Altar – Matthias Grünewald
Colmar / Frankreich 

5. Und also lauschen wir folgender Quelle:
Zander, Hans Conrad: Gottes unbequeme Freunde. Heilige für unsere Zeit, Hamburg: Gruner + Jahr (STERN) 1982, 1. Auflage; Kapitel: Antonius – Die Einsamkeit, S. S.231 – 238

6. Wir wählen folgenden “Arbeitstitel”: “Wie zwei hl. Einsiedler sich trafen – und was sie dem möglicherweise apokalyptischen 3.Jahrtausend nach Christus möglicherweise zu sagen hätten!”

— ZITATANFANG —
— S.231 —
Neunzig Jahre alt ist der heilige Antonius, als er oben in der Einsamkeit der Felsenhöhle zum ersstenmal eine Stimme hört: “Ich bin der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs”, sagt die Stimme. ” Ich bin der Gott Jesu Christi. Antonius, nimm deinen Stock und ziehe ein letztes Mal in die Wüste!”

… Nach dreitägiger Wanderung durch die Berge am Roten Meer steht Antonius vor einer Quelle. Neben der Quelle ein paar Dattelpalmen, darunter eine Hütte. Und vor der Hütte ein Mann, so alt, daß Antonius, der Neunzigjährige, sich wie ein Jüngling vorkommt.

— S.236 —
” Wer bist du?” fragt der Alte mit freundlicher Verwunderung. – ” Ich bin der heilige Antonius.” – ” Und ich bin der heilige Paul von Theben. Komm herein, junger Mann. Wir wollen zusammen ein paar Heuschrecken essen und etwas wilden Honig. ”

Drei Wochen haben der heilige Antonius und der heilige Paul von Theben zusammen unter den Dattelpalmen am Roten Meer gesessen. Von Zeit zu Zeit lächeln sie einander über die Zehen hinweg freundlich an. Und keiner sagt auch nur ein einziges Wort.

Da, am ersten Tag der vierten Woche, räuspert sich der heilige Antonius: ” Was ich die ganze Zeit schon sagen wollte: Ich bin jetzt neunzig Jahre alt. Aber das hätte ich nicht gedacht, in meinem Leben noch einmal einem Menschen zu begegnen, dessen Gesellschaft mir Spaß macht. ”
Da räuspert sich auch der heilige Paul von Theben: ” Was ich die ganze Zeit schon sagen wollte: Ich bin jetzt hundertdreizehn Jahre alt. Und seit neunzig Jahren lebe ich hier ganz allein in der Wüste. Sag mir, Antonius, ist in der Zwischenzeit in der Welt irgend etwas passiert? ”

Lange überlegt der heilige Antonius. Dann schüttelt er den Kopf: Nein. Es ist in der Welt überhaupt nichts passiert, wrüber zu reden sich lohnen würde. ” Da räuspert sich der heilige Paul von Theben noch einmal: ” Sag mir, Antonius, ist irgend etwas los in unserer Heiligen Katholischen Kirche? ”

Und wieder überlegt der heilige Antonius. Dann schüttelt er nochmals den Kopf: ” Nein. Es ist absolut nichts los in der katholischen Kirche, worüber zu reden sich lohnen würde. ”

Da lacht der heilige Paul von Theben: ” Hundertdreizehn Jahre bin ich alt. Und habe nicht verpaßt. Ich werde auch nichts mehr verpassen. Komm, ich will sterben. Komm, wir singen zusammen den Psalm ‘Quemadmodum desiderat’.”

— S. 238 —

” So wie das wilde Tier nach dem Wasser,
So dürstet meine Seele nach dem lebendigen Gott.”

Über diesem Vers ist der heilige Paul von Theben gestorben. Antonius hat ihn in aller Ruhe begraben. Dann ist er heimgekehrt in seine eigene Einsiedelei.

Dort oben ist er im Jahre 356 im Alter von 105 Jahren gestorben. Seine letzten Worte zu seinen Jüngern waren:

” Begrabt mich bitte an einem Ort, den niemand kennt. Ich möchte wenigstens im Grabe endlich meine Ruhe haben.”

— ZITATENDE —

“Versuchungen des hl. Antonius” –
Isenheimer Altar – Matthias Grünewald

Colmar/Frankreich

7. Ich bin nicht klüger als die alten Heiligen, darf aber vielleicht versuchsweise wie folgt zusammenfassen:
Was wir da gelesen haben, ist nicht so sehr EINE OHRFEIGE für unsere Gegenwart als vielmehr möglicherweise eine versteckte Aufforderung, ENDLICH MIT DEM ECHTEN LERNEN, NACHDENKEN UND LEBEN ANZUFANGEN.
Wie gesagt: Das 3. Jahrtausend ist auf Grund der mathematischen Gegebenheiten nun einmal der Apokalypse noch etwas näher als das voraufgegangene 2.Jahrtausend – was gesondert auszuführen dem “Zeitalter der PISA-Studien” und des staatlich geförderten NICHT-KÖNNENS leider nicht erspart werden kann …

Und fertig!

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- *1953 in Bremen / Germany - since decennia in Neuss / Germany - classical composer (registered since 2005) - scientific freelance writer - registered to German National Library "Deutsche Bibliothek", search "Bruno Buike", with 246 items in 2013 1996-97 - 5000 qm Rekultivierung Obstwiese mit Kleintierhaltung 2004/05 - 3 Wochen Gartenpflege in einem orthodoxen Kloster in Deutschland 2009 - 3 Wochen Katastrophenhilfe Einsturz des Kölner Stadtarchivs 2011 - journey to Przemysl/Poland - and learning of basic Polish vocabulary and reading/pronounciation 2013 University of Tokyo - Conditions of war and peace - Coursera - Certificate 2013, December - after 15 years in mainly Russian-orthodox and Greek-orthodox affairs return to Roman-Catholic church 2014 National University of Singapur, Conservatory - Write like Mozart. Introduction to classical composition - Coursera Certifikate "with distinction"
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